Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Journal
- Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Volume
- XIV (1925)
- Date
- 1925-01-01
- Page
- Seite 191 (sequence 200)
- Language
- German
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jedoch anzunehmen, daß die für ländliche Kolonisation verfügbaren Barmittel dazu kaum ausreichen werden, insbesondere wenn man auch neue Siedlungen schaffen will. Darum ist die vom A.-C. im Juli v. J. in London beschlossene KH.-Anleihe von £ 50 000 zum Ausbau der Landwirtschaft von so vitaler Bedeutung. Zur Zeit der Abfassung dieses Berichts ist die Transaktion noch nicht abgeschlossen, aber es besteht die begründete Erwartung, daß es uns gelingen wird, einen Baumaterialienkredit in erwähnter Höhe für 5 Jahre zu erlangen. Die Abteilung beschäftigt sich derzeit intensiv mit der Ausarbeitung der Siedlungs- und Baupläne unserer meisten Ansiedlungen und der Bewässerungspläne für Nahalal, Nuris und die Jordantal-Betriebe. Zur Zeit des Kongresses werden wohl alle Voraussetzungen für die Inangriffnahme eines großzügigen Bauprogrammes gegeben sein, das in den Jahren 5686/87 zur Ausführung gelangen und im Wirtschaftsgange unserer Betriebe eine entscheidende Wendung bringen wird. 4. Einführung neuer Kulturen. Pflanzungen. Das Kolonisationsdepartement, in der Erkenntnis der großen ökonomischen Bedeutung der Pflänzlingen für die Landwirtschaft Erez-Israels, wandte gleich vom Beginn seiner Tätigkeit besondere Aufmerksamkeit der Entwicklung dieses Zweiges zu. Der Erfolg der in den Jahren 5682/5683 angelegten Pflanzungen, insbesondere der der Tafelt rauben, brachte es mit sich, daß die neuen Ansiedler, im Anfang mehr den Feldkulturen zugeneigt, jetzt mit Eifer ihre Pflanzungen zu erweitern beginnen. Während der Jahre 5684/85 ist eine bedeutende Entwicklung der Plantationen zu verzeichnen. Die Weingärten, der wichtigste Bestandteil der Pflanzungen in unseren Betrieben, enthalten Varietäten von Tafeltrauben, deren es nicht genug im Lande gibt, und die auch in den älteren Kolonien Judäas und Samariens nur schwach vertreten sind, da die meisten Weingärten der letzteren bekanntlich für Weinproduktion angelegt wurden. Gute Tafeltraubenvarietäten (Muskatsorten, Chasselas usw.) haben in Palästina selbst, wo die jüdische städtische Bevölkerung im Wachsen begriffen ist, recht schöne Aussichten, und dasselbe kann in bezug auf die ^Nachbarländer, insbesondere Aegypten, erwartet werden. Die von uns in die Betriebe eingeführten Tafeltraubensiorten bieten ferner den besonderen Vorteil, daß sie sich auch zur Bereitung von Rosinen eignen und so das Material für eine aussichtsvolle Industrie liefern werden. Während in unseren Betrieben im Jahre 5683 etwa 70 000 Stück Reben gepflanzt wurden, pflanzten wir im Jahre 5684 in 15 Siedlungspunkten 102 000 veredelte Reben und im Jahre 6685 in 18 Siedlungspunkten 135 000 veredelte Reben an. Die ersten im Jahre 5681 angepflanzten Weingärten begannen im Jahre 5684 zu tragen. Kirjath-Anavim verkaufte ihre Erstlingstrauben zu sehr guten Preisen in Jerusalem: En-Charod tat dasselbe in Haifa. In diesem Jahre Averden auch schon die Weingärten von Nahalal, Gewa und Daganiah Früchte tragen. Obstbäume, wie Aepfel-, Birnen-, Pflaumen-, Aprikosen-, Pfirsichbäume, sind in unserem Lande leider nur sehr wenig verbreitet. 191