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Bericht des Departements für Landwirtschaftliche Kolonisation über die Jahre ... an den ... Zionisten-Kongress und die ... Tagung des Council der Jewish Agency · 1935-08-01 · 8.1935 · p. Seite 380

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Journal
Bericht des Departements für Landwirtschaftliche Kolonisation über die Jahre ... an den ... Zionisten-Kongress und die ... Tagung des Council der Jewish Agency
Volume
1935
Issue
8.1935
Date
1935-08-01
Page
Seite 380 (sequence 70)
Language
German
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380 In vielen Projekten zur Errichtung von Kleinsiedlungen, die von verschiedenen Gesellschaften aufgestellt wurden, wird den Siedlern, die noch nicht die vollkommene Übung in der Behandlung von Kühen haben, empfohlen, sich für die erste Zeit zur Milchversorgung der Familie Ziegen anzuschaffen. Die Damaskusziege, die 3—4 £P kostet, kann bei guter Pflege etwa 500 Liter pro Jahr liefern, der Fettgehalt ihrer Milch beträgt etwa 4,5 Prozent. Ihre Behandlung ist nicht schwierig, und dieser Arbeitszweig paßt durchaus für kleine intensive Wirtschaften, in denen nicht genügend Zeit zur Besorgung der Kühe vorhanden ist, und deren Bodenflächen zu beschränkt sind, um auf ihnen Futter für die Kühe zu bauen. b) Geflügelzucht. 1. Die Geflügelzucht zu Beginn der Kolonisation: Die ersten jüdischen Ansiedler betrachteten die Geflügelzucht nicht als einen einträglichen und wichtigen Zweig des landwirtschaftlichen Betriebes. Die wenigen Hühner, die sich in den damals bestehenden "Wirtschaften befanden, erhielten keine besondere Pflege. Nur die Abfälle des Wirtschaftshofes und die Speisereste des Hauses wurden zu ihrer Fütterung verwandt. Die Eierproduktion war sehr geringfügig: 50—60 Eier jährlich pro Huhn. Die Vermehrung erfolgte durch Bruthennen und war stets von der Stimmung der Henne abhängig. Es gab keine ordentlichen, gelüfteten Ställe, und natürlich konnte unter diesen Verhältnissen die Hühnerzucht sich nicht zu einem bedeutungsvollen Faktor in der jüdischen Landwirtschaft entwickeln. 2. Die Geflügelzucht in unseren Siedlungen: Auch in unseren ersten Siedlungen fand in der ersten Zeit keine Veränderung zum Besseren statt. Gewiß sah man in jeder Wirtschaft eine Anzahl Hühner herumlaufen, aber sie genossen keine spezielle Pflege und es bestand keine Tendenz, diesen Wirtschaftszweig im größeren Ausmaße zu erweitern und zur Entwicklung zu bringen. Der erste Anstoß zu einer Geflügelwirtschaft in entsprechendem Maßstabe ging von den Geflügelzuchtversuchen aus, die von der landwirtschaftlichen Versuchsstation in Ben Schemen unternommen wurden. Der erste Anfang hierzu wurde in Ben Schemen bereits im Jahre 1913 gemacht. Man errichtete moderne Hühnerställe, führte verschiedene Rassen ein, z. B. die weißen »Leghorn«, »Horpington«, »Wyndott», »Plymouthrock«. Man machte Versuche zur Aussonderung heimischer Rassen und Kreuzungen der einzelnen Rassen. Bereits im Jahre 1914 erreichte man in Ben Schemen eine Produktion von 90 Eiern pro Huhn in zehn Monaten, 1915 kamen 120 Eier auf das Huhn und 1916 kamen 97 Eier auf das Huhn im Laufe von 11 Monaten. Im gleichen Jahre wurden die Versuche wegen der Kriegsnöte und dem Mangel an finanziellen Möglichkeiten zur Fortsetzung des Versuches eingestellt; nach dem Kriege jedoch wurde die Abteilung für Geflügelzucht in Ben Schemen von neuem eröffnet, und im Jahre 1922 wurden wiederum Hühnerställe und -höfe eingerichtet und 300 reinrassige Hühner ver-

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