Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Journal
- Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Volume
- XIV (1925)
- Date
- 1925-01-01
- Page
- Seite 307 (sequence 316)
- Language
- German
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Auch der Bibelunterricht geht, wenn auch langsam, vorwärts, indem man sich bestrebt, den Schülern nicht nur die Bedeutung des Originaltextes beizubringen, sondern sie auch veranlaßt, sich in Inhalt und Form zu vertiefen, wodurch die Bibel ein wichtiger nationalmoralischer Erziehungsfaktor Avird. Im Rechen- und Geometrieunterricht wurde mehr Gewicht auf die Veranschaulichung, auf die Wirklichkeit und den praktischen Gebrauch gelegt. In vielen Schulen ist der Rechen- und Geometrieunterricht überhaupt an Arbeit und Handwerk gebunden. Die Arbeit wird immerzu in den Schulen eingeführt. Außer der Gartenarbeit für sämtliche Schüler, Nähen und Stricken für Mädchen, die bereits in allen unseren Schulen unterrichtet werden, wurde jetzt in vielen Schulen Karton-Arbeit und Buchbinderei, und in manchen Schulen auch Tischlerei eingeführt. Diese Arbeiten werden vorläufig als besondere Lehrfächer unterrichtet und bezwecken, den Schülern Handfertigkeit beizubringen, ihnen die Arbeit angenehm zu machen und ihren Willen wie ihre Eignung zu praktischer Arbeit zu entwickeln. Meistenteils fertigen die Schüler Gebrauchsgegenstände für ihren eigenen Gebrauch und für den Schulgebrauch an; in vielen Fällen dienen diese Handarbeiten zu Unterrichtszwecken in verschiedenen Fächern wie Geometrie, Physik, Naturlehre und tragen zur Veranschaulichung des Unterrichts bei. In manchen. Schulen in den Kolonien wurden Versuche mit Bienen- und Geflügelzucht gemacht. In einer der Schulen Jerusalems besteht eine Gruppe, die sich mit Setzerei beschäftigt und diese Gruppe setzt selbst eine Kinderzeitung, die durch die Zöglinge der Schule zu bestimmten Perioden herausgegeben wird. Hektographisch gedruckte Kinderzeitungen erscheinen auch in anderen Schulen. In zwei Schulen, die eine in Jerusalem, die andere in Tiberias, haben wir mit Hilfe besonderer Geldmittel aus Amerika Küchen eingerichtet, in welchen die Schülerinnen der obersten Klassen Unterricht in der Hauswirtschaft erhalten. Die meisten Schülerinnen dieser Schule erhalten dort ihr Mittagessen billig, und die armen Schülerinnen umsonst. Dieses Fach, das auch vom Standpunkt der Volksökonomi© von Wichtigkeit ist, wollen wir noch ausdehnen und vervollkommnen und in allen Mädchenschulen einführen. Bloß der Mangel an Mitteln hindert uns daran. Aus demselben Grunde konnten wir den zuletzt aufgezählten Verbesserungen nur moralische Unterstützung gewähren. Nur diejenigen Schulen konnten diese Verbesserungen einführen, denen es selber gelang, die nötigen Mittel sich aus anderen Quellen zu beschaffen. (Gelegentliche Spenden, Unterstützung von seiten der Eltern u. dgl. Die Stadtverwaltung von Tel-Awiw bestimmte für die dortigen Schulen einen gewissen Jahresbeitrag für diesen Zweck.) Die vielen anderen Schulen, welche die nötigen Mittel nicht selbst aufbringen konnten, mußten auf die erwähnten Verbesserungen verzichten. b) Schulen der Orthodoxen. Dank den neuen Lehrkräften, die diesen Schulen zugeführt wurden, und besonders dank den Zöglingen des Lehrerseminars Misrachi, die mit jedem Jahrgang dieser Schule zuströmen und welche außer weitgehender Kenntnis des Talmud und der hebräischen Lehrfächer im allgemeinen, auch allgemeine Vor- 20* 307