Das jüdische Blatt
- Journal
- Das jüdische Blatt
- Volume
- V (1914)
- Issue
- 11 (13.3.1914)
- Date
- 1914-03-13
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 11. Das Mische Matt. 5 line Levy, Lehrerin, Nordstraße, zu richten. Die Jeunes gens israolite und die Enfants de Sion werden durch Deklamationen usw. zur Verschönerung des Festes beitragen. — Anschließend an den Bericht bezüglich des Jubiläums unseres Oberrabbiners möchte ich noch erwähnen, daß ihm vom hiesigen Kultusvorstand im Namen der Gemeinde eine Statue, Dante", überreicht wurde. Bekanntlich ist derselbe der Verfasser der „göttlichen Komödie". Als Herr Weill vernommen, daß ihm die Statue „Dante" gegeben werde, soll er ausgerufen haben: „Will man denn auch mich in die Hölle stecken?" Hagenau. Herr Leon M o ch, Hopfenhändler, wurde als zweiter Vorsitzender des Bürgervereins gewählt. Da in diesem Vereine alle drei Konfessionen und alle politischen Parteien vertreten sind, ist diese Wahl sicher erwähnenswert. M. W. r Metz. Wegen des Neubaues der Synagoge wurde bei dem Bürgermeister, Dr. For4t, vorgesprochen. Derselbe steht dem Plane eines Neubaues sehr sympathisch gegenüber, in Anbetracht der traurigen Lage der jetzigen Synagoge. Der Herr Bürgermeister stellte einen Bauplatz im neuen Viertel, wo allmählich immer mehr Glaubensgenossen sich ansiedeln, und einen städtischen Zuschuß in Aussicht. Vor Pesach soll nun die Subskriptionsliste von den Herren des provisorischen Komitees in Umgang gesetzt werden. Eine Frage wäre hierbei von großer Wichtigkeit. Diejenigen, die das ganze Jahr über die Synagoge besuchen, würden sehr gerne auf eine Orgel verzichten (denn nur die Besucher am Rosch Haschono sind die größten Freunde der Orgel). So wäre es ein großes unsägliches Verdienst für die Gemeindeverwaltung, wenn in einen eo. Neubau keine Orgel hineinkäme, was von über der Hälfte der hiesigen Bevölkerung freudig begrüßt würde. Metz. Letzten Sonntagnachmittag fand hier im „Hotel du Nord" eine Besprechung statt, an der Herr Rabbiner Dr. Dreyfuß-Mörchingen, sowie mehrere Herren aus Metz, ForbaH, Freisdorf, Groß-Hettingen und Hayingen teilnahmen. Den Vorstand des Gruppenverbandes vertrat Herr Dr. B. Cohn-Straßburg. Es wurde nach längerer Beratung die Gründung einer „Lothringischen Bezirksgruppe der Agudas I i f r o e l" beschlossen. Die Herren M. Weil, Oberlehrer Levy und Breidlach aus Metz wurden in den provisorischen Vorstand gewählt. Eine größere Versammlung soll in 2—3 Monaten stattfinden. r Saarburg. Im hohen Alter starb letzte Woche Frau Frenkel, eine Eisches Chojil im wahren Sinne des Wortes, beliebt und geachtet von der ganzen Gemeinde. Herr Rabbiner Levy schilderte in trefflichen Worten das Leben der Verstorbenen. Surburg. Nach langem und schweren Leiden starb vorigen Sonntag abend'Herr Nathan Klein, unser langjähriger früherer Vorstand, im 78. Lebensjahre. Am Dienstag darauf fand die Beerdigung statt, zu der sehr viele Freunde des Verstorbenen herbeigekommen waren. Auch die nichtjüdische Bevölkerung war sehr stark vertreten, u. a. sah man den hiesigen Bürgermeister und Gemeinderatsmitglieder sowie den katholischen Hauptlehrer, was von der großen Achtung zeugt, die der Verstorbene genoß. Herr Rabbiner Dr. Lehmann aus Bischweiler in Vertretung seines verhinderten Kollegen gab hier sowohl wie auf dem Friedhofe in Hagenau in zu Herzen gehenden Worten dem Schmerze und dem Danke Ausdruck. Die israelitische Gemeinde verliert in ihm eines ihrer treuesten und besten Mitglieder. Möge der Allgütige der trauernden Familie, insbesondere der Gattin und dem kleinen Enkel, die ihren Gatten und Großvater in unermüdlicher und bewunderungswürdiger Aufopferung pflegten, seinen Trost