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Das jüdische Blatt · 1914-07-17 · 29 (17.7.1914) · p. Seite 8

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Journal
Das jüdische Blatt
Volume
V (1914)
Issue
29 (17.7.1914)
Date
1914-07-17
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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8 Das Mische Blatt. Nr. 29 Ich werde deshalb gern jede Unterstützung und den Einfluß, über die ich verfüge, aufwenden, um irgendeinen von einer verantwortlichen Organisation bei der britischen Regierung unternommenen Schritt zu fördern, den von Dr. Herzl ausgearbeiteten Plan oder irgendeinen abgeänderten ähnlichen, wie ihn die Erfahrung wünschenswert erscheinen läßt, wohlwollend zu berücksichtigen. Sie haben volle Ermächtigung, dies zu veröffentlichen, wenn Sie es wünschen. Ich empfehle mich ergebenst. * I. C h a m b e r l a i n. Amerika. Orthodoxe Verbände in den Vereinigten Staaten. Die beiden Ausschüsse der orthodoxen Gemeinden und der orthodoxen Rabbiner hielten am 15. Juni eine gemeinsame Sitzung in Neuyork in der Synagoge Kehillas Ieschurun ab. Rach längerer Beratung wurde zwischen beiden Verbänden vereinbart, einen gemeinsamen Ausschuß zu wählen. Präsident desselben ist Rabbiner Dr. Drachmann. Auch wurde beschlossen, nur mit solchen Organisationen zusammen zu arbeiten, die sich aus orthodoxen Juden zusammensetzen. Schon bei Gelegenheit der jüngsten Versammlung der Union der orthodoxen Organisationen in den Vereinigten Staaten hatte Rabbiner Meldola de Sola, Montreal, der auch Mitglied des eben gewählten Gemeinsamen Ausschusses ist, einen energischen Ausfall gegen den sogenannten Konservatismus gemacht. Seine Rede hat auch für außeramerikanische Verhältnisse Wert. Er sagte nämlich, so schroff auch die Grundsätze der Radikalen Reform der Orthodoxie gegenüberstehen, die Reform hat doch den Vorzug, daß sie offen Farbe bekennt; sie erklärt frei und offen ihre scharfe Gegensätzlichkeit zum überlieferten Judentum. Dagegen ist der Konservatismus nur ein Mäntelchen für die Reform in ihren ersten Anfängen. Er läßt zwar die orthodoxen überlieferten Anschauungen über die Bibel unberührt, aber er hat mit der Radi¬ Seeligmann Jude legt sein Handelsbuch vor, darin er ablieset, daß er Weinig nach vorher geschehener Bezahlung erst die 10 thlr. geliehen und dieser Weinig solche zum theil zur Bezahlung des Endres Burckhardt zu Westheim angewendet, indem Weinich selbiger Schuld wegen Excediert werden sollte. Bescheid. Im anderweitig vorgenommenen Verhör Seeligmanns Judens zu Haßfurth contra Georg Weinig wittwe, anjezo Hans Lutz Schmied Weib, wird dieser Bescheid ertheilt, daß weil Jude aus seinem Handelsbuche soviel erweiset, daß was '.'egen Stier, Kuh und Kalb vorgegangen, von einer anderen Schuld herrühret, er auch überdies bei seinem Judeneyd angelobet, daß auch hernachmals die reftierenden zehn thlr. bahr vorgeftrecket, deßwegen auch bei seinem Eid noch debitor verklagt, weil nun überdies Weinig dem Juden seinen Schein in Händen gelassen, welchen er billig, wenn er bezahlt hätte, allenfalls gerichtlich abfordern sollen, dieser und anderer Uhrsachen halber hat beklagten Lutzens Weib bei sächsisch-fürstlicher Frist von 2A Jahren den Juden zu befriedigen und ihres Mannes Handschrift zu lösen. Ihrem jetzigen Mann Hans Lutz, Schmied, aber wird bey 10 thlr. Strafe auferlegt, sich weder mit Worten, viel weniger mit Werken an dem Juden und den Seinigen zu vergreifen. Akt. K ö n i g s b e r g d. 11. Jan. 1692. Moses Jude zu Mecherieth bringet klagbar an, daß er mit Hanß Wagner zu Hompertshaufen eine richtige Berechnung auf 20 thlr. gehabt, nach