Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Journal
- Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Volume
- XIV (1925)
- Date
- 1925-01-01
- Page
- Seite 28 (sequence 37)
- Language
- German
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ihre Bereitwilligkeit zur Mitarbeit erklärten, auch nachdem die Muselmanische Christliche Vereinigung beschlossen hatte, ihn zu boykottieren. Kurz nach der Gründung der Nationalpartei entstand in verschiedenen Teilen des Landes eine Bewegung zur Gründung einer Bauernpartei (Hizb Ul-Zurrah), deren eingestandene Ziele mehr wirtschaftlicher als politischer Natur waren. Diese Partei ist bisher keine ernste Kraft im Lande geworden, vielleicht deswegen, weil die finanziellen Mittel für eine Organisation fehlen, teilweise aber auch wegen der Opposition der Großgrundbesitzer (Effendis), welche in der bäuerlichen Bewegung den Kern einer Bestrebung für demokratischen Fortschritt sehen, der, wenn er sich durchsetzt, ihnen die Möglichkeit der Unterdrückung und Ausbeutung nehmen würde. Nichtsdestoweniger stellt diese bäuerliche BeAvegung ebenso wie die Bildung der Nationalpartei eine Anerkennung der Tatsache dar, daß die bloße Opposition gegen jeden fortschrittlichen Vorschlag, den eine mehr oder weniger wohlwollende Begierung macht, keineswegs den politischen Status der Bevölkerung zu heben geeignet ist. Die Muselmanische Christliche Gesellschaft ist durch die oben beschriebenen Bewegungen sehr geschwächt worden. Wenn sie ihre Stimme erhebt und Anspruch macht, im Namen der ganzen arabischen Bevölkerung zu sprechen, ist die öffentliche Meinung nicht länger mehr ein bloßes Echo, sondern im Gegenteil, die Nationalpartei antwortet mit einer obstruktiven Taktik gegenüber der Muselmanischen Christlichen Gesellschaft und im Hintergrunde, hinter den mehr im Vordergrund stehenden Figuren der wetteifernden politischen Parteien, erheben die Bauern ihre Stimme für progressive Beformen, geeignet, das Los des Landwirts zu bessern. Diese Entwicklung hat noch keine positiven politischen Besultate ergeben, aber es besteht eine Tendenz, welche auf ein geeinigtes arabisches Verlangen nach Teilnahme an der Administration gerichtet ist. Die Angelegenheit wurde bei einer Begegnung diskutiert, welche der Kolonialstaatssekretär einer arabischen Delegation am 21. April 1925 gewährte, in deren Verlauf Mr. Amery erklärte, daß ,,die britische Begierung bereit und willens ist, mit den Vertretern der arabischen Bevölkerung in Palästina zusammen zu arbeiten, aber die Begierung kann diese Zusammenarbeit nicht als eine ihr erwiesene Gunst betrachten". Es ist vorauszusehen, daß diese Frage, welche auch die der jüdischen Teilnahme an der Administration einschließt, in naher Zukunft zu positiven Besultaten führen wird, und dies ist eine Angelegenheit, in der der Kongreß seine Politik formulieren muß, welche der Exekutive als Richtschnur dienen kann. Regierungsgesetzgebung seit dem XIII. Kongreß. Die von der Regierung in den letzten zwei Jahren erlassenen Gesetze zerfallen in zwei Hauptteile. Erstens sind in der Organisation und Entwicklung des Gerichtswesens und der Gesetzgebung erhebliche Fortschritte zu verzeichnen; die von der türkischen Verwaltung hinterlassene Erbschaft war eine schwere Belastung des Gerichtswesens. Zweitens wurde der Versuch gemacht, die von der englischen Verwaltung in den letzten Jahren verfolgte wirtschaftliche Politik zu 28