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Das jüdische Blatt · 1914-06-05 · 23 (5.6.1914) · p. Seite 8

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Journal
Das jüdische Blatt
Volume
V (1914)
Issue
23 (5.6.1914)
Date
1914-06-05
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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8 Das jüdische Klatl Nr. 23 2. ZahlenriLlsel. Von Sigmund Jeselsohn, Volksschüler, Neckarbischofsheim, l 2 3456437684 Halbinsel Europas. — 2 3 9 10 1L 8 4 Fisch. — 3 12 13 3 1 6 3 König von Juda. - 4 6 14 8 9 Fluß in Afrika. — 5 3 4 Stadt in Palästina. — 6 4 5 15 1 Fluß in Indien. — 46314393 Weltberühmter Wasserfall. — 3 3 9 Fluß in der Schweiz. — 7816 1689 Ein Verwandtschaftsgrad. — 6 9 17 3 4 5 Insel Europas. — 8 15 17 8 Nachtvogel. — 4 3 12 2 8 4 Körperteil. — Erste Reihe gleich Anfangsbuchstaben der einzelnen Wörter. RätfeUösnrrgen ans Ue. 21. 1. Michael. 2. Abijam, Bansa, Irma, Jesaja, Adar, Manasse. Richtige RätseUösungen: OHu Rätsel: Paula u. 'Markus Cohn, Straßburg. — Fr. Berthe Goetfchel, Luzern. — Jacques, Laure u. Paul Blum, Quatzenheim. — Arnold Wolf, Sekundaner, Colmar. Zwei Rätsel: Cacilia u. Leopold Lehmann. Dauendorf. — I. Dikansky, Frankfurt a. M. (das zweite mit kleiner Unrichtigkeit). -- Geschäftliche Mitteilungen. Nützliches für die Küche. Wie reinigt man Aluminium? So angenehm die Anwendung von Aluminium-Kochgeschirren auch ist, so bietet doch die Frage ihrer sachgemäßen Reinigung vielen Hausfrauen noch Schwierigkeiten und ist Anlaß zu Aerger. Die scharfen Putzmittel, die bei harten Metallen (Kupfer, Messing, Emaille) durchaus am Platze sind, eignen sich ganz und gar nicht für Aluminium.' Denn eine Jnnenscheuerung mit derartigen Präparaten erzeugt mit der Zeit im Aluminium-Topf eine rauhe Wandung, was das Anbrennen der Speise verursacht, so daß das Geschirr zum Wegwerfen reif ist. Sand, Seifen, Drahtbürsten und andere hier und da auftauchende Mixturen erfüllen ebensowenig ihren Zweck, wenn sie auch anfangs — weil scharf — blitzblank scheuern. Nur Leon Hardts Spezial-Aluminiumputz sind für diese herrlichen Geschirre zu empfehlen, denn sie schonen die Kochtöpfe. Die Anwendung dieser Mittel ist die denkbar einfachste und sie sind zu haben für polierte, matte und geschliffene Aluminiumgeschirre. Man achte hierbei aus die echte Marke „Leonhardts Putz" mii dem Bild der Erfinderin! - — - - — Sprechsaal. (Für die in dieser Rubrik erscheinenden Artikel übernimmt die Redaktion keine Verantwortung.) An Herrn Hakotaun. Zunächst, geehrter Herr Hakotaun, wollen wir uns eines höflichen, von Gereiztheit freien Tones befleißigen, schon deswegen, damit nicht eine gewisse Stelle in Berlin, die selber ziemlich derb und kräftig spricht, sich über unser „alemannisches Gemütsleben" zu freuen Gelegenheit hat. Verband der Sabbatfreunde, Agudas und andere Vereinigungen haben fcheints wenig Gnade in Ihren Augen gefunden, aber ich halte sie für durchaus nötig und nützlich, denn sie sollen uns ja das Milieu schaffen, in welchem sabbathaltende, oder wenigstens sabbatkonzedierende Geschäfte und Geschäftsinhaber, aber auch sabbathaltende Gehilfen und Lehrlinge entstehen und gedeihen können. Diese Vereinigungen schaffen auch die Bedingungen für das Sabbathalten der Angestellten; ich erinnere Sie nur an den Verein zur Versicherung gegen Stellenlosigkeit, an die Stellenvermittelungszentrale, an die Tätigkeit der verschiedenen Vereinigungen in bezug auf 8 3 des Sonntagsruhegesetzes usw. Wenn Sie glauben, daß 'ich einseitig nur den Angestellten alles Böse und den Geschäftsinhabern alles Gute zutraue, dann find Sie gewaltig irre. Ich stehe da ganz auf Ihrem Standpunkte, den Sie mit vielem Temperamente vertreten, wünsche auch den Angestellten nicht allein Brot und Salz, sondern auch eine große Portion Huhn