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Das jüdische Blatt · 1914-07-17 · 29 (17.7.1914) · p. Seite 7

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Journal
Das jüdische Blatt
Volume
V (1914)
Issue
29 (17.7.1914)
Date
1914-07-17
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 29. Das jüdische Klatt 7 von Birmingham, zu Herzl und zu den zionistischen Bestrebungen haben in der Londoner „Times" von seiten eines jüdischen Korrespondenten eine Würdigung gefunden, die das tiefe Interesse des verstorbenen großen Staatsmannes für das Judenleid klar hervortreten läßt. Nach dem Aufgeben des El-Arifch-Planes war Dr. Herzl auf der Suche nach einem Fleck Erde, wo wenigstens vorläufig ein Teil des jüdischen Volkes Zuflucht und Existenz finden konnte. Dieses Bestreben führte ihn Ende 1902 mit Chamberlain zusammen. Zwei große Menschen lernten sich bei dieser Gelegenheit kennen. Der Staatsmann bewunderte in dem Zionistenführer den begeisternden Idealismus, die Liebe zu seinem armen, bedrückten Volke, die sich bei ihm mit Einsicht in die Widerstände der Wirklichkeit paarten, und Herzl war überrascht, in dem genialen Staatsmann das große 'Gemüt anzutreffen, das ihn befähigte, Pläne zu würdigen, die jedem andern exzentrisch vorgekommen wären. So fühlten sich beide zueinander angezogen. Chamberlain bezeichnte einen Strich Landes in Britisch-Ostafrika, den die britische Regierung den Zionisten zur Kolonisation überlassen würde. Aber dieses Anerbieten der britischen Regierung ries die heftigsten Kämpfe im zionistischen Lager hervor. Die Kommission, die zur Erkundung des Gebiets nach Ostafrika geschickt wurde, kam mit einem abfälligen Urteil zurück, der 6. Kongreß verwarf das Projekt, ein Entschluß, der zur Sezession Zangwills führte. Es ehrt Chamberlain, daß er trotz der Ablehnung Vertretern des jüdischen Volkes feine Sympathie bewahrte und trotz der üblen Erfahrung erneut seine Bereitwilligkeit erklärte, der Verwirklichung des Planes die Unterstützung seines weitreichenden Einflusses zu leihen. Wie sehr er dabei von einem ernsten moralischen Gefühl' geleitet wurde, zeigt folgender von Highbury, Birmingham, unter dem 11. November 1905 an 5). Max Langermann, einen der Mitarbeiter Zangwills, gerichteter Brief. Er lautet: Ich möchte Ihnen den Empfang Ihres Briefes vom 10. November bestätigen und Sie meiner aufrichtigen und dauernden Sympathie für das in der letzten Zeit so sehr bedrängte jüdische Volk und meiner Bereitwilligkeit versichern, jede mir mögliche Unterstützung irgendeinem Plane zu gewähret!, der als ein praktisches Mittel erscheint, dieses von seinen Leiden zu erlösen. Als ich vor einigen Jahren, als ich noch Kolonialsekretär war, zuni ersten Male den verstorbenen Tr. Theodor Herz! sah, machte er auf mich einen tiefen Eindruck, nicht nur wegen seiner echten Begeisterung, sondern auch weil er in seinen! praktischen Sinn all die Schwierigkeiten, die auf seinem Wege lagen, und die Mittel, sie zu überwinden, erkannte. Seine Idee war, sich an das Nationalgefühl der Juden zu wenden und eine ausgedehnte Ansiedelung auf einen! ausreichenden Raum verfügbaren Landes hinter britischer Flagge zu organisieren, wo, mit Hilfe großer Kapitalien, die zur Verfügung jüdischer Organisationen sein niüßten, und unter dem Schutz großer, freier Gemeinwesen die jüdischen Bestrebungen in Erfüllung gebracht werden könnten, ohne ein Reich im Reiche zu schaffen, wo daher die der Tyrannei und Verfolgung Entronnenen die natürlichen Mittel einer britischen Kolonie zur Entfaltung bringen und eine Heimat für sich selbst finden konnten. - Diese Auffassung Dr. Herzls sagte mir sehr