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Das jüdische Blatt · 1914-02-27 · 9 (27.2.1914) · p. Seite 7

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Journal
Das jüdische Blatt
Volume
V (1914)
Issue
9 (27.2.1914)
Date
1914-02-27
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 9. Das jüdische KLatt. 7 nikum wird das Kuratorium in Beratung treten, welche Gegen-, stände nach der derzeitigen Entwicklung der hebräischen Sprache und der hebräischen Unterrichtsmittel der hebräischen Sprache überwiesen werden können. § 2. Bei Anstellung von Lehrern müssen sämtliche Mitglieder des Geschäftsführenden Ausschusses befragt werden. Die Entscheidung fällt mit Majorität. § 3. Ins Kuratorium werden statt der drei ausgeschiedenen Mitglieder drei andere Zionisten kooptiert, von denen zwei dem Geschäftsführenden Ausschuß angehören. Berlin. Der Deutsch-Israelitische Gemeindebund hat den Normalanstellungsvertrag für Gemeindebeamte und die Geschäftsordnung für Schiedsgerichte herausgegeben. Diese Schiedsgerichte sollen über Streitigkeiten entscheiden, die zwischen den Gemeindebeamten untereinander und den Gemeindebeamten und den Gemeinden ausbrechen. Da der Gemeindebund nur freiwillige Unterordnung unter die Bestimmungen verlangen kann, hängt der Erfolg dieses Versuches von den Gemeinden ab. Immerhin kann der Normalvertrag als Schema benutzt werden und feine Dienste leisten, was zu wünschen wäre. Aus der Agudas Jisroel-Vewegung. Berlin. Unsere am 25. Januar gegründete Iugendgruppe entwickelt sich vortrefflich. Die Zahl der Mitglieder ist täglich im Wachsen begriffen. Von dem ideellen Einfluß, der erfreulicherweise von der Agudoh ausgeht, legt der Umstand Zeugnis ab, daß die Leitung des mit uns kooperierenden „Montefiore"-Vereins auf Wunsch der Iugendgruppe neun unter bewährter Leitung stehende Schiurim neu eingerichtet hat. Sonntag den 15. Februar fand die erste Mitgliederversammlung statt, in der über die bisherige Entwicklung berichtet wurde. Neben verschiedenen Veranstaltungen wurde die Errichtung weiterer Schiurim in den westlichen Vororten in Aussicht genommen. Halberstadl. Die erfreulichen Fortschritte, die die Aguda-Bewegung in ganz Deutschland macht, veranlaßte den geschäftsführenden Vorstand des „Gruppenverbands der Agudas Jisroel in Deutschland", an sämtliche Mitglieder der deutschen Ortsgruppen ein Rundschreiben zu richten, worin aufgefordert wird, aus Anlaß des herannahenden Purim-Festes für die Agudas Jisroel zu spenden und an allen Orten Sammlungen zu veranstalten. Die Spenden sind entweder an den Vorstand der betr. Ortsgruppe oder mittels Zahlkarte an den „Gruppenverband der Agudas Jisroel in Deutschland" (Postscheck-Konto Nr. 18901) nach Halberstadt einzusenden. Die Spenden, die bis zum 1. Adar eingehen, werden in der deutschen Purim-Ausgabe des „haderech" veröffentlicht; später eingehende werden in der folgenden Nummer ausgewiesen. Der Gruppenverband regt ferner an, daß die Mitglieder und Freunde der Aguda bei Uebersendung der mJD die Begleitkarten oder Adressen mit Aguda-Marken bekleben. Halberstadl. In der gestrigen Mitglieder-Versammlung der Agudas-Jisroel-Ortsgruppe wurden drei Referate erstattet, 1. über die Tätigkeit des Gruppenverbandes, 2. über die Purim-Gabe, 3. über die hiesige Iugendgruppe. Bei dieser Gelegenheit wurden für den Organisationsfond weit über dreitausend Mark gezeichnet. Die Sammlung wird fortgesetzt. Galizien. Brody. Nachdem die Vorarbeiten zur Begründung einer Ortsgruppe der Agudas Jisroel dank der Energie des provisorischen Lokalkomitees und insbesondere dem bewundernswerten und hingebungsvollen Mitwirken des greisen Herrn Rabbiners Abraham