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Das jüdische Blatt · 1914-05-22 · 21 (22.5.1914) · p. Seite 5

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Journal
Das jüdische Blatt
Volume
V (1914)
Issue
21 (22.5.1914)
Date
1914-05-22
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 21. Da« jüdische Matt 5 ziehungswesen im heiligen Lande im Geiste des gesetzestreuen Judentums". Das einleitende Referat hielt Herr Dr. 2t u e rb a ch-Petach Tikwah mit einer Darstellung der kritischen Lage, in der sich die gesetzestreue Bevölkerung Palästinas in bezug auf die Jugenderziehung befindet, seitdem die europäischen Organisationen begonnen haben, in Palästina Schulen zu errichten, die nicht den religiösen Grundsätzen der Eltern entsprechen. Dadurch ist auf dem Gebiete der Jugenderziehung eine Verwilderung und eine Zwiespältigkeit eingetreten. Es werde großer Sorgfalt und zielbewußter, mühevoller Arbeit bedürfen, bis es gelingen wird, hierin Wandel zu schaffen und die Erziehung in die richtigen Bahnen zu lenken. Die Anfänge, die nach dieser Richtung hin in einzelnen Kolonien gemacht wurden, versprechen immerhin Erfolg. Als Korreferent sprach Herr I. M. Tukatzinski- Jerusalem über das Erziehungwesen in Jerusalem. Er schlägt vor, mit den Vorarbeiten zur Gründung einer Zentrale für Erziehungswesen in Palästina zu beginnen. Diese Zentrale soll alle Erziehungsanstalten, die im Geiste des überlieferten Judentums zu wirken berufen sind, sowie alle gesetzestreuen Lehrer des heiligen Landes umfassen. In regelmäßigen Zusammenkünften soll dann versucht werden, je nach den Bedürfnissen der einzelnen Städte und der Lehrziele, sorgfältige Unterrichtspläne auszuarbeiten. Von einem derartigen gemeinsamen Vorgehen verspricht sich der Referent eine wesentliche Besserung und eine günstigere Gestaltung des palästinensischen Kulturlebens. An diese beiden Referate knüpfte sich eine gründliche und teilweise sehr erregte Debatte, in der sowohl das Gemeinsame als auch das Divergierende der einzelnen palästinensischen kulturellen Interessensphären zum Ausdruck kamen. Nachdem die Frage nach allen Seiten hin erörtert worden war, wurde sie zur Beschlußfassung einer Kommission übergeben. Die Kommission teilte hierauf ihren Beschluß mit, wonach die gegenwärtige Lage der palästinensischen Jugenderziehung aufs dringendste eine Besserung erheischt. Da es jedoch dem Delegiertentage momentan an den Mitteln fehlt, um einen detaillierten einheitlichen Unterrichtsplan auszuarbeiten, lege die Versammlung der Leitung in Jerusalem, Jaffa, den Kolonien und den anderen palästinensischen Städten die Pflicht auf, im Sinne der dargelegten Grundsätze für die Hebung des Thorageistes in der Jugenderziehung zu wirken. Als zweiter Punkt gelangt der Bericht des Herrn Rabbiner Horwitz-Jerusalem zur Verhandlung über die vor einigen Monaten unternommene Expedition in die galiläischen Kolonien. Diese war aus hervorragenden Rabbinern und Laien aus den palästinensischen Städten und Kolonien zusammengesetzt und ihr Zweck war, in den Kolonien den religiösen Geist und das jüdische Pflichtleben zu stärken. Die Expedition fand in den meisten Kolonien bei Einzelnen den aufrichtigen Willen vor, im Geiste des Judentums ihr Leben einzurichten. Sie werden aber vielfach daran gehindert, weil die Erziehung meistens in den Händen solcher Lehrer liegt, die alles daran setzen, um gesetzesfremden Geist in den Kolonien heimisch zu machen. Die