Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Journal
- Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Volume
- XIV (1925)
- Date
- 1925-01-01
- Page
- Seite 316 (sequence 325)
- Language
- German
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daß sämtliche Kinder der Immigranten, die um Aufnahme in den Schulen ersuchen, tatsächlich aufgenommen werden. So vergrößerte sich die Zahl der Schüler an unseren Schulen zu Beginn dieses Jahres um 1500. Aber noch viele Kinder der Immigranten fanden keinen Platz in unseren Schulen und füllten die Alliance- Schulen in Tel-Awiw, Haifa und auch Jerusalem. Sie gingen auch in die Cheder-Schulen, die von der Agudas Jisroel eröffnet wurden und in welchen die Unterrichtssprache Jiddisch ist. Im Laufe des Winters kamen in Tel-Awiw und Haifa noch neue Immigrantenkinder hinzu, und wir mußten weiter die Zahl der Lehrer erhöhen und neue Klassen eröffnen. Die Stadtverwaltung von Tel- Awiw bewilligte uns für diesen Zweck weitere £ 300 und gab uns auf diese Weise die Möglichkeit, zu Beginn des Sommers weitere acht Lehrer zu beschäftigen und weitere 300 Kinder in den Schulen aufzunehmen. Infolge des Mangels an Klassen und Schuleinrichtung mußte der Unterricht in den neuen Klassen in den Nachmittagsstunden stattfinden. In Haifa jedoch blieben viele Immigrantenkinder ohne Schulunterricht, weil wir dort keine neuen Klassen auf unsere Rechnimg eröffnen konnten. Zu Beginn des Sommers wuchs insgesamt die Zahl der Schüler in unseren Schulen noch um 500. Die Arbeit in diesem Jahre wurde unter schwerem Druck geführt. Infolge der Defizite in den früheren Jahren, konnten wir nicht den Lehrern ihre Gehälter zur entsprechenden Zeit auszahlen und auch der dem Pensionsfonds der Lehrer gehörende Betrag konnte nicht abgeführt werden. Die Zionistische Exekutive hat zwar das Budget, das von den Kongressen resp. dem Großen Aktionskomitee für die Jahre 5682/84 festgesetzt war, gänzlich ausgezahlt, aber die übrigen Einnahmequellen haben die in sie gesetzten Hoffnungen nicht erfüllt. Auch ein Teil der Kolonien kam ihren Verpflichtungen nicht nach. Dies bewirkte, daß wir im Monat Tebet dieses Jahres vor der Einstellung des Unterrichts an unseren Schulen standen. Nach eingehenden Verhandlungen mit dem Waad Leumi und der Zentrale der Lehrer organisation kam ein Uebereinkommen zustande, welches die drohende Gefahr verhinderte. Der Waad Leumi nahm einen Teil der Schulden vom Jahre 5684 aufsich und die Zionistische Exekutive erleichterte die Situation dadurch, daß sie den Lehrern ihre Gehälter für die letzten Monate mittels eines Darlehens, das sie erhielt, auszahlte. Von nun ab erhielten die Lehrer ihr Gehalt regelmäßig, wenn auch mit einer einmonatlichen Verspätung, ausbezahlt. Auf diese Weise besserte sich zwar die ökonomische Lage der Lehrer, doch blieb die Hauptfrage: Wer für das allgemeine Erziehungsbudget, an welchem sich außer dem Keren Hajessod noch der Jischuv mit ungefähr 35 % beteiligt, verantwortlich ist, noch nicht gelöst. Die Lehrer forderten mit Recht die Ausbezahlung ihrer vollen Gehälter für das ganze Jahr, die Zionistische Exekutive jedoch konnte unmöglich die Verantwortung für einen größeren Betrag, als den vom Kongreß resp. Großen Aktionskomitee fixierten, übernehmen. Diese Frage war ein Grund der Meinungsverschiedenheiten auch in bezug auf die Defizite aus den früheren Jahren. Der Standpunkt der Zionistischen Exekutive war der, daß der Waad Hachinuch, der aus Vertretern der drei Erziehungsfaktoren 316