Das jüdische Blatt
- Journal
- Das jüdische Blatt
- Volume
- V (1914)
- Issue
- 13 (27.3.1914)
- Date
- 1914-03-27
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 13. Das jüdische Matt. 11 « l’humble. d’esprit, qui craint raa parole. Qu’ils egorgent «un boeuf ou assassinent un hojnme; qu’ils immolent un «agneau ou assorament un chien; qu’ils offrent des ob- «lations ou le sang du pourceau; qu’il brulent l’emble- «matique encens ou adressent leurs hommages a une «Idole — Tun comme l’autre, ils se d eie et ent dans leurs « voies, leur ame se complait dans leurs turpitudes.» (Isai'e LXYI, 3). Ainsi le prophete fletrit les Israelites qui font le mal, sans s’inquieter de savoir si c’est au vrai Dien ou aux idoles qu’ils offrent leurs sacrifices et leur encens; et son apostrophe est un veritable hommage au culte mosa'ique sinccre. Un peu plus loin il mettra au me me plan 1'Israel ite idolatre et celui qui consomme des mets impurs (verset 17): «Ceux qui se font saints, qui se font purs pour le «culte des bosquets, qui se groupent autour d’une idole; «ceux qui se repaissent de la chair du porc, du reptile, «du mulot — ensemble ils periront, l’Eternel l'a dit!» Que pensent de cette assimilation nos modernes □'O'Dl enx qui ne veulent plus admettre le Kächer que comme une survivance respectable de temps perimes? „Gemeindeinstitutionen, welche auch nur eine Minderheit in der Gemeinde zur Befriedigung ihrer religiösen Bedürfnisse brauchen, sind unbedingt zu erholten." (Article XII des Richtlinien). Qu’eut dit Isai'e de leurs orgue^ et de leurs harmoniums (article XI, 5)? «Ainsi parle 1'Eternel: Le ciel c’est mon tröne; la terre, mon marchepied: quelle maison pourriez-vous me batir? En quelle enceinte assoiriez-Yous ma gloire?» (verset 1 de la meme haphtarah). En realite Isai'e s’eleve contre le sacrifice hypocrite, comme il s’eleve contre le jeiine hypocrite (LVIII, 3—7) et contre la priere hypocrite (I, 15). Jeremie, Osee et Arnos ont parle comme lui (voyez en partic'ulier Arnos Y, 23). Xos prophetes ne faisaient ainsi que commenter cette. forte parole de la Torali de Moise: "l'TlSs 'il DJ? rrnn «^ois integre dans tes rapports avec 1’Eternel ton Dieu.» (Deuteronome XYIII, 13). Comnd. A Lipman. Hedatjah. Bilder aus der jüdischen Vergangenheit von Caroline Deutsch. (Fortsetzung.) „Weib, mach mich nicht rasend;" schrie Jsmael außer sich und drückte ihren Arm, als ob er ihre Gelenke zerbrechen wollte. „Bin ich verloren, so will ich es fein, bis zu Ende sein. Was liegt an einer Menschenseele? Hat Gott diese wilden, bösen Triebe in mein Herz gelegt, so will ich sie ausnützen bis zum letzten Augenblick. Hat er das Böse so verführerisch geschaffen, daß es die Meisten zieht und reizt, am leichtesten Glück und Gelingen verschafft, und dadurch am meisten befriedigt, so will ich nur ihm folgen, ohne zu bedenken, was ich andern dadurch zufüge. Es heißt: Gott ist ein eifervoller Gott und er vernichtet die, die seinen Namen nicht anerkennen und seine Gebote übertreten. Meine Seele kennt nur die eine Regung: Ich; und ich vernichte auch alles, was mir hindernd in den Weg tritt." „Lästerer, wie weit verwirrt sich Deine Seele," sagte Zippora, „Gott war Gott, bevor noch Erde und Wasser erschaffen waren, und in Majestät zog er einher, und er braucht nicht die Staubgeborenen zu seiner Verherrlichung, und wenn er eifert, so ist es nur, damit die Erdensöhne nicht in Wahn und Nacht versunken seien, daß sie sich emporarbeiten zum Licht, zur Erkenntnis, und wenn er