Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Journal
- Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Volume
- XVI (1929)
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 12 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/9038125-9054582--2016-9055469- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Haifa 1× ep/1047930
OCR text
Arbeit. Nach dem XV. Kongreß herrschte noch Arbeitslosigkeit im Lande und die Zionistische Exekutive bemühte sich um die Lösung dieses Problems, welches die zionistische Position im Lande in Gefahr hätte bringen können. Die Haltung der Exekutive in dieser Frage, die bei jeder Gelegenheit klar zum Ausdruck gebracht wurde, war, daß das Problem der Arbeitslosigkeit nur in Zusammenarbeit mit der Regierung gelöst werden könnte und daß die Arbeitslosenunterstützung nur dann abgeschafft werden könnte, wenn ihre Bezieher mit Beschäftigung versorgt würden. Um dies Ziel zu erreichen, leitete die Exekutive Verhandlungen in London und in Jerusalem ein. Die Exekutive hielt die Regierung über jede Änderung auf dem laufenden, welche in der Arbeitslosenziffer stattfand, und besprach mit dem Highoommissioner und den' höheren Regierungsbeamten die Möglichkeit, Arbeit für die Arbeitslosen ausfindig zu machen, wobei sie die Regierung drängte, bei der Lösung dieses schwierigen Problems mitzuarbeiten. Wichtige Unterstützungen erhielt die Exekutive von der Histadruth bei der Untersuchung der Arbeitsaussichten. Die Exekutive hat den Wunsch, die unschätzbare Hilfe zu erwähnen, die der frühere Highcommissioner Lord Plumer bei der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit geleistet hat. Es war1 der persönlichen Initiative Sr. Exzellenz zu verdanken, daß eine Reihe öffentlicher Arbeiten, insbesondere der Bau der Jaffa-Petach-Tikwah-Straße, von jüdischen Arbeitern aus der Zahl der Arbeitslosen ausgeführt wurde. Dank' den von der Regierung und den Stadtbehörden begonnenen öffentlichen Arbeiten einerseits und dank einem von der Zionistischen Palästina- Exekutive im April 1928 ins Werk gesetzten ausgedehnten Arbeitsprogramm andererseits, gelang es dieser schließlich unter Mitarbeit der Histadruth, die Arbeitslosenunterstützung abzuschaffen und die Zahl der Arbeitslosen auf ein Minimum zu j reduzieren. (Für genaue Ziffern siehe Bericht des Arbeitsdepartements.) Die Probleme, jüdischen Arbeitern bei Regierungs- und städtischen Unternehmungen Beschäftigung in angemessenem Verhältnis zu sichern und eine angemessene Löhnung für jüdische Arbeiter zu erhalten, waren ebenfalls Gegenstand von Verhandlungen mit der Regierung. Über diese Fragen wurden Memoranden in London und Jerusalem überreicht und persönliche Unterredungen mit Regierungsvertretern fanden statt, in deren Verlauf die verschiedenen aufgeworfenen Fragen behandelt wurden, insbesondere die Frage der Beschäftigung jüdischer Arbeiter bei dem bevorstehenden Hafenbau in Haifa. Die Exekutive betonte die Unterschiede in dem Lebensstandard des jüdischen und arabischen. Arbeiters, infolge deren nicht nur die Regierungskasse Nutzen habe, sondern auch der Kaufmann und der Fabrikant, wodurch also indirekt die Entwicklung des Landes beschleunigt und der Grad seiner ökonomischen Aufnahmefähigkeit erhöht würde. Im Hinblick auf den Bau des Hafens in Haifa versuchte die Exekutive, außer den obenerwähnten Bedingungen weiter durchzusetzen, daß ausländische Arbeit nicht angewandt, daß nur Landeserzeugnissei benutzt würden, daß Krankheitsversicherung der Arbeiter eingeführt würde und daß der Sabbath der Ruhetag für die jüdischen Arbeiter sein 12