Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Journal
- Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Volume
- XIV (1925)
- Date
- 1925-01-01
- Page
- Seite 202 (sequence 211)
- Language
- German
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10. Verträge mit den Siedlern. Es braucht nicht an dieser Stelle erhärtet zu werden, welche Bedeutung dem Abschluß von Verträgen mit den Ansiedlern zukommt. Die Zionistische Organisation wird mit Ende dieses Etatsjahres (p. 30. September 1925) über £ 460 000 in Ansiedlungsdarlehen investiert haben. Zur Vollendung der in Angriff genommenen Siedlungen sind voraussichtlich weitere £ 300 000 nötig. Diese Invenstitionen müssen nunmehr rechtlich sichergestellt und die Bedingungen ihrer Bückzahlung durch die Darlehensnehmer festgelegt werden. Andererseits ist es von großer erzieherischer Bedeutung für die Ansiedler selbst, wenn sie anfangen, die Tilgung ihrer Schuld an den KH., sowie die Entrichtung der Bodenrente an den KKL. in ihre wirtschaftliche Kalkulationen einzustellen. Die vertragliche Bindung wird dazu beitragen, die Stabilität der Wirtschaften, insbesondere der Kwuzoth, zu erhöhen. Zwei Vertragstypen kommen in Betracht: ein Einzelvertrag mit dem Ansiedler im Moschaw und ein Kollektivvertrag mit der gesetzlich eingetragenen, genossenschaftlichen Gruppe in der Kwuzah. Beide Verträge sind identisch in ihren Grundbestimmungen. Der Vertragsentwurf der PE. wurde vom FWB. in London (i. J. Î923) und im vorigen Jahre vom Vaad Hachaklaut (landw. Beirat) durchberaten. Der Landarbeiterverband hat vor einigen Monaten seine Gegenvorschläge eingereicht, die von uns geprüft wurden. Es ist demnach anzunehmen, daß die V erhandlungen noch vor dem Beginn des neuen Wirtschaftsjahres zum Abschluß gelangen werden. Die wesentlichen Diskussionspunkte sind: Höhe der Verzinsung und Tilgungsfrist, Form und Umfang der hypothekarischen Sicherung, Buchwert oder Schätzungswert der KH.-Investitionen, schließlich die Stellung der Arbeiter-Siedlungsgesellschaft „Nir" und des Vaad des Moschaw als Vertragspartei. 11. Neusiedlung. Die Aufgabe der nächsten Arbeitsperiode kann nicht bloß die Konsolidierung und Vollendung der schon geschaffenen Siedlungspunkte sein, obwohl dies die erste Gewähr weiteren erfolgreichen Fortschreitens ist. Zwei Faktoren drängen zur Erweiterung, die uns zur Verfügung stehende Bodenreserve des JNF., sowie die wachsende Zahl der Ansiedlungsbewerber. Diese zerfallen in zwei Kategorien. Zunächst warten Hunderte von Landarbeitern, bzw. Chaluzim von mehrjähriger Arbeits-- übung und ebensolcher landwirtschaftlicher Vorbereitung auf ihre Seßhaftmachung. Im letzten Jahre ist ein zweites Element dazugekommen, Angehörige des Mittelstandes aus Osteuropa, die ein Vermögen von £ 200.— bis 1000.— mitbringen und zur Landwirtschaft streben. Sie kommen nach Palästina in organisierten Gruppen, die bereits Boden erworben und seine Besiedlung eingeleitet haben. Derartige Anfänge sind Magdiel und Bne-Brack im Jarkon-Gebiet und Nachlath- Jakow, sowie Avodath-Israel am Kischon. Die ersten zwei sind von Juden aus Polen begründet, die früher Kaufleute und mittlere Industrielle Avaren, die letzteren von chassidischen Anhängern des R.abbi von Jablona. Diese haben außer den 26 000 Dunam eigenen Bodens noch 202