Das jüdische Blatt
- Journal
- Das jüdische Blatt
- Volume
- V (1914)
- Issue
- 13 (27.3.1914)
- Date
- 1914-03-27
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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10 Das jüdische Klatt. Nr. 13. dieser Enthüllung mürben den Bauern die Auslandspässe verweigert und in der ganzen Angelegenheit eine strenge Untersuchung eingeleitet. Micheröesprechung. Samson Raphael Hirsch von Oberrabbiner T. Tal. Verlag der Bibliothek des Jüd. Volksfreunds Köln. 5674. Preis 50 Pf. Samson Raphael Hirsch hat in diesem Vortrage, den der verstorbene Oberrabbiner T. Tal am 12. Kislew 5652 im Verein E^n -)ip£ in Arnheim gehalten hat und den dessen Sohn Justus Tal durch die Uebertragung ins Deutsche dem deutschlesenden Publikum erfreulicherweise zugänglich gemacht hat, Samson Raphael Hirsch hat in diesem Vortrage einen kongenialen Biographen gesunden. Die Behandlung des Gegenstandes und die Sprache sind unseres unvergessenen Führers würdig. Die Jugend und die Entwickelung des Meisters, die durch die Reform angerichteten Verheerungen, die wuchtige Wirksamkeit dieses modernen Kämpen für das überlieferte Judentum in Oldenburg, in Emden, in Nikolsburg, die Entfaltung seiner ganzen riesigen Kraft in Frankfurt a. M. wird uns in einem Stile und mit einer Gedankentiefe geschildert, die an Hirschs Art anklingt. Da ist alles voll lebendiger Kraft, eindringender Wahrheit, edler Begeisterung für diesen modernen Helden der Thora. Anschauliche Uebersichten wechseln mit interessanten Details; immer bleibt die Darstellung auf der Höhe geistiger Abgeklärtheit in ihrem farbensatten Reichtum des Ausdrucks, in ihrer Maßhaltung in Ton, in ihrer von Bewunderung geführten Vertiefung in dem von harmonischer Geschlossenheit umflossenen Geist und Willen Hirschs. In seiner ganzen Herrlichkeit tritt schließlich dieser Feuergeist vor die Seele des Lesers, Liebe und Begeisterung für das Judentum ausstrahlend, den Willen zur Nacheiferung beflügelnd, das empfängliche Herz mit sich fortreißend. Ihr Jünglinge und Jungfrauen, die ihr euch noch einen Funken alten jüdischen Geistes bewahrt habt, leset diesen Vortrag. Ihr werdet viel daraus lernen. Ihr werdet ihn nicht aus der Hand legen, ohne euch durch das ergreifende Bild des genialen Mannes geläutert, zur Pflege echt jüdischer Gesinnung, zur Vollbringung jüdischer Pflicht angespornt zu fühlen. Wie macht man sein Testament kostenlos f e l b ft? Unter besonderer Berücksichtigung des gegenseitigen Testaments unter Eheleuten gemeinverständlich dargestellt, erläutert und mit Musterbeispielen versehen von Richard Bürge r m e i st e r. L. Schwarz & Co., Gesetzverlag, Berlin S., Dresdenerstraße 80. Sprechsaal'. (Für die in dieser Rubrik erscheinenden Artikel übernimmt die Redaktion keine Verantwortung.) An den Herrn „Hakolaun". Hoffentlich werden Sie auch eine hochdeutsche Antwort auf Ihre elsässisch-jüdische Ausführung verstehen. Sie haben scheinbar ganz Recht, wenn Sie anstatt der vielen 'Bestrebungen und Vorträge innerhalb der deutschen Judenheit einer Fürsorge dafür das Wort reden, daß unserer Jugend Möglichkeit und Stellungen geschaffen werden, wo sie den Schabbos halten können. Aber auch mit Ihrem Anrufen der Frau Allgemeinheit oder des Herrn Niemand hat es dasselbe Bewenden wie mit dem, was Sie tadeln, d. h. es kommt nichts dabei heraus. Denn wir haben keine Zentralgewalt, welche