zu, da sie der erste vielversprechende Versuch war, ein Problem zu löse«, dessen Bestehen in seiner jetzigen Gestalt eine Schande und eine Gefahr für die europäische Kultur ist. Es betrübte mich, zu erfahren, daß der Bericht der zur Prüfung des von der britischen Regierung angebotenen Landes aus gesandten Kommission ungünstig ausgefallen war, und mehr noch, als ich von dem Entschluß des Baseler Kongresses, das Projekt fallen zu lassen, nach Dr. Herzls Tod Kenntnis erhielt. Jetzt verstehe ich, daß Sie und Ihre Freunde beschlossen haben, diese Bemühungen auf dem von Dr. Herzl eingeleiteten Wege wieder aufzunehmen, obgleich der Aufschub die Schwierigkeiten vermehrt hat; all das, was sich kürzlich ereignete, und besonders die schreckliche Verfolgung der Juden im Osten Europas, hat die Notwendigkeit verstärkt, sofortige Abhilfe gegen die bestehende Ordnung der Dinge zu schaffen, und hat die Verantwortlichkeit der christlichen Staaten in diesem Punkte vermehrt. Scheffel vor 1 thlr. 1 Ptz. und ihm thlr. darauf gegeben, nun hatte er seither den Hafer zu liefern verlangt, so wollte er den Kauf nicht halten, bittet ihn zur Lieferung anzuhalten. Beklagter Hanß Schamberger antwortet und gestehet, daß er in Zeit zum Juden kommen und dieser ihm 9 Patzen auf Hafer aufgeschwatzet, da er doch nicht gewußt, was er eigentlich im Stroh davon erlangen würde. Nun hätte er wenig erlanget und müßte Samen zurückbehalten, gestehet aber doch, daß er S'A Scheffel verkauft, indem er nicht gemeint, daß Jude viel an ihm suchen würde und sein Weib anfangs gewollt das aufgeschwatzte Geld ihm zeitig wieder zuzustellen, welches er ihm auch geben, solcher es aber nicht annehmen wollte. Bescheid. Weile Beklagten eigenen Geständnis nach er noch Hafer auszudreschen hat, so solle er entweder, was er noch übrig an Hafer ihm an schuldigen 3 thlr. geben oder zu seinem Besten ihm nebst dem Gelde noch 1 Metze Hafer reichen. . Beklagter erwählet das Letztere zu thun. Aktum eodem (20. Aug. 1691) Königsberg. Ingleichen klaget Seligmann Jude zu Haßfurt wieder Hans Lutz Schmied Weib, so sie bevor Georg Weinig gehabt, wegen geliehener 10 thlr. bahren Geldes, so vor 3 Jahren geschah und bittet, ihm wieder darzu zu verhelfen, praeducirt zugleich obligatio. Hans Lutz Schmieds Weib wendet hiebey ein, ihres erachtens wüßte sie nicht anders, als daß Jude vorher bezahlt worden.' Seligmann Jude gestehet, daß einmal vorher er, Weinig, ihm auf die 30 thlr. schuldig gewesen, auch durch eine Kuh von roter Farbe so sein gewesen und ein paar stück davon bekommen und dadurch bezahlt worden, allein nach dieser Bezahlung zu ihn! nach Haßfurth in seinen Kram kommen und anderweit 10 thlr. auf eine im Stalle habende Kuh zu Silbach geliehen und die Kuh zum Unterpfand mit sonderlicher Bedingung ihm vermöge in Händen habenden Scheines verschrieben. Bescheid. In streitiger Sache Seeligmann Judens contra Hans Lutz Schmied Weib, wird nach gepflogenem Verhör dieser Bescheid ertheilt, daß klagender Seeligmann aus seinen! Handelsbuch zu erweisen schuldig, wann selbiger die rote Kuh bestandsweise Weinich gegeben und wie lange er solche behalten, hiernach wann er ihm nachgehends die 10 thlr. auf die andere Kuh geliehen, darbey auch über 8 Tage die Frau Beklagte nebst ihrem Mann oder Schultheiß mit zugleich zu erscheinen angewiesen wird. Continuatio Protocolli. A. 20. Aug. 91. Erscheinet abermahls Jude Seeligmann zu Haßfurt wie Hanß Lutz Schmied wegen habender Forderung von 10 thlr., welche theils auf des Schulzens antrag, theils auf des Judens Beweis aus seinem Handelsbuche beruht.

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