auf ihren Teller — einen Topf haben sie noch nicht, da sie meist ledig sind — und zwar nicht nur für Schabbos, sondern so oft sie es sich wünschen. Aber darin weiche ich von Ihnen ab, sie, die Stellensuchenden dürfen nicht warten, bis ihnen das Huhn gebraten vorgesetzt wird, sondern — ich wiederhole, sie müssen sich umtun, bis sie die richtige Stelle schabbosfrei finden und müssen in ihrer Stelle sich Mühe geben, etwas Richtiges zu lernen und zu leisten, dann behält sie ihr Chef bei, denn tüchtige Leute sind gesucht und geschätzt, und wenn er sie nach bestandener Lehrzeit schnöde fortschickt, nun dann blüht dem Fleißigen und Tüchtigen anderweit das Glück. Aber wer nicht selbst in sich das Zeug zur Tüchtigkeit hat, der muß eben hinten Platz nehmen, ob mit oder ohne Sabbat. Gewiß, der Sabbathaltende wird meistens nicht so leicht und so rasch eine Stelle finden wie der Sabbatschänder — die Stellen sind ja beschränkt an Zahl —, er muß eben die Konkurrenz durch erhöhte Leistungsfähigkeit aus dem Felde schlagen. Auch der Geschäftsinhaber, der nur fünf anstatt sechs oder sieben Tage arbeitet, muß in diesen Tagen nicht allein fünf Tagewerke, sondern sogar acht oder neun Tagewerke gegenüber seinem sabbatarbeitenden Konkurenten vollbringen. Weiter habe ich schon die Erfahrung gemacht, daß jene „bösen Chefs" orthodoxer Gesinnung nicht freiwillig Leute, die auf Sabbat nichts geben, beschäftigen, sondern weil eben sabbathaltende Bewerber nicht vorhanden oder nicht in so guten Eigenschaften zu haben waren. Daß -es in der Tat nicht an Stellen, sondern an Bewerbern fehlt, lesen Sie im „Sabbat", Aprilausgabe S. 14: Vakanzen waren gemeldet 522, Bewerber 451. — Auch darf der Bewerber, der Sabbat halten will, sich nicht darauf versteifen, in der Vaterstadt, in deren Bezirk oder in deren Provinz zu arbeiten, er muß hin, wo sich die Stelle ihm bietet, wenn er auch mehrere Schnellzugsstunden machen Muß, dorthin zu gelangen. Dann noch etwas, Herr Hakotaun. Mit der Erlangung einer sabbatfreien Stelle, ob in der Nähe oder in der Ferne, ob gut oder schlecht bezahlt, ist die Frömmigkeit des Lehrlings oder Gehilfen immer noch nicht gerettet. In den Lehrlings- und Gehilfenjahren tritt die Versuchung. und Verführung an die jungen Leute heran, nicht allein die Versuchung den Sabbat zu verletzen, sondern auch diejenige verbotener Speisen, verbotenen Umganges, die Versuchung Tephillo, Tephilin, Mizwaus usw. zu vernachlässigen. Deshalb habe ich recht, wenn ich verlange, daß das Elternhaus dem Sohne einen großen, großen Schatz an religiösen Kenntnissen und religiöser Gewöhnung und Festigung mitgebe. Auf den Stelleninhaber und Stellensucher kommt es da in erster Linie an und nicht auf den Stellenvergeber. Ich sehe in meiner Nachbarschaft täglich 8— -10 Lehrlinge in am Sabbat streng geschlossenen Geschäften tätig, aber kein einziger kommt Wochentags am Morgen zur Synagoge oder an dem langen freien Sabbat zu einem Schiur oder zu einer Lerngelegenheit, wiewohl ich sie schon oft gemahnt und heranzuziehen gesucht habe. Ich glaube sogar, sie nicht mit Unrecht im Verdacht haben zu dürfen, daß sie die Woche hindurch weder Tephillo noch Tephillin zur Hand nehmen, wiewohl ihre Chefs, bei denen sie wohnen, nichts dagegen haben, ja sogar sich sehr darüber freuen würden. Also der langen Rede kurzer Schluß: Lehrlinge und deren Erzieher müssen zuerst das Ihrige in Ertüchtigung und Gesetzestreue geleistet haben, dann finden sich auch die Stellen, allerdings nicht auf dem Präsentierteller, aber wohl wenn man sucht und sich umtut. Sie, Herr Hakotaun, kennen ja dle Perokim so gut: „Wenn jemand sagt, ich habe gesticht und nicht gefunden, glaube ihm nicht, wenn er aber sagt, ich habe gesucht und gesunden, dann glaube ihm." H a g o d a u l.

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