den Leuten befehlen kann: schließet eure Geschäfte am Schabbos oder stellet wenigstens junge Leute an, denen ihr am Schabbos frei gebet, und zahlet ihnen gute Gehälter. Es würde auch eine Zentralgewalt gar nichts nützen. Bei der Zersplitterung, welche im ganzen Judentum herrscht, kann nur der Einzelne selber etwas für sich und die Seinen erwirken und zwar gibt es nur zwei Mittel: 1. Gute und eindringliche Erziehung und Gewöhnung zum Religiösen und 2. Regsamkeit und Tatkraft. Also zu Hause muß der junge Jude mit Willen und Standhaftigkeit zur Religion und ihren Forderungen und natürlich auch mit Wissen der Religion ausgerüstet werden. Das find Forderungen, deren Erfüllung der Familie obliegen und von denen sie nicht entbunden werden kann. 2. Regsam muß man sein, eine Stelle zu erhalten, welche Schabbos frei gibt — es gibt noch eine ganze Menge solcher — und tatkräftig muß man arbeiten, sich bemühen und weiter an sich arbeiten und sich fortbilden, dann kommt man auch trotz strenger Schabbosbeobachtung vorwärts. Aber ohne persönliche Religionstreue und geschäftliche Tüchtigkeit kann nichts Ersprießliches erfolgen, auch wenn eine Zentrale die Gelegenheiten noch so schön vorbereitet. Uebrigens haben wir ja eine Zentrale für Sabbatangelegenheiten: den „Verband der Sabbatfreunde". Man fördere ihn insbesondere im Elsaß, wo er noch wenig Ortsgruppen hat. Man fördere überhaupt das religiöse Leben, wo und wie man kann. Darin liegt meines Erachtens das Hauptübel, daß man in der jüdischen Allgemeinheit für das eigentlich Religiöse, für das Orthodoxe, für die Mizwaus so wenig übrig hat. Man kann viel leichter für Abwehr des Antisemitismus, für Kranken- und Alters- und Waisenhäuser Beiträge und Mitglieder erhalten, als für die „Sabbatfreunde", die Freie Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums, die Agudas-Jisroel, weil eben diese letzteren die positiven Religionserfordernisse, Sabbat, Tephilin, Mesusaus, Mikveh und Thoralernen usw. Schechita, Kaschrus besorgen. Und darin liegt der Fehler, daß man sich des eigentlich Jüdischen, der Mizwaus und der Thauroh schämt. Aber auch hierin kann ein Appell nicht an die Allgemeinheit, sondern nur immer an die einzelnen gerichtet werden: Liebe zur Thora, Liebe zu den Mizwaus!! Hagodaul. vnn mi) — snnn D Une bonne le^on. Bonne leyon pour les adeptes des »Richtlinien« que la haphtarah de ce sabbat! Afin de mienx pouvoir manger le judaisme ä la sauce evolutionniste, ces hardis Reformateurs nous expliquent en eff et gravement que nos Prophetes se sont efforces de perfectionner les conceptions trop primitives de la Torah de Moi'se, de substituer en particulier la priere, l’offrande des levres, aux antiques observances, au culte des sacrifices; et ils nous eitent, sans les comprendre, IsaTe (1,11), Jcremie (VI, 20; VII, 21—22), Osee (VI,6; IX, 4; XIV, 3), Arnos (IV, 4; V, 22). Mais ils ne nous eitent pas cette £Hnn HSiHEv vu lc prophete Ezechiel decrit avec un si profond respect les sacrifices et les offrandes du Temple nouveau, Temple des temps messianiques, dont il eut la divine vision » quatorze ans apres la ruine de la ville« (Chapitres XL ä XLVI d’Ezechiel). Ils ne eitent pas non plus cette magnifique haphtarah d’Isa'ie du ^HPi 5SW11 rQSSb flue nous aurions recitee ce samedi, s’il n’eut coincide avec la ncomenie de Ni^ane. Ecoutez-la: «Ce que j’aime a contempler,. c’est le chetif, c’est