deren er Jude mit Stubenrauchen in den taten Reform gemeinsam, daß er den überlieferten Charakter des Gottesdienstes zerstört und so die Avantgarde des Radikalismus wird. Die „Vereinigten Synagogen" unter Dr. Schechte'r sind für das überlieferte Judentum eine größere Gefahr als die Zentralkonferenz, die als Reformvereinigung allgemein bekannt ist. Der Verband der „Vereinigten Synagogen" (United Synagogues) umfaßt orthodoxe und konservative Gemeinden und verwischt so die wesentlichen Unterschiede, die zwischen diesen bestehen. Er hat die Tendenz, der Schrittmacher der gottesdienstlichen Neuerungen in orthodoxen Synagogen zu sein. Wie Amalek unseligen Andenkens, fällt er über die Müden und Schwachen her, über diejenigen, die sich zu müde und schwach fühlen für den unaufhörlichen, von dem Eintreten für das überlieferte Judentum geforderten Kampf, zu schwach, um den Verlockungen einer verweichlichten Sentimentalität zu widerstehen, welche unter einer sophistischen Berufung aus Brüderlichkeit und Freundschaft die Beharrlichkeit und Prinzipientreue untergraben. Paliistrrm. Archäologische Erforschung des vorisraelitischen Palästina. Die Erforschung des ältesten Palästina hat, wie in der.jüngsten Sitzung der englischen Palästina-Forschungs-Gesellschaft (Palestine Exploration Fund) mitgeteilt wurde, im vergangenen Jahre reiche Ergebnisse gezeitigt, die sich vor allem auf die Zeit der ersten Besiedlung Palästinas beziehen. Neue Einblicke in die eigenartige Zivilisation, die bereits vor dem Erscheinen der Israeliten in Palästina bestand, wurden gewonnen; es besteht kein Zweifel mehr, daß diese Ureinwohner des Heiligen Landes bereits über eine erstaunlich hochentwickelte Kultur verfügten. Die englische Palästina-Forschungs-Gesellschaft rüstet sich nun zu einer neuen großen Arbeit, die jedoch erst in Angriff genommen werden wird, wenn die nötigen Mittel zur völligen Durchführung des Planes gesichert sind. Es handelt sich dabei um die Ausgrabungen in der alten Philisterstadt A s k a l o n, wo nach allen bekannten losen Handel geraten, - hatte er auf Gutheißen des Herrn Praelaten zu Therres auf gedachten Stubenrauchens Schuld gezahlet und das übrige als 12 thlr. 12 Patzen aufs Fürstl. Ambt geliefert. Über dieses war ihm auf 14 thlr. zu Golling bei Andres Schleyer arrest geschlagen worden. Seind dem nun die Stubenrauchische Sache ausgangen, er Jude auch seine 20 thlr. bekommen, so hätte er noch das übrige zu fordern, als 1 thlr. 6 Patzen so er ihm Wagner an Schillingen und Groschen in seinem Haus zu Mecherieth geben und 3 Patzen sonach an der obigen Forderung bekanntlich zurückblieben. Summa 1 thlr. 9 Patzen bittet ihm darzu zu verhelfen. Hans Wagner, sächsischer Unterthan antwortet, er wüßte von angegebenen 1 thlr. 6 Batzen nichts, so wahr ihn Gott erschaffen, Jude forderte es ihm unrechtmäßig an, übrige 3 Patzen wollte er ihm willig geben, würde aber Jude es auf seinen Judeneyd nehmen, wollte er zum Abkommen der Sache es ihm nachgeben. Jude weigert sich den Judeneyd umb einer solchen geringen Forderung wegen zu thun, berufet sich darneben auf das Closter Therres Schreiben, darin sich solches finden würde, darin sich aber auf geschehnes Nachsuchen nichts gefunden. Bescheid. In Klagsache Moses Jude zu Mechenrieth contra Hanß Wagner zu Hompertshaufen in puncto schuldiger 24 Patzen wird dieser Bescheid ertheilt. Daß weile der 3 Patze wegen, welche über die 20 thlr. übergelaufen, er Wagner auch solche albereit auszahlen wolle, indem aber er solche nicht angenommen, beim Schulz zu Hompertshaufen deponiert, es damit seine Richtigkeit, die übri-

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