Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Journal
- Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Volume
- XIV (1925)
- Date
- 1925-01-01
- Page
- Seite 27 (sequence 36)
- Language
- German
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B. Politische Arbeit in Palästina. Die Verwaltung unter konstitutionellem Gesichtspunkt und interne politische Vorgänge. Seit dem XIII. Kongreß ist sich die politische Lage in Palästina gleich geblieben. Im Verfolg derselben Politik, die schon die Bemühungen der Regierung zur Schaffung eines Gesetzgebenden Rates (Legislative Council) aus gewählten Vertretern zu Fall gebracht hatte, vereitelte die Muselmanische Christliche Vereinigimg (Jamiya Islamia Massihia) auch den zweiten von der Regierung im Sommer 1923 gemachten Vorschlag, der dahin ging, die früher bestehende Beratende Körperschaft (Advisory Council) auf der Grundlage von vom Oberkommissar vorzunehmenden Ernennungen wiederum ins Leben zu rufen. Der letzte von der Regierung gemachte Versuch, sich die Mitwirkung der Araber zu sichern, geschah in Form eines Angebotes, eine Arab Agency, deren Position der Jewish Agency analog, sein sollte, zu bilden. Jedoch auch dieser Vorschlag wurde von der Versammlung der arabischen Notabein, der er vom Oberkommissar am 11. Oktober 1923 vorgelegt wurde, schroff abgelehnt. Nachdem die britische Regierung von dieser Entschließung verständigt worden war, instruierte sie den Oberkommissar, daß „nachdem alle Vorschläge für eine innigere Verbindung der Araber mit der Administration abgelehnt worden waren, die Regierung Seiner Majestät keine andere Wahl hat, als die Verwaltung des Landes in Uebereinstimmung mit den übernommenen Verpflichtungen fortzuführen, auch nachdem sie auf die Hilfe, welche sie von der arabischen Bevölkerung zu erreichen gehofft hatte, verzichten muß". Dementsprechend wurde der Oberkommissar autorisiert, die Administration von Palästina mit Hilfe einer Beratenden Körperschaft aus Regierungsbeamten fortzuführen, und dieses System ist noch heute in Kraft. Unterdessen hatten die fortgeschrittenen Geister in der arabischen öffentlichen Meinung eingesehen, daß eine solche Stellungnahme ständiger Obstruktion gegen jeden von der Regierung gemachten Versuch, die Administration von Palästina in eine innigere Verbindung mit der arabischen Bevölkerung zu bringen, bloß das eine Resultat haben könne: die endlose Fortführung einer Administration ohne repräsentative Institutionen. Das wachsende Ueberhandnehmen dieser Ansicht führte im September 1923 zur Gründung einer offiziell „Arabische Nationalpartei" (Hizb Ularaby Ulwatany) genannten Gruppierung, welche auf die Initiative gemäßigter politischer Führer erfolgte. Das veröffentlichte Programm dieser Partei zeigte wenig Verbesserung gegenüber dem der Muselmanischen Christlichen Vereinigung in bezug auf die Stellung zum Zionismus, aber die neue Partei war bereit, von der Regierung alles anzunehmen, Avas in der Richtung zu einer verfassungsmäßigen Regierung zu erreichen war, immer in der Hoffnung, nach und nach mehr Zugeständnisse zu erlangen. Die Partei war zur Zeit, als der Plan einer Erneuerung der Beratenden Körperschaft schwebte, zu jung, um ihre Tendenz auf wirksame Kooperation geltend zu machen, aber trotzdem zeigte sich diese Tendenz mehr und mehr in der Tatsache, daß Mitglieder dieser Partei, die zu Mitgliedern des Rates ernannt wurden, 27