Das jüdische Blatt
- Journal
- Das jüdische Blatt
- Volume
- V (1914)
- Issue
- 27 (3.7.1914)
- Date
- 1914-07-03
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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10 Das jüdische Klatt. Nr. 27 und mögen der goldenen Hochzeit noch ungezählte goldene Tage des stillen, reinen Glückes folgen, so daß sich beide nach des Tages Mühen eines glücklichen, durch kein Wölkchen getrübten Abends freuen. Ad meoh w'esrime Schonoh! W. Bafel. Die Agudas-Ifroel-Jugendgruppe sowie der Schomre- Thora-Iünglingsverein Basel veranstalteten diesen Sonntag einen Tagesausflug nach einem der schönsten Teile des badischen Schwarzwaldes, dem herrlichen Wiesental. Bon der Agudas-Jsroel-Jugeudgruppe Freiburg, welche von den Basler Vereinen eingeladen wurde, hatten verschiedene Freiburger Agudisten, u. a. auch der Präsident der Freiburger Agudoh, Herr Max Weil, an dem Ausflug teilgenommen, welche von dem Ehrenpräsidenten des Basler Vereins, dem Herrn Rabbiner Dr. Cohn, aufs herzlichste empfangen wurden. Der Ausflug verlief aufs schönste und hinterließ bei allen Teilnehmern die besten Eindrücke. Reden wurden geschwungen, Lieder gesungen und fester der Bund der Gleichgesinnten geknüpft. Roch eine neue Prozentnorm in Rußland. An der städtischen Bibliothek von Nova Odessa wurde eine Prozentnorm für jüdische L.eser eingeführt, und alle Versuche, diese Maßregel wieder zu beseitigen, waren vergeblich. London. Bei dem jüngsten Empfangsabend der königlichen Familie wurde der Oberrabbiner von England, Dr. Hertz, bei Hof eingeführt. Der König unterhielt sich herzlich mit dem Oberrabbiner, der von Lionel de Rothschild vorgestellt wurde. — Die Bewegung für das Stimmrecht der Frauen bei den Wahlen in die jüdische Gemeindeverwaltung gewinnt immer mehr Boden. Obgleich die Vorstände dieser Bewegung feindlich gegenüberstehen, wurde das Gesuch der Frauen um Stimmrecht in Kultusangelegenheiten mit 6000 Unterschriften versehen. Saloniki. Ungefähr 120 der größten jüdischen Kaufleute aus Saloniki, die die Behandlung, welche ihnen die Griechen zuteil werden lassen, unerträglich finden, haben beschlossen, nach Sofia überzusiedeln. Sie haben zu diesem Zweck Agenten dorthin gesandt, die Geschäftshäuser und Wohnungen mieten sollen. Infolgedessen sind die Mieten in Sofia in den letzten Tagen erheblich gestiegen. Tunis. Bei Gelegenheit der Verheiratung zweier Söhne und eines Neffen hat der B e y von Tunis auch die Glückwünsche seiner jüdischen Untertanen entgegengenommen. 300 jüdische Notabeln, Vertreter der Gemeinden und Vereine, an ihrer Spitze der Oberrabbiner von Tunis und der Vorsitzende des rabbinischen Tribunals, die in Hofwagen abgeholt wurden, waren gekommen, dem Bey ihre Ergebenheit nebst Glückwünschen auszusprechen. Am Eingang des Sommerpalastes wurden sie von dem Vorsitzenden der Munizipalität von Tunis und zwei jüdischen Scheiks empfangen. Während der ganzen Dauer des Empfangs spielte die Hofkapelle. Auf einer prachtvoll mit Blumen verzierten Tafel waren allerlei Erfrischungen für die Gäste aufgestellt. Jerusalem. Der Kriegsminister der Türkei hat das Oberkommando von Damaskus angewiesen, die Rabbiner und die Schüler der Ieschiwaus nicht zur Erfüllung der Militärpflicht herauzuziehen. Diesen Befehl hat der Kommandant von Jerusalem den Oberrabbinern mitgeteilt. -^- Briefkasten. Th. A. B. Ein Schochet, der, allen Mahnungen zum Trotz, am Sabbat auf dem öffentlichen Markte Einkäufe macht, ist zu passeln. Der Rabbiner hat dies auszusprechen und die Verwaltung hat den Spruch auszuführen. Derartige Zustände sind vom religiösen Standpunkt aus unerträglich. Treue Abonnentin. Ganz recht. Viele. Juden und Jüdinnen, die sonst es mit ihrer Religion nicht leicht nehmen und die deshalb auf Koscher reflektieren, erlauben sich, allerhand Gebäck zu genießen, ohne zu fragen, ob es auch koscher hergestellt ist. Heutzutage muß man sogar bei gar mancher als Naturbutter gekauften Butter befürchten, sie ist mit Margarine gefälscht, so daß die daraus hergestellten Backwerke treife sind. Gebäck aus nichtjüdischen Konditoreien zu genießen, ist heute sicher jedem religiösen Juden streng verboten. Trotzdem gebrauchen jüdische Familien, die auf Koscher reflektieren, häufig solches religiös unerlaubtes Dessert, und auch jüdische Restaurants servieren solches Dessert bei jüdischen Festlichkeiten, und Leute, die zu Hause streng koscher haben, genießen es ohne weiteres, weil sie nicht glauben wollen, daß es treife ist. Auch mit Eis (Glace) haben Sie recht. Es wird heute bei jüdischen Festlichkeiten häufig nach der Mahlzeit Vanilleglace serviert, das zweifellos milchig ist und daher nach der fleischigen Mahlzeit nicht genossen werden darf. Ich kann Ihnen auch in dem Wunsche beistimmen, daß diese Selbsttäuschung unter aufrichtig religiösen Menschen nicht Vorkommen sollte. So Wochenkalender 1914 5674 Sabbat 4. Juli 10. Tamus Sonntag 5. „ 11. „ Montag 6. „ 12. „ Dienstag 7. „ 13. „ Mittwoch 8. „ 14. „ Donnerst. 9. „ 15. „ Freitag 10. „ 16. „ m ts npn Gebelszeilen. (Freitagabend) (Sabbatausgang) Nnsbach . . . . 7 U. 15 9 U. Basel . - -. 9 U. Fürth. 9 U. 20 Meh. 9 U. 10 Mülhausen. 9 U. 20 Nürnberg: Synagoge Essenweinstraße . . 7UJ0 9 U. 18 Strahburg: Synagoge Kleberstaden . . 9 U. 20 „ Kageneckerstraße . . 7 U. 3» 9 U. 20 Stuttgart. 9 U. 21 (Amtswoche: Bezirksrabb. Dr. Stößel, Kirchenrat.) Aamitieililachrichterr. (Mitteilungen für diese Rubrik werde« — kostenlos ausgenommen.)_ Geborene: Ein Sohn, Gabriel Gutmann (Stern), Feuchtwangen. — Ein Sohn, Leo Spiro-Barth, Zürich.