Expedition wurde von den meisten Kolonisten, zum Teil sogar von den landwirtschaftlichen Arbeitern, freundlichst ausgenommen und gewann die Ueberzeugung, daß es noch nicht zu spät sei, in den Kolonien den Geist des wahren Judentums aufblühen zu lassen und die fremden Einflüsse unwirksam zu machen. Aus den Kolonien selbst wurden hierzu eine Anzahl sehr beachtenswerter Mittel in Vorschlag gebracht. An erster Stelle sei es erforderlich, die Kenntnis des jüdischen Gesetzes durch geeignete Lehrkräfte zu mehren. Es wird beabsichtigt, eine Anzahl tüchtiger Jerusalemer jüngerer Gelehrten zur Niederlassung in den Kolonien zu veranlassen, um durch das Vorbild zu wirken. Die Expedition war von den Erfolgen ihrer Reise befriedigt. Die Versammlung nahm den Bericht zur Kenntnis und beschloß, solche Expeditionen in Zukunft in kürzeren Zwischenräumen nach den Kolonien zu entsenden. Hierauf gelangt der Vorschlag des Herrn Rabbiner Epstein-Jerusalem zur Errichtung einer Hochschule für die weitere Ausbildung solcher Schüler der Jerusalemer Jeschiwos, die sich als besonders befähigt erwiesen haben. Aus dieser Hochschule sollen dann hervorragende rabbinische Autoritäten hervorgehen, die sowohl in Palästina als auch außerhalb des Landes als Rabbiner, Dajanim, Lehrer usw. ein großes Wirkungsfeld finden würden. Der Vorschlag findet allgemeinen Beifall und es wird beschlossen, ihn der Hauptversammlung der Agudas Jisroel zu unterbreiten. Es wird hierauf beschlossen, die einleitenden Schritte zur Wahl der palästinensischen Delegierten für die Hauptversammlung zu tun. Bezüglich des Vorstandes des palästinensischen Gruppenverbandes wird beschlossen, daß er sich aus Delegierten der einzelnen palästinensischen Ortsgruppen zusammensetzen ‘ soll. Jerusalem entsendet drei, Jaffa und Petach Tikwah je zwei, und die übrigen Ortsgrupepn je einen Delegierten in die Leitung. Hierauf wird der Vorschlag zur Gründung einer L a n d - kaufgesellschaft m. b. H. und eines Auskunftsb u r e a u s für alle palästinensischen Angelegenheiten einer eingehenden Beratung unterzogen. Der Vorschlag findet allseitige Sympathie und es wird beschlossen, zur Ausführung dieser Pläne Kommissionen einzusetzen. In die Kommission für die Landkaufgesellschaft werden die Herren Lipschlitz, Cahn, Schachor und M. S. R a b, und in die des Auskunftsbureaus die Herren Dr. Auerbach und L i p s ch ü tz gewählt. In Angelegenheit der Gesellschaft „Esrog Hakascher", die sich zur Aufgabe stellt, palästinensische Esrogim unter zuverlässiger 2lufsicht zu verbreiten, wird beschlossen, der Organisationsleitung die Förderung dieses Unternehmens, das sowohl dem alten als auch dem neuen Jischuw zugute kommt, dringend zu empfehlen. Nach dem noch eine Reihe von Vorschlägen für die Ausgestaltung der palästinensischen Organisation zur Verhandlung gelangten und das Protokoll der Sitzungen verlesen wurde, ergriff Herr Rabbiner Horowitz das Wort zur Schlußrede Herr Rabbiner D i s k i n schließt hierauf den ersten Delegiertentag der Agadus Jisroel in Palästina mit Wünschen für weiteres gedeihliches Wirken für Thora und Israel. Aus aller Well. Deutschland. Berlin. Die Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums tritt am 3. Juni d. I. in Frankfurt a. M. zu einer Tagung zusammen. Die Verhandlungen beginnen morgens mit einer Sitzung des Ausschusses, der sich am Nachmittag die öffentliche Mitgliederversammlung an-

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