Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Journal
- Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Volume
- XVI (1929)
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 355 (sequence 360)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/9038125-9054582--2359-9055812- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
II. Palästinaarbeit. In allen zionistischen Institutionen wird die Arbeit von unseren Gesinnungsgenossen in den Zentral-Kommissionen geleitet. Auûb die große Zahl der Mitarbeiter im Lande gehört unserer Organisation an. So z. B. wies die letzte am 28. Oktober 1928 abgehaltene Konferenz der K. K. L - Yertrauensmänner eine überwiegende Majorität unserer Genossen auf. Nicht anders ist es im K. H., Tarbuth, Schekel-Kommission, Tarbuth usw. Besondere Berichte liegen sicher von den einzelnen Institutionen vor, weshalb wir über die Tätigkeit derselben nicht breiter berichten. Infolge der Verringerung der Einwanderung nach Palästina mußte im vergangenen Jahre das Palästina-Amt in Lemberg geschlossen werden und seine Agenden übernahm eine dazu eingesetzte Kommission, die auch die nun begonnene 5. Alijah, in der Ostgalizien bis jetzt mit 108 Emigranten sich beteiligte, leitet. III. Kulturarbeit. Die Kulturarbeit im Lande wird von zwei Institutionen geführt, von dem von uns geschaffenen und erhaltenen jüdischen Schulverein in Lemberg und von der Tarbuth. Der Schulverein besitzt in Lemberg ein hebräisches Gymnasium, ein hebräisches Lehrerseminar, zwei hebräische Volksschulen samt Gan Jeladim und drei Gymnasien mit polnischer Unterrichtssprache, wo jedoch viel Platz dem Hebräischen und den Judaica eingeräumt wird. Ebenso besitzen wir in Stanislau und Przemysl Gymnasien nach dem Muster unserer Lemberger Mittelschulen. Nebst dem Schulverein entwickelte die Tarbuth eine intensive Tätigkeit. Die Gesellschaft bemüht sich, das Interesse für das Hebräische im Lande wachzurufen. In dem von der Tarbuth erhaltenem Seminar werden Lehrerinnen für die hebräischen Kindergärten im Lande ausgebildet. Im Dezember v. J. fand in Lemberg die erste Tarbuthkonferenz statt, an der sich eine sehr ansehnliche Zahl von Hebraisten aus dem ganzen Lande beteiligte. Sowohl Tarbuth wie auch der Schulverein beaufsichtigen die fast in jeder Sjtadt vorhandenen hebräischen Sprachkurse. Bei der Verbreitung des hebräischen Buches und der hebräischen Presse hat die Tarbuth mit Erfolg gearbeitet. Der Produktivierung der jüdischen Jugend und der Hachschara dienen die Gewerbeschulen' und landwirtschaftlichen Farmen, bei deren weiterer Entwicklung unsere Genossen — wie bisher — mitgearbeitet haben. Die1 Kulturarbeit unter der älteren Jugend wird von zahlreichen Kulturvereinen im Lande geführt. IV. Landes-Politik. Auf dem Gebiete der Landespolitik haben wir die Führerschaft der ganzen Judenheit im Lande behalten. Die im Frühjahre 1928 durchgeführten Wahlen zu den gesetzgebenden Körperschaften der polnischen Republik waren eine imposante Manifestation des nationalen Bewußtseins der jüdischen Bevölkerung. In Berücksichtigung der Nationalitäten-Verhältnisse auf diesem Gebiete hielten wir es für richtiger, mit keiner der Nationalitäten ein Bündnis einzugehen, sondern mit einer selbständigen jüdisch-nationalen Liste in den Wahlkampf zu gehen. Unser Sieg war ein vollständiger. 23*