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Das jüdische Blatt · 1914-04-24 · 17 (24.4.1914) · p. Seite 6

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Journal
Das jüdische Blatt
Volume
V (1914)
Issue
17 (24.4.1914)
Date
1914-04-24
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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6 Das Mische Klatt. Nr. 17 § 3. Bulgarische Bürger, die seit dem 28. Juni 1913 die neue Dobrudscha bewohnen, werden rumänische Bürger. § 7. Rumänische Bürger in der neuen Dobrudscha genießen alle bürgerlichen und politischen Rechte, die von den rumänischen Gesetzen vorgesehen sind. § 8. Diejenigen Einwohner, die rumänische Bürger geworden sind, können Eigentum an Grund und Boden erwerben, jedoch nur in dem annektierten Gebiete. § 16. Die christliche orthodoxe Religion des rumänischen Staates ist auch in dem neuen Gebiete Staatsreligion. Die Gewissensfreiheit ist unbeschränkt. Die Freiheit der Religionsübung wird insofern anerkannt, als die äußeren Kundgebungen desselben den Gesetzen des Landes und der öffentlichen Ruhe nicht entsprechen. - Man sieht, in diesen Gesetzen ist nicht ausdrücklich ausgesprochen, daß auch die Juden der Dobrudscha Vollbürgerrechte genießen. Ein gewisser Argwohn und ein berechtigter Zweifel muß also für uns so lange Zurückbleiben, bis die rumänische Regierung sich unzweideutig darüber ausgesprochen hat. Serbien. Die Juden im neuen serbischen Gebiet. Der Großrabbiner von Serbien Dr. Alkaly ist von seiner Studienreise in den neuserbischen Gebieten nach Belgrad zurückgekehrt und hat über seine Erfahrungen der Regierung Bericht erstattet. Wie Dr. Alkaly einem Journalisten gegenüber erklärte, gibt es in Neuserbien ungefähr 20 000 Juden, von denen die meisten in Monastir, Uesküb, Jstip und Prischtina ansässig sind. Der Großrabbiner beabsichtigt, in diesen Städten Rabbiner zu ernennen, welche von der Regierung bezahlt werden sollen. In seinem der Regierung erstatteten Berichte schlug Dr. Alkaly für » die Juden in Serbien die Konsistorialversassung vor. Demnach soll!ein Zentralkonsistorium gewählt werden, welches jährlich einmal zu einer Vollversammlung zusammentreten und sich mit den Angelegenheiten der jüdischen Gemeinde von Serbien befassen und in steter Fühlung mit der Regierung bleiben soll. Dieser Vorschlag soll nun bereits die Genehmigung der serbischen Regierung erhalten haben. Dg Korrespondenzen. 11 - Glsafr-Lotlrvirraerr. - ölla Slraßburg. Seitens der drei Konsistorien von Elsaß-Lothringen wurde folgende Abschiedsadresse an Seine Exzellenz den Kaiserlichen Herrn Statthalter gerichtet: Exzellenz! Im Augenblick, wo zum allgemeinen Bedauern Ew. Exzellenz unser Land verlassen wollen, in dem Ew. Exzellenz so segensreich gewirkt haben, und wo ganz Elsaß-Lothringen sich anschickt, Ew. Exzellenz seine Huldigung darzubringen, ist es auch den Vertretern des Judentums ein Herzensbedürfnis, Ew. Exzellenz ihren ehrerbietigsten Dank auszusprechen für das wohlwollende Interesse und den Geist echter Toleranz, die Ew. Exzellenz unserem Kutlus und dessen Angelegenheiten stets entgegengebracht haben, sowie für die persönliche Liebenswürdigkeit, mit der Ew. Exzellenz uns bei allen Gelegenheiten stets Gehör geschenkt haben. Ew. Exzellenz und auch die Frau Gräfin von Wedel haben unsere zahlreichen Wohltätigkeitsanstalten stets durch großmütige Hilfe und verständnisvolles Interesse geehrt und gefördert; insbesondere sind unsere Armen bei keinem der zahlreichen unter der huldvollen Leitung der Frau Gräfin ins Leben gerufenen Veranstaltungen vergessen