spenden. Zabern. Eines der angesehensten Mitglieder unserer Gemeinde, Herr Gabriel Meyer, der Vater des Kreisarztes Dr. Meyer aus Saarburg und des Rabbiners Dr. Meyer aus Thann und Schwiegervater unseres Kantors Wolfs, ist nach kurzer Krankheit im Alter von 83 Jahren sanft verschieden. Er erfreute sich in unserer Stadt allgemeiner Sympathie. Im Leichenhause gaben die Rabbiner Dr. Staripolsky von hier und Rabbiner Dr. Dreyfuß aus Saargemünd in beredten Worten den Gefühlen des Schmerzes Ausdruck, welche die ganze Gemeinde über den herben Verlust dieses braven und frommen Ehrenmannes empfunden hat. Am Grabe rief ihm sein Sohn, der Rabbiner Dr. Meyer aus Thann, tief bewegt ein herzliches Lebewohl nach, wobei er im Namen der Familie versprach, sein Andenken stets in Ehren halten zu wollen. Kayerrr. Aus Anlerfranken. Die israel. Präparan den schule zu Burgpreppach versendet soeben ihren 38. Rechenschaftsbericht, dem diesmal ein längerer Vorbericht des Schulleiters, Herrn Distriktsrabbiners Dr. N. Cohn, vorausgeht. Die Schule, die im Berichtsjahre von 44 Schülern besucht wurde, hat durch das Hinscheiden ihres langjährigen Verwaltungsmitgliedes und Kassierers, Herrn M. G. Ullmann f. A., einen schweren, unersetzlichen Verlust erlitten, aber auch eine große Ehrung erfahren durch den Besuch des Regierungspräsidenten von Unterfranken, Herrn Staatsminister a. D. Dr. v. Brettreich, Exzellenz. Der Bericht zählt neben einem Stipendium des K. Staatsministeriums für einige unbemittelte Zöglinge viele Spenden von seiten wohltätiger Glaubensgenossen auf, sieht sich aber dennoch genötigt, namentlich wegen der gänzlich unzureichenden Mittel der Pensionskasse sich erneut mit einem Appell an die Oeffentlichkeit zu wenden, sie noch mehr als dies bis jetzt schon der Fall war, zu unterstützen, zumal wie die Verhältnisse nun einmal liegen, die Zöglinge der Lehrerbildungsanstalten gerade aus den geringbemittelten Kreisen kommen und dringend der Beihilfe bedürfen. Hier sehen wir übrigens an einem Beispiel, wie sehr es Pflicht der Agudas Jsroel ist, mit ihren in Deutschland gesammelten Geldern auch die Thoraanstalten in Deutschland zu unterstützen. Von besonderem Interesse ist die Mitteilung, daß seit dem vorigen Jahre den drei Präparandenklassen ein Vorkurs angegliedert ist, der im Frühjahr beginnend auf ein halbes Jahr berechnet ist, und einen Ausgleich dafür schaffen soll, daß die in der neuen Lehrordnung gestellten Mehrforderungen in den profanen Fächern nicht eine Minderung in der Ausbildung in den Religionsfächern zur Folge haben, die unter allen Umständen vermieden werden muß. Wir wünschen der wackeren Anstalt ein weiteres Fortschreiten zur Ehre der Thora und zum Segen des Judentums. Nürnberg. Am Sonntag, den 8. März, fand in den Sälen des Lehrerheims eine Versammlung des „Vereins für die Interessen des orthodoxen Judentums in Bayern" statt. Die beiden Vorsitzenden waren dienstlich verhindert. Infolge des Ablebens des Herren Rabbiners Dr. Goitein hj in Burgkunstadt war der erste Referent, Herr Rabbiner Dr. Stein-Schweinfurt, abgehalten, sein Referat persönlich zu halten. Herr Rabbiner Dr. Klein aus Nürnberg, der auch die Versammlung leitete, las es nach dem Manuskript vor, unter der ausdrücklichen Betonung derjenigen Punkte, zu welchen seine Meinung von der des Referenten abweicht, ganz besonders in bezug auf die Frage Austrittsgedanken — Trennungsmöglichkeit. Der Korreferent war Rechtsanwalt Dr. Feuchtwanger-München. Es bleibt alles beim alten. Die Zustimmung zur Zentralkasse wurde ausdrücklich an den Vorbehalt angeknüpft, daß derselben nie eine Oberbehörde angegliedert werden dürfe. Nur Herr Rabb. Dr. Breuer- Aschaffenburg und Kgl. Reallehrer Herr Dr. Brader waren die