Das jüdische Blatt
- Journal
- Das jüdische Blatt
- Volume
- V (1914)
- Issue
- 28 (10.7.1914)
- Date
- 1914-07-10
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 28. Da» sSdifchr Klatt 5 a) „Stand und Hebung des Thora st udiums in den verschiedenen Ländern der Diaspora" — Spezialreserate aus den einzelnen Ländern, b) Diskussion. Nachmittagssitzung: a) Fortsetzung der Diskussion, b) „Erez Iisroel" — General- und Spezialreferate, c) Diskussion. Freitag, 6. E l u l (28. A u g u st): Vormittagssitzung: Fortsetzung der Diskussion über die Erez Jisroel-Referate. Samstag, 7. Elul (29. August): Reden und Vorträge der auswärtigen Rabbinen in den verschiedenen Vereinen. Samstag, 7. Elul (29. A u g u st), abends 9 Uhr: Zwanglose Zusammenkunft der Delegierten und Gäste. Sonntag, 8. Elul (30. August): Vormittagssitzung: a) „D i e ökonomische Lage der Iudenhei t". — Spezialreferate aus den einzelnen Ländern, b) Diskussion. Nachmittags: Verschiedene Sonderveranstaltungen und Versammlungen von gesetzestreuen Vereinen und Verbänden. Abends: Volksversammlung. Montag, 9. Elul (31. August): Vormittagssitzung: Fortsetzung der Diskussion über die „Ökonomische Lage ' der Iudenheit". Nachmittagssitzung: a) Wahlen, b) Schlußansprachen. Dienstag, 10. Elul (1. September): Sitzungen der neugewählten Verwaltungsorgane und der Landesorganisationen. Aus dem Gang der Verhandlungen sich als notwendig erweisende Aenderungen in der Reihenfolge der einzelnen Punkte der Tagesordnung bleiben der Kenesijoh Vorbehalten. In Fulda hielt H. Rabbiner Dr. Klei n-Nürnberg einen Vortrag über die Aufgaben der „A. I." In Altona H. Rabbiner Dr. D u k e c z über „Was erwarten wir von der Kenessioh gedaulo", H. Oberrabbiner Dr. L e r n e r u. H. Julius Hollaender wurden als Delegierte gewählt. In Alsfeld wurde nach Vorträgen von Dr. H i r f ch f e l d - Gießen, Dr. Schlesinger- Marburg, Studiosus Leo D e u t s ch l a e n d e r - Berlin eine Ortsgruppe gegründet. In Luzern sprach H. G. Hoffmann, in C z e r n o w i tz konstituierte sich die Ortsgruppe unter dem Vorsitz von Rabbiner Dr. Rosenfeld als Präsidenten, in Lemberg fand am 5. u. 6. der Delegiertentag der galizischen Landesorganisation statt, der mehrere Resolutionen faßte, die der Kenessio Gedaulo zu unterbreiten sind. Auch in Zürich und Jerusalem fanden Versammlungen statt. Aus Bayern. Augsburg. Auf Einladung der israelitischen Kultusgemeinde Nördlingen hatten sich im Hotel Kaiserhof Vertreter der Gemeinden Nördlingen, Oettingen, Hainsfurth, Harburg, Memmingen, Fischbach, Kriegshaben, Altenstadt zusammengefunden, um über die Frage der Revision zu beraten. Sie faßten folgende Resolution: Die auf Einladung der israelitischen Kultusverwaltung Nördlingen in Augsburg versammelten Verwaltungsmitglieder aus nachfolgend angeführten Gemeinden (folgen die Gemeinden) erklären nach eingehender Debatte: 1. Die Verhältnisse der mittleren und kleineren Gemeinden lassen es als dringend notwendig erscheinen, daß der Gemeindezwang in seinem ganzen bisherigen Umfang aufrecht erhalten bleibt. Die Schaffung einer Austrittsmöglichkeit würde den Bestand dieser Gemeinden zerstören, denn bei der Möglichkeit, sich anderen Gemeinden anzuschließen, würde vieles, was heute friedlich und unparteiisch ausgeglichen wird, Anreiz zum Austritt geben, 2. Die Einführung der Verhältniswahl würde diese Gefahr erhöhen, sie würde zur Parteibildung anreizen und den Unfrieden in die Gemeinden tragen. 3. Eine Landeszentralkasse mühte die bisherige Selbständigkeit auch der kleinsten Gemeinden zerstören. Den wirklich notleidenden Gemeinden würde auch durch eine solche Kasse nichts geholfen werden können. Ganz abgesehen davon, daß gerade die Mitglieder der mittleren und kleineren Gemeinden schon jetzt sehr stark belastet sind, würde eine Zentralkassenverwaltung als finanzielle Oberbehörde die Etatsgebarung aller Gemeinden beeinflussen. 4. Wir erklären deshalb, obwohl vielleicht manches verbessert werden könnte, daß wir mit Rücksicht auf die oben geschilderten Entwicklungsmöglichkeiten die jetzigen Zustände noch für die relativ besten halten. 5. Die Versammlung hält es für notwendig, daß die Besserstellung, Alters- und Reliktenversorgung der jüdischen Gemeindebeamten ganz unabhängig von einer Revision des Iudenediktes angestrebt und alsbald in Angriff genommen werden. Von 18 Anwesenden stimmten: für Nr. 1 der Resolution 16, darunter 2 nur für ihre Person, 2 enthielten sich der Abstimmung, ebenso für Nr. 2; für Nr. 3 14 2 bei 2 Enthaltungen; für Nr. 4 13/3 bei 2 Enthaltungen; für Nr. 5 16 gegen 2 Enthaltungen. Ueber die interessante Debatte werden wir demnächst berichten. Nürnberg. Die Rabbi n er konferenz beschloß, an das Königl. Staatsministerium die Bitte zu richten, es ermöglichen zu wollen, daß auch die Verhältnisse der jüdischen Volksschule und ihres Lehrpersonals im Rahmen der allgemeinen schulgesetzlichen Bestimmungen geregelt werden. Ferner beschloß die Konferenz, einem Ersuchen der Gemeindeverwaltungsvertreter stattzugeben und mit denselben in gemeinsame Besprechung der aktuellen Fragen einzuwilligen unter Wahrung ihres prinzipiellen Standptinktes zu Ziffer 4 und 5 und ohne prinzipiell für die Revision unter allen Bedingungen einzutreten. Rußland. Jüdische Bauernkolonien. Eine von den weit verbreiteten irrtümlicher Vorstellungen vom Leben der Juden ist die, daß überhaupt die Juden nur vom Handel leben. Wie wenig dieser Glaube in Bezug auf die Juden in Rußland berechtigt ist, beweist die Statistik. Nach der Statistik üben kaum 40 vom Hundert den Handelsberuf aus; in einigen Gouvernements wie in dem Grodner, Minsker, Lomzer, Subolker sinkt diese Zahl sogar bis auf 32 vom Hundert. Die übrigen sind Handwerker. Ja, sogar Bauern und Gärtner findet man unter den Juden trotz der großen Schwierigkeitenn, die die Regierung den Juden bereitet, wenn sie Boden ankaufen oder pachten wollen. Nach der Gouvernementsstatistik des Jahres 1904 wurden im Jekaterinoslawer Bezirk 1223 jüdische