Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Journal
- Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Volume
- XVI (1929)
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 276 (sequence 281)
- Language
- German
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Kindergartenun'terricht, die Lehrerseminare, die administrativen und andere grundlegende Ausgaben umschließt, aus den regulären zionistischen Mitteln bestritten werden, während besondere und zusätzliche Ausgaben wie die oben erwähnten aus besonderen, für sie bestimmten Mitteln bezahlt werden sollen. Die Absicht ist, daß Mittel für diese bestimmten Zwecke nur aus Quellen aufgebracht werden sollen, von denen im allgemeinen Spenden für den Keren Hajessod nicht zu erhalten sind. Dieses Grundproblem bedarf sicherlich einer ernsthaften Prüfung. Jedenfalls muß das gegenwärtige System des Jahresbudgets beseitigt werden. Nach diesem System wird die Unterrichtstätigkeit jedes Jahr von erneuten Krisen überfallen. Nach den Satzungen müssen die Lehrer eine dreimonatige Vorankündigung im Falle der Entlassung erhalten. Deswegen mußten wir in den letzten. Jahren Entlassungen einer Anzahl von Lehrern (75—150) am 1. Juli vornehmen, aus der Erwartung des Kongreßbeschlusses über das Unterrichtsbudget inmitten des Sommers. Es ist natürlich, daß die Entlassung von Lehrern Unruhe und Verwirrung zur Folge hat. In den letzten Jahren wurden die Schulen mit Verspätung eröffnet, weil die Zeit zwischen dem Kongreß und dem Unterrichtsbeginn zu kurz ist, um die infolge des neuen Budgets notwendigen Änderungen einzuführen. Es ist unmöglich, ein Unterrichtsnetz unter dem Druck von jährlichen Krisen, Hysterie und in Überstürzung ausgearbeiteten Plänen aufrechtzuerhalten. Für konstruktive Arbeit ist ein Plan für drei Jahre im voraus nötig, oder wenigstens für zwei Jahre, so daß grundlegende Änderungen nur infolge Kongreßbeschlusses eintreten können. 3. Konstruktives Budget an Stelle eines Zwangsbudgets. Bei der Ausarbeitung eines konstruktiven Budgets wird es notwendig sein, gewisse grundlegende Bedürfnisse, die im jetzigen Budget fehlen, zu berücksichtigen. Man muß anerkennen, daß das jetzige Budget im besten Falle ein Minimalbudget der Not darstellt. Im weiteren zählen wir einige grundlegende Dinge auf, die zurzeit nicht genügend berücksichtigt werden, aber in jedem konstruktiven Plane in Rechnung gezogen werden müssen. a) Mittelschulen. Die Zuweisungen für Mittelschulen wurden bis auf ein Minimum verringert. Das Gymnasium Herzliah in Tel-Awiw, dessen Budget £ 12.000 beträgt, erhält von der Zionistischen Organisation nur £ 800. Desgleichen die Realschule in Haifa, die bei einem Budget von £ 6000 nur £ 300 von der Zionistischen Organisation erhält; trotzdem 80 °/o der Einnahmen dieser Institutionen vom Schulgeld kommen, waren sie gezwungen, sich ans Ausland wegen Geldsammlung zu wenden. Die Zionistische Organisation widersetzt sich natürlich solchen Sondersammlungen. Dieses System ist vom Standpunkt der Schulen aus nicht angebracht und diese Frage muß ihre Lösung finden. Von keiner Schule kann gefordert werden, daß sie nur vom Schulgeld existiert. Es ist daher nötig, den Mittelschulen solche Summen zukommen zu lassen, die ihnen eine Existenz zusammen mit dem Schulgeld gewährleisten; oder das unerwünschte System der Sondersammlung für jede Institution wird notwendigerweise weiter bestehen. 276