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Das jüdische Blatt · 1914-02-20 · 8 (20.2.1914) · p. Seite 9

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Journal
Das jüdische Blatt
Volume
V (1914