Mannheim
Compact Memory

Das jüdische Blatt · 1914-06-12 · 24 (12.6.1914) · p. Seite 9

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das jüdische Blatt
Volume
V (1914)
Issue
24 (12.6.1914)
Date
1914-06-12
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/9052070-9097324-9053300--1244-9053309
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

Nr. 24. Das jüdische glatt 9 burtsland, das hierdurch vor allem die drei edeldenkenden Herren, dann aber auch all ihre Freunde und Bekannten, die sich an den Subskriptionen beteiligten, gaben. Es ist diese Förderung aber auch ein Ansporn für die Gewerbeschule, rüstig weiter zu schreiten auf dem Wege der sozialen und kulturellen Hebung unserer minderbemittelten Glaubensgenossen, eine Ermunterung, mit all ihr zu Gebote stehenden Kräften weiter zu arbeiten im Dienste der Allgemeinheit. Colmar. In der bekannten Sache der unter das Zentrumsstatut gesetzten Unterschrift hat die Staatsanwaltschaft auf Veranlassung von Herrn Manheim er eine Untersuchung gegen Unbekannt angeordnet. Maursmünsler. (Unlieb verspätet.) Am 25. Ijar wurde die sterbliche Hülle des Kaufmanns und Barbier Friedrich Lehma n n zu Grabe getragen. Er erreichte ein Alter von 76 Jahren. Er war bis zur letzten Stunde in seinem Berufe tätig, obwohl er in den letzten Wochen sich unwohl fühlte. Ein zahlreiches Leichengefolge legte Zeugnis davon ab, daß sich der Verstorbene die Liebe und Achtung bei allen ohne Unterschied der Konfession erworben hat. Der Verstorbene hinterläßt eine Witwe und drei versorgte Kinder. Ter Verlust ist für unsere Gemeinde um so größer, als deren Mitgliederzahl in den letzten Jahren immer mehr zurückging. älrulh. Dem Optikerlehrling Ren6 Müller, Sohn von Lazarus Müller, ist auf der zurzeit in Diedenhofen i. Lothr. stattsindenden Lehrlingsarbeiten-Ausstellung, veranstaltet von der Handwerkskammer für Elsaß-Lothringen, für seine ausgestellten Arbeiten, der 2. Preis zuerkannt worden. Ren6 Müller ist Lehrling beidem bekannten Optischen Institut S. Bloch in Straßburg und Zögling der Israelitischen Gewerbeschule. Wir gratulieren! Georgensgmünd. In Anwesenheit Sr. Ehrwürden des Herrn Distriktsrabbiners Dr. Mannes, Schwabach, Sr. Ehrwürden des Herrn Pfarrers Frank, hier, der verehr!. Gemeinde- und Ortsoertretung, des verehr!. Lehrerkollegiums und der Gesamtheit der Kultusgemeinde fand bei günstigem Wetter die Wiedereröffnung der renovierten Synagoge statt. In treffenden, gewählten Worten begrüßte Herr Kultusvorstand Heinrich Gern alle Festteilnehmer. Hierauf zog man mit den Thorarollen in das festlich geschmückte, hell erleuchtete Gotteshaus. Nach einigen Psalmen hielt Herr Dr. Mannes die Festrede. Ausgehend von dem Satze: „Ich freute mich, als man mir sagte, daß wir in Gottes Haus ziehen", sprach er über die drei Hauptstützen des Lebens: Gottesgesetz, Gottesdienst und Menschenliebe. Hierauf folgten: die Königspsalmen 21, 15, 72, das Königsgebet und die Königshymne in hebräischer Sprache. Lehrer Zeilberger dankte in bewegten Worten allen Spendern und schloß mit einem Segen für diese, wie für alle Festteilnehmer. Mit dem Schluhgesang „Jigdal" und folgendem Minchagebet endigte der Festakt. In der darauf folgenden gemütlichen Zusammenkunft im Saale der Brauerei Böhm begrüßte Herr Kaufmann Dachauer die werten Gäste mit sinnvoller, durch humoristische Beigaben illustrierter Rede und brachte den Toast auf S. M. König Ludwig III. aus. Se. Ehrwürden Herr Pfarrer Frank, hier, beglückwünschte im Namen der evangelischen Kirche zum neuen Gotteshaus, Se. Ehrwürden Herr Dr. Mannes gab der Freude über das löbliche Zusammenhalten in Georgensgmünd Ausdruck. Lehrer Zeilberger sprach nochmals allen Spendern mit Toast, den Dank aus, Herr Heinrich Gern toastete auf die Ortsgemeinde, die in sehr anerkennenswerter Weise 200 Ji Zuschuß