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Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress · 1929-01-01 · XVI (1929) · p. Seite 356

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Journal
Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
Volume
XVI (1929)
Date
1929-01-01
Page
Seite 356 (sequence 361)
Language
German
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Trotz mehrerer Bemühungen soAvohl von nicht jüdischer Seite, wie auch von manchen Juden, nämlich der Aguda und den Ueberresten der Assimilation, die jüdisch-nationale Einheitsfront zu sprengen, ist dies nicht gelungen. Mehr als 90 Prozent der abgegebenen jüdischen Stimmen (zum Sejm mehr als 170 000, zum Senat über 100 000) fielen auf unsere Kandidaten. Keine andere Gruppe vermochte ein Mandat zu erlangen. Die gewählten fünf jüdischen Sejmdeputierten sind alle Zionisten, davon vier aus den Reihen unserer Organisation und ein Mitglied der Hitachduth, auch ■der einzige jüdische Senator ist unser Gg. Unsere parlamentarische Repräsentanz hat sich im Laufe der Zeit eine angesehene Stellung im Parlament erworben und viel Fruchtbares für die jüdische Bevölkerung geleistet, sowohl bei der Abwehr von drohenden Gefahren, als auch bei der Erkämpfung von nationalen Rechten für die jüdische Bevölkerung. Ebenso sind die Wahlen zu den Stadtgemeinden, entsprechend der von uns im Jahre 1927 propagierten Richtlinie des gemeinsamen Wirkens aller drei Nationalitäten, erfolgreich ausgefallen. In einer ganzen Reihe von Städten haben unsere Gg. in den Stadtverwaltungen leitende Stellen inne. Bei den Wahlen zu den jüdischen Kultusgemeinden hatten wir wohl einen schweren Kampf mit der Orthodoxie, die auf diesem Gebiete — bei der noch immer in gewissenKreisen vorherrschenden Ueberzeugung über den religiösen Charakter der Gemeinden — einen ziemlich großen Einfluß besitzt, jedoch erreichten wir auch da einen entsprechenden Einfluß, der in der Zahl der zionistischen Gemeindevorsitzenden und einer großen Zähl von Ratsmännern seinen Ausdruck findet. Die Erfolge auf dem Gebiete der Galutharbeit bürden uns aber die Last auf, die einzigen Vertreter der jüdischen Gesamtinteressen zu sein, was viel von unserer Energie in Anspruch nimmt. Leider ist es gerade auf diesem . Tätigkeitsgebiete zu. den bekannten Meinungsverschiedenheiten in der polnischen Organisation gekommen, so daß selbst bei den Zionisten Polens in dieser Beziehung ein harmonievolles Zusammenwirken sich schwierig gestaltet. Die herrschenden Verhältnisse bedürfen wohl einer Regelung und wir erhofften solche von der allpolnischen zionistischen Konferenz, die am 31. März stattfinden sollte. Nicht unsere Schuld ist es, wenn diese Konferenz nicht zustande kam. V. Wirts c h aftsarbeit. Die ungünstige wirtschaftliche Lage der Juden, die seit der bekannten Krisis vom Jahre 1924 sich nicht wesentlich gebessert hat und unter dem Drucke des Steuersystems und des Etatismus sehr bedrohliche Erscheinungen massenhafter Art aufweist, erforderte seitens unserer Organisation eine starke Inanspruchnahme vieler Gg., welche viel Zeit und Mühe auf dem Gebiete der Arbeit im Interesse der wirtschaftlichen Hebung der Judenheit verwenden mußten. Die in der vorigen Berichtsperiode geschaffenen Gmilath-Chesedkassen und Kreditkooperativen wurden ausgebaut und bedeutend vermehrt. In Lemberg wurde durch unsere Organisation eine „Zentrale Kooperativ-Bank" ins Leben gerufen, welche unter Leitung unserer Gg. steht und die Bestimmung hat, die Kreditnot des jüdischen Mittelstandes in Lemberg zu lindern, um im .Laufe ihrer Entwicklung als Zentrale sämtlicher jüdischer Kooperativen im Lande ausgebaut zu werden. Die Zahl der Gmilath-Chesedkassen, welche kleine 356

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