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Das jüdische Blatt · 1914-06-26 · 26 (26.6.1914) · p. Seite 9

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Journal
Das jüdische Blatt
Volume
V (1914)
Issue
26 (26.6.1914)
Date
1914-06-26
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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Nr. 26. Das jüdische Klatt 9 die Strafkammer bestätigte das Urteil, nahm aber dem Angeklagten die Pflicht zur Publikation des Urteils in verschiedenen Zeitungen ab, auf die das Schöffengericht erkannt hatte. Die Urteilsgründe lauten: Der Angeklagte hat Buttergebäck zum Verkauf gestellt. Schon der Name zeigt an, daß das Charakteristische dieses Gebäcks darin liegt, daß es mit Butter hergestellt sein soll. Er hat nun ein wirkliches Buttergebäck nicht geliefert, sondern ein Surrogat. Mag für die meisten Menschen der Unterschied nicht herauszufinden sein, so ist es doch minderwertig, was in dem Preisunterschied zwischen Butter und Margarine zum Ausdruck kommt. Der Angeklagte hat zwei verschiedene Sorten Buttergebäck hergestellt, eine mit einem Drittel Butter und zwei Dritteln Margarine, eine bessere Sorte für die Feiertage mit halb Butter und halb Margarine. Er hatte also selbst das Bewußtsein, das Gebäck zu verbessern, wenn er mehr Butter hineintut. Durch Einführung des minderwertigen Surrogats, der Mar- . garine, hat sich der Angeklagte einer Nahrungsmittelfälschung schuldig gemacht, für die er straffällig war. (Frkf. Ztg.) Posen. An Stelle des jüngst verstorbenen Herrn S. Silberberg ist in den Vorstand der Synagogengemeinde Herr Salo Gellert gewählt worden. Außer ihm gehört von den 7 Vorstandsmitgliedern der orthodoxen Richtung noch ein Herr an: H. Israel Friedländer, der Vorsitzende. — Der Amtsantritt Sr. Ehrwürden Herrn Rabbiner Tr. Feimann ist hinausgeschoben worden, da derselbe die auf zunächst 5 Jahre erfolgte Wahl in dieser Form nicht annahm. Es soll jetzt, wie man hört, seine definitive Anstellung in die Wege geleitet werden. Paris. Valabrtzgue, Kommandierender General des 3. Armeekorps, wurde zum Mitglied des hohen Kriegsrats ernannt. Bafel. An Stelle des leider allzufrüh verstorbenen Rabbiners A s ch k e n a s y hat die Verwaltung der „Jca" Herrn Dr. Chajim Lauer, z. Zt. am Rabbinerseminar in Berlin, zum Rabbiner ihrer Kolonien in Argentinien ernannt. Herr Dr. Lauer hat den äußerst ehrenvollen Ruf angenommen und wird uns schon in den nächsten Wochen verlassen. Wir können der Verwaltung der „Jca" zu dieser Wahl nur gratulieren. Herr Dr. Lauer stammt aus Ungarn und lernte lange Jahre auf der des Gaon R. Eliefer Deutsch in Bonyhad, dessen Lieblingsschüler er stets war und heute noch ist. (Siehe PHOT *HD DTO.)3 Später kam er mit reichen talmudischen Kenntnissen nach Deutschland und war mehrere Jahre Rabbinatsassistent bei Herrn Provinzialrabbiner Dr. Cohn in Fulda. In Basel war er Anfangs einige Jahre lang Lehrer des ppin 'HD&* Vereins und heute noch hängen seine Schüler mit vieler Liebe an ihm. Dann besuchte er zu seiner weiteren Ausbildung die oberen Klassen der Oberrealschule und die Universität. Sein Aufenthalt auf der Oberrealschule war eü &*Hp in des Wortes wahrster Bedeutung. Sein Examen bestand er mit Auszeichnung, auch erhielt er einen sehr ehrenvollen Preis. An der Universität studierte er Orientalia, Philosophie und Naturwissenschaften. Ungern sehen seine zahlreichen Freunde und Schüler ihn in die weite Ferne scheiden; wir hätten ihn gerne zurückgehalten mit den Worten des R. Josua -p ^3 pSn nnttl “TD So viele geistige Schätze besitzest du und du willst ilns zu Schiffe verlassen. Wir sind überzeugt, daß er durch sein charakterfestes und taktvolles Wesen, durch seine großen Kenntnisse auf religiösem und profanem Gebiete, durch seine aufrichtige, ungeheuchelte Religiosität sich auch jenseits des Ozeans bald die Sympathie und Wertschätzung aller erringen und in den seiner Seelsorge unterstellten Gemeinden rüVO1? wirken wird. Herr Dr. Lauer wird seinen Sitz in Buenos-Aires haben. Die Kolonien, deren Rabbiner er nunmehr wird, zählen ca. 25 000 jüdische Seelen. jAuch wir gratulieren dem Herrn Rabbiner Dr. Lauer zu seiner ehrenvollen Berufung nach Buenos-Aires und wünschen ihm, daß sein Streben, das aufs Ganze gerichtet ist, von reichem Erfolg gekrönt werde. Red.j Rom. Der berühmte Mische Politiker L. Luzatti, früherer Premierminister, der erst vor kurzem für die Rechte der rumänischen Juden so energisch im Corriere della Sera eingetreten ist, feierte dieser Tage seine goldene Hochzeit. Die angesehensten italienischen Zeitungen haben bei dieser Gelegenheit der aristokratischen Familie des Gefeierten große Artikel gewidmet. Luzattis Frau, Signora Amelia Levy, hat sich durch ihre Wohltätigkeit einen Namen gemacht. Auch ihre 90 jährige Mutter, Adele Levy della Vita, die sich an dem Feste beteiligte, ist in Italien populär. Sie gründete die ersten Fröbelschulen im Land und errichtete auf eigene Kosten mehrere wohltätige Anstalten. u Wochenkalender 1914 | 5674 Sabbat Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerst Freitag 27. Juni 28. „ 29. „ 30. „ 1. Juli 2. „ 3. „ 3. Tamus 4. „ 5. „ 6. „ 7- „ 8- „ 9. „ yb mp Gebetszeilen. (Freitagabend) (Sabbatausgang) Ansbach. . . 7 U. 15 9 11. 25 Bafel . - -. 9 U. 21 Fürth. . . 7 ll. 3» 9 U. 20 Meh.. 9 U. 10 Mülhausen. . ,. 7 u. 00 9 U. 20 Nürnberg: Synagoge Essenweinstraße . . 7 U. M 9 U. 20 Strahburg: Synagoge Kleberstaden . . . . 7 U. 00 9 U. 20 „ Kageneckerstraße . . 7 11.30 9 U. 30 Stuttgart. . . 7 U. 00 9 U. 24 (Amtswoche: Stadtrabb. Dr. Kroner, Kirchenrat.) Iiamikiennachrichlen. (Mitteilungen für diese Rubrik werden. — kostenlos ausgenommen.) _ Kar-Mizwoh: Simon, S. v. Moses Dreyfuß, Merzweiler.

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