zur Renovierung leistete, und Herr Gemeinde-Sekretär Brunner sprach über die konfessionelle Eintracht dahier. Karlsruhe. Herr Kantor Müller von hier ist ab 1. September d. I. als Kantor nach München gewählt worden. Herr Müller wirkte früher in Baden-Baden. Er verfügt über einen schönen Bariton und ist ein Schüler des Groß. Bad. Kammersängers Büttner von hier. Mannheim. Der Israelitische Studienverein veröffentlicht seinen Rechenschaftsbericht vom Jahre 1913. Leider ist angesichts des sozialen Zwecks des Vereins die Mitgliederzahl von 218 sehrgering zu nennen. So kommt es auch, daß der Vorstand auch dies Jahr wieder nicht alle Gesuche berücksichtigen konnte. An Mitgliederbeiträgen gingen 1750 Ji, an Geschenken 1800 JL ein, denen Ausgaben für Stipendien mit 1100 Ji gegenüberstanden. Erfreulich ist auch die Rückzahlung von 100 Ji für früher empfangene Beiträge seitens eines jetzt selbständigen Arztes. Das Gesamtvermögen des Vereins ist 36 000 Ji. . Möge die Bitte des Vorstandes nicht unerfüllt bleiben, weitere Kreise für die Zielö dieses Vereins zu gewinnen. Mannheim. Der jüdische Wandervogel „Blau-Weiß" hat nunmehr sein Sommerheim in Hemsbach a. d. Bergstraße bezogen. Jedem Juden oder Jüdin ist gegen eine kleine Gebühr das Uebernachten gestattet. Den ersten größeren Besuch erhielt das Heim neben einer Anzahl Mannheimer — einige Buben haben ihre Pfingstferien, zwei Erwachsene ihren Sommerurlaub daselbst zugebracht — von der Ortsgruppe Wiesbaden. Die großen Räum lichkeiten hat Herr Wollenberger von hier zur Verfügung gestellt, viele Mannheimer Firmen haben zur Ausmöblierung beigetragen, u. a. hat Herr Louis Meyer-Gerngroß alle Krüge, Geschirr usw. geschenkt. Im Anfang Juli findet eine feierliche Eröffnung größeren Stiles statt. Die Buben, sonntäglich zirka 50, wandern bereits in drei Gruppen, die Mädchen in einer vierten und die Erwachsenen in einer fünften. Es hat sich jetzt ein Eltern- und Freundesrat gebildet, der den Führern beratend zur Seite steht. Berlin. Prof. Hermann Cohen ist von seiner Vorlesungs reise aus Rußland zurückgekehrt. Seine Vorlesungen über „B e - g r ü n d u n g d e r E t h i k i m I u d e n t u m" unö über „Ethik und Religio n" und „Wissenschaft und Philosophie" haben in der Gesellschaft und in den Gelehrtenkreisen einen großen Erfolg gehabt. Er war in Petersburg und Moskau, in Riga, Wilna und Warschau. In Wilna war er am Sabbat in der Synagoge. Beim Verlassen der Synagoge bildete eine tausendköpfiges Publikum Spalier und begleitete ihn bis in fein Hotel. Auch die Jeschiwa in Wilna hat er besucht. Auf die Begrüßung des Rosch-Jeschiwa antwortete der Professor mit den Worten der Agada: Nach Zerstörung des Tempels ging ein Bas-Kaul heraus, das sagte: „Wehe den Kindern, die vom Tische des Vaters vertrieben, und wehe dem Vater, dessen Kinder vertrieben werden." Ihr aber, fuhr der Professor fort, solange ihr Thora lernet, weilt ihr am Tische Gottes! ' Bingen a. Rhein. Der Vorsitzende des hiesigen Synagogen rotes Herr Bankier Kommerzienrat Julius L a n da u , Seniorchef des Bankhauses I. Landau Söhne, und seine Gemahlin Frau Louise, geborene Schwabe begingen am Donnerstag das Fest ihrer silbernen Hochzeit. Herr Kommerzienrat Landau hat sich besonders um den Neubau der hiesigen Synagoge verdient gemacht. — c —- Köln. Die Synagoge auf der Deutschen W e r k b u n d - A u s st e l l u n g i n Köln. Die Abteilung „Kirchliche Kunst" in der Werkbund-Ausstellung bringt neben katholischen und protestantischen Kirchenräumen auch eine Synagoge, die dieser Tage eröffnet wurde. Der von dem Architekten Friedrich Adler, Lehrer an der Kunstgewerbeschule Hamburg, geschaffene, überaus weihevoll gestimmte Raum finbet die höchste Bewunderung aller Besucher und gewinnt für die neuzeitlichen

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.