worden. Die zahlreichen Besuche, die Ew. Exzellenz mehreren unserer Anstalten und auch der Konsistorialsynagoge von Straßburg erstattet haben, sind unseren Glaubensgenossen zu Herzen gegangen. Daß daher die Juden Elsaß-Lothringens Ew. Exzellenz und der Frau Gräfin von Wedel stets in treuer Dankbarkeit und tiefster Verehrung gedenken werden, diese Versicherung erlauben sich im Namen aller ihrer Glaubensgenossen die drei Oberrabbiner und die Präsidenten der drei Konsistorien des Landes als gewählte Vertreter des Judentums Ew. Exzellenz mit dem aus innerstem Herzen kommenden Wunsche auszusprechen, daß Ew. Exzellenz und der Frau Gräfin von Wedel auch fernerhin das ungetrübteste Glück beschieden sein möge. Wir verbleiben in tiefster Ehrfurcht Ew. Exzellenz. Slraßburg. Aus unserem Leserkreise wurde uns geschrieben, daß für die im Militärlazarett in Straßburg während Pesach liegenden Soldaten nicht für Pesachkost gesorgt worden sei. Auf Anfrage bei der Verwaltungskommission der Israelitischen Gemeinde teilt uns der Herr Oberrabbiner mit, daß gewöhnlich die Direktion schriftlich mitteilt, wenn kranke Soldaten israelitischer Konfession im Lazarett sich befinden und daß die Soldaten selbst oder deren Eltern den Wunsch um Pesachkost ausdrücken. Weder von der einen noch von der andern Seite sei aber das Geringste mitgeteilt worden. Slraßburg. Am Montag, den 20. d. M. begann die Israelitische Gewerbeschule ihr Sommersemester mit der stattlichen Schülerzahl von 59 Knaben. Hierzu kommen noch als „Externe" 4 Gesellen, die eben ihre Lehrzeit beendet und in Straßburg Arbeit und Verdienst gefunden, und denen in der Gewerbeschule ein Vierteljahr unentgeltlich Beköstigung gewährt wird, um ihnen bei ihrem „ersten Schritt ins Leben" helfend zur Seite zu stehen. So weist die Institution, auf die wir unterelsässischen Israeliten mit berechtigtem Stolze blicken, zurzeit 6 3 Pfleglinge auf. Welch hohe Aufgabe die Israelitische Gewerbeschule zu Straßburg erfüllt, und welch reichen Segen sie allezeit verbreitet, ist hinlänglich bekannt! Es sei dieselbe aber auch der Mithilfe und der tatkräftigen Unterstützung der Allgemeinheit aufs beste empfohlen, damit das schöne Werk der Menschenliebe den immer größer werdenden Anforderungen einer zeitgemäßen Erziehung auch in Zukunft zu genügen imstande sei! Slraßburg. Der Tod hielt verflossene Woche reiche Ernte in unserer Gemeinde. In drei Familien kehrte statt Festesfreude tiefe Trauer ein. Das Hinscheiden dreier äußerst sympathischer Persönlichkeiten haben wir zu beklagen. Letzten Freitag um 10 Uhr vormittags wurde von der Synagoge (Kleberstaden) aus der treue und langjährige Kultusbeamte der israelitischen Gemeinde und des Konsistoriums Herr Isidor S ch n e r f zur letzten Ruhe geleitet. Eine mehrmonatliche Krankheit hat diesem edlen Leben ein frühzeitiges Ende gesetzt. Welcher Beliebtheit sich Herr Schnerf erfreute, davon legte das Leichenbegängnis beredtes Zeugnis ab. Die ganze Gemeinde erwies ihm die letzte Ehre. — Eine nicht weniger sympathische Persönlichkeit war Herr Maier Guggenheim, der im 51. Jahre nach kurzer, schwerer Krankheit, Mittwoch, den 15. d. Mts., verschied. Er war ein ruhiger, friedlicher Charakter, geliebt und geschätzt von jedem, der ihn kannte. — Am Freitag, den 7. Tag Jomtef, starb ganz unerwartet der ehemalige Gerichtsvollzieher Herr Josef Kahn. Er hat ein Alter von 66 Jahren erreicht. Er war eine stadtbekannte Persönlichkeit. Sein 'schweres Amt hat er mit viel Takt und Milde geführt. Herr Kahn hinterläßt

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