Bericht des Departements für Landwirtschaftliche Kolonisation über die Jahre ... an den ... Zionisten-Kongress und die ... Tagung des Council der Jewish Agency
- Journal
- Bericht des Departements für Landwirtschaftliche Kolonisation über die Jahre ... an den ... Zionisten-Kongress und die ... Tagung des Council der Jewish Agency
- Volume
- 1935
- Issue
- 8.1935
- Date
- 1935-08-01
- Page
- Seite 386 (sequence 76)
- Language
- German
- Belongs to
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386 tatsächlich jedoch steht der Geflügelzüchter vor großen und zahlreichen Hindernissen, von denen folgende zu nennen sind: a) Konkurrenz seitens der importierten Eier und Hühner, b) die unter den Hühnern verbreiteten Krankheiten, c) die noch ungelöste Frage der geeignetsten Lege- und Fleischrasse. c) Gemüsebau. i. Der Gemüsebau in unseren Wirtschaften: Dieser Wirtschaftszweig ist noch neu in der jüdischen Landwirtschaft Palästinas. In den bestehenden Kolonien und den Farmen des Keren Kajemeth nahm er einen sehr geringen Raum ein, und begann sich erst mit dem Beginn der nationalen Kolonisation nach dem Kriege gleichzeitig mit der Schaffung bewässerter Bodenflächen in unseren Wirtschaften zu entwickeln. Die spärlichen Anfänge, die vor dem Kriege in der Jordanebene gemacht wurden, hatten nur wenig Bedeutung, sie legten jedoch den Grundstein zur Ausbildung der in sehr geringer Anzahl in Palästina vorhandenen Sachverständigen auf diesem Gebiete. Im Laufe der Zeit kamen gute Fachleute aus dem Auslande hinzu, und ihre Kenntnisse und Betätigung sind hoch einzuschätzen. Die Anfänge dieses Wirtschaftszweiges in unseren Siedlungen waren unsystematisch; man lernte ein wenig von den Arabern und ein wenig von den Methoden europäischer Länder. Es ist richtig, daß im Laufe der Jahre dem Gemüsebau in unseren Siedlungen kein besonderes Interesse gewidmet worden ist, da dies einer der Arbeitszweige war, die zuviel Aufwand an manueller Arbeit erforderten und am Jahresende stets mit Schaden abschlössen, d. h. er deckte gewöhnlich nicht die Kosten eines Arbeitstages des Menschen in der Wirtschaft, weildie Absatzmöglichkeiten beschränkt waren und die Kenntnis der Arbeit fehlte. Dieser Wirtschaftszweig besteht in dem Anbau einer großen Zahl verschiedener Gewächse während des Jahres auf dem gleichen Boden und erfordert daher Wissen, Hingabe, Kenntnis der Absatzbedingungen, der Wünsche der Käufer und der Arbeitsgewohnheiten. In Europa herrscht die Ansicht, daß, um Gemüsezüchter zu werden, eine Praxis von mindestens 7 Jahren notwendig ist. Es wäre falsch, anzunehmen, daß es möglich sei, ohne vorherige gründliche Ausbildung erfolgreich Gemüse anzubauen; erforderlich ist auch eine lange Periode von Versuchen, die Wahl von Bearbeitungsmethoden und Sorten, Feststellung der zur Bewässerung notwendigen Wassermenge sowie der geeigneten Verpackungs- und Transportmethoden. In der Klärung dieser Probleme für die Siedler hat unsere Instruktionsabteilung die Rolle des Pioniers gespielt; Hand in Hand mit unseren Siedlern legte sie Demonstrationsfelder an, auf denen sie sich bemühte, die Bewässerungsmethoden, den Felderwechsel, die für die verschiedenen Zonen und für die verschiedenen Marktbedingungen geeigneten Sorten zu erforschen.