Kluger erfolgreich zum Abschluß gebracht wurden, fand gestern im Saale der Kultusgemeinde unter großer Beteiligung von seiten der frommen Notabeln und der Mitglieder unserer Gemeinde die konstituierende Versammlung unserer Ortsgruppe statt. Die Eröffnungsrede hielt der ehrwürdige Stadtrabbiner, Herr M. Steinberg, Mitglied des „Rabbinischen Rats", der - Agudas Jisroel. hierauf referierte Herr Moses Schmelkes-Krakau über „Bedeutung und Notwendigkeit des Zusammenschlusses aller gesetzestreuen Juden der Welt" und Herr Dr. M. Munk-Lemberg in geistvoller Weise über die Bestrebungen der Agudas Jisroel. Die Reden fanden reichen Beifall und lösten bei den Zuhörern den Wunsch aus, an dem großen Werke tatkräftig mitzuarbeiten. Der Vorstand der Ortsgruppe besteht aus den bereits gemeldeten bisherigen Mitgliedern des provisorischen Lokalkomitees, in das noch Herr Kammerrat Jakob Fadenhecht kooptiert wurde. Schmerz. Bafel. Die Agudas Jisroel-Frauen- und Mädchengruppe hat für diesen Winter ihre Tätigkeit eingestellt. Sie darf mit dem Resultate ihrer Bemühungen zufrieden sein. An jedem zweiten Mittwoch fand eine Zusammenkunft im Saale des Logenheims statt. Die Besuchsziffer stieg stetig, von 23 Teilnehmerinnen bei der ersten Versammlung, auf 50—60 bei den letzten Zusammenkünften. Herr Rabbiner Dr. Cohn erläuterte in diesem Winter die Sabbatgesetze und beantwortete die aus der Mitte der Versammlung an ihn gestellten Fragen. An größeren Vorträgen haben wir zu verzeichnen einen Vortrag von Herrn Rabbiner Dr. Cohn über „den Ritualmord" und einen solchen von Herrn Dr. W. Ascher über „Gesundheit, Zucht und Judentum". Zu diesen Vorträgen waren über 200 Personen erschienen. Erwähnt sei auch, daß die beiden Baseler Delegierten am Frankfurter Iugendtag, die Herren Emil heymann und Hermann Cohn, uns mit einem Referat erfreuten, welche der Agudas-Jdee neue Freunde warb. Die ersten Schwierigkeiten sind nun überwunden, und wir hoffen im nächsten Winter unsere Bestrebungen zu immer größerer Blüte bringen zu können. Von unserem finanziellen Ueberschuß haben wir 50 Frs. der hiesigen Ortsgruppe überwiesen. — Da die deutschen Universitäten die russischen Studenten nicht mehr so leicht aufnehmen, ist die Zahl der aus Rußland stammenden jüdischen Studierenden in der Schweiz erheblich gestiegen. Unter ihnen befinden sich auch solche, allerdings nur in geringer Zahl, die in Leben und Gesinnung auf dem Boden unserer Thora stehen und für die Idee der Agudas Jisroel begeistert sind. Herrn cand. jur. Marcus Cohn ist es gelungen, einen Studentenverein „Iabne" zu gründen, der mehrmals zu mehrstündigem Gemoro-Schiur zusammen kommt. Herr Elijohu Botschka in Basel, früher Lehrer an der^i^^ in Nowogrudok, leitet den Schiur im hiesigen Bethamidrasckk an dem zirka 10 Studenten regelmäßig mit großem Eifer teilnehmen. Der neue Verein wird sich dem B. I. A. S. anschließen. Basel. Auf Einladung der Agudas-Jisroel-Frauen- und Mädchen-Gruppe hielt Herr Dr. M. Ascher-Neuchntel einen Vortrag über „Körperpflege, Zucht und Judentum". Es fand sich ein zahlreiches Publikum ein, so daß der Saal der Baselloge überfüllt war. Aus der Fülle seiner in der Praxis erprobten pädagogischen Erfahrung teilte der Redner kernige Lehren und lichtvolle Leitsätze mit zur Heranbildung einer an Körper und Geist gesunden, an den Thoraidealen der Väter festhaltenden Generation. Unter lebhaftem Beifall der Anwesenden dankte Frl. Friderike Dreyfus dem Redner für seinen schönen Vortrag. Spanien. Einflußreiche Kreise in Spanien geben sich, wie schon mehrfach berichtet wurde, Mühe, eine Einwanderung spaniolischer

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