Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Journal
- Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Volume
- XVI (1929)
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 354 (sequence 359)
- Language
- German
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als auch in den größeren Provinzstädten, wie Stanislau, Drohobycz und Zloczôw, hatte Herr Prof. Brodetsky Gelegenheit, in massenhaft besuchten Volksversammlungen zu sprechen, wo seine Ausführungen mit Begeisterung aufgenommen wurden. Diese Tournee wirkte belebend auf unsere Bewegung im Lande. Auf dem Gebiete der Jugendorganisation konnten wir einen bedeutenden Erfolg erzielen. Unsere Jugendorganisationen: die Achwa (Volksjugend), die in ihren Beihen etwa 3 000 Mitglieder zählt, die Jardénja mit. etwa 1 000 Mitgliedern, wurden ausgebaut und gestärkt. Letztens ist auch eine Organisation der Mittelschüler (Histadruth Hanoar Haiwri) entstanden, die nach dem Muster des Haschomer ihre Mitglieder im Bahmen unserer Organisation erzieht. Diese Organisation ist erst in den Anfängen und zählt vorläufig etwa 600 Mitglieder. Die jüdische Presse im Lande ist im ganzen zionistisch. Es erscheinen zwei Tageszeitungen: „die Chwila" in polnischer Sprache, das offizielle Organ unserer Leitung, und das Neue Tagblatt „Der Morgen" in jüdischer Sprache. Seit einigen Monaten erscheint ein Wochenblatt in polnischer Sprache „Przelom", das jedoch gegenwärtig eine Krisis durchmacht. Von Zeit zu Zeit erscheinen die Organe unserer Jugendorganisationen „Kuntrsej Achwa" und „Trybuna Sjonistyczna". In der Berichtzeit wurden Schritte unternommen, die zur Unifikation, der gesamten zionistischen Organisation in Polen führen sollten. Auf einer in Lodz im April vorigen Jahres abgehaltenen Konferenz von Vertretern der vier polnischen Zentralkomitees wurde ein zeitweiliger Oberrat gewählt, der eine allpolnische Konferenz vorzubereiten hatte. Dieser Oberrat proklamierte die Schaffung einer einheitlichen Organisation von Polen; auf mehreren Sitzungen in Lemberg und Warschau wurde die Ein berufung der allpolnisohen Konferenz beschlossen und der Termin endgültig für den 31. März d. J. festgesetzt. Dieser Beschluß wurde jedoch bedauerlicherweise durch unsere Genossen in Warschau nicht ausgeführt, wodurch die Frage der Vereinheitlichung der Organisation für ungewisse Dauer verschoben erscheint. Im Zusammenhang damit ist auch die Frage der Vorbereitung der Jewish Agency in Polen mit größeren Schwierigkeiten verbunden. Die von der Londoner Exekutive eingesetzte Kommission der polnischen A.C.-Mitglieder und ihrer Vertreter, die diese Frage behandeln sollte, hielt wohl mehrere Sitzungen ab, jedoch gelang es bis nun nicht eine einheitliche Auffassung zu erzielen und es ist nicht sicher, ob noch vor dem XVI. Kongreß in der Frage der J. A. für Polen konkrete Besultate erreicht werden. Das Verhältnis zu den zionistischen Fraktionen ist unverändert geblieben. Bei verschiedenen größeren Aktionen wird eine gemeinsame zionistische Front aufrechterhalten, ein stetes Zusammenarbeiten gibt es aber nicht. Leider konnte auch der Plan eines Territorialverbandes, wie er im Kongreß empfohlen wurde, nicht verwirklicht werden, da sich große Schwierigkeiten ergaben, zumal die Schaffung einer solchen Dachorganisation — beim Aufrechterhalten der bisherigen vollständigen organisatorischen Selbständigkeit der Fraktionen •— an der Sache .nichtsändern würde. * 354