vernichtet und straft, so weih er im voraus das Ziel, so läßt er in seiner göttlichen Weisheit auf der andern Seite hundert- und tausendfaches Leben ersprießen, Heil und Segen quellen, Du hast nur den dumpfen Drang zu vernichten und zum eigenen Nutzen, Du hast keine Macht, gut zu machen, denn der Tod kann stündlich an Dich herantreten, das Leben, das Du gemordet, ersteht nicht wieder." „Das Leben, das ich gemordet, ersteht nicht wieder? wiederholte Jsmael langsam. Er sah vor sich nieder, sein Geist war bei der Mordszene. Er sah einen Mann mit List sein Opfer locken; indem er das reinste Gefühl, das Erbarmen, weckte. Er sah, wie sich der Getäuschte mitleidig über den Gesunkenen beugte, er sah aber alles, wie wenn er das gar nicht gewesen wäre, er sah, wie der Mann aufsprang, das Opfer an der Kehle faßte und das Messen schwang . . . Jsmael schrie auf . . . wollte er den Mord verhüten? Weg, weg! das Gesicht des Ermordeten ist gar so bleich, und der Mond scheint so gespenstisch darauf, und der Schrei, den er ausgestoßen, widerhallt jetzt so schauerlich in seiner eigenen Seele, wie die verzweifelte Stimme eines Lebendigbegrabenen in einem Gewölbe . . . Fort, fort! er will dies nicht sehen, er will dies nicht einmal empfinden. Er kann keinen Schmerz ertragen, konnte es nie und dieses Entsetzen gewiß nicht, das so plötzlich, er wußte selbst nicht, auf welche Stelle aus der Tiefe seines Herzens emporquoll. Er will nicht, er will nicht! Und sollten Himmel und Hölle dabei zugrunde gehen. Jsmael wischt sich den kalten Schweiß von der Stirne und verlangt mit heiserer Stimme nach seinem Pferde. „Jsmael erbarme Dich und laß mich, laß die armen Gefangenen frei, laß uns zurückkehren nach Mizpa, im Namen unsres Gottes beschwöre ich Dich, vermehre nicht noch Deine entsetzliche Schuld." „Nein, es ist zu spät, das Schicksal soll und muß sich erfüllen. Wenn ich als Statthalter über Euch herrsche, wenn Du mein bist, dann . . . dann . . ." es schien, als könne er das Wort nicht aussprechen, als widerstrebe es seiner stolzen, unbändigen Natur. „Dann will ich nach Gottes Geboten leben, will gut machen . . ." Er vollendete nicht. Hinter den Hügeln wird es lebendig, Pferdegewieher ertönte, Lärm und Geschrei und mit der Schnelligkeit der Windsbraut bricht Schar auf Schar gewappneter Reiter hervor und sprengt in die Reihen der erschrockenen Amoniter. -Der Erste, der Wütendste, ein junger Kriegsmann, dem vor Aufregung der Sudar vom Haupte gefallen war, daß fein schwarzes Haar im Winde flatterte, stürzt mit dem Rufe: „Rache für Gedaljah," mit geschwungenem Speer in den Haufen und „Rache für Gedaljah!" tönt es aus hundert und hundert Kehlen. Die Pfeile schwirren, die Speere sausen durch die Luft und das Geheul der Weiber und Kinder, das Geschrei der Männer, das Fluchen der Amoniter vereinigt sich damit zu einer herzerstarrenden Melodie. Während die amonitischen Krieger, vom Schrecken ergriffen, ihr Heil in der Flucht suchen, verfolgt von den Pfeilen und Wurfspießen der Anstürmer, hat der junge Führer nur ein Ziel; über Baumwurzeln, Gestrüpp und Kinderköpfe hinweg setzte er mit wahnsinniger Hast der Palme zu; ein kurzer Zwischenraum trennte ihn noch . . . „Jochanan!" ringt es sich von den Lippen einer Frau. „Jochanan?!" wiederholte eine gellende Männerstimme. Ein Eisen funkelte in der Luft, die Frau will entfliehen, der Mann hält sie fest; sie ringt mit ihm, indem sie sich an seine beiden Arme klammert . . . Jochanan sieht dies alles; er spannt seine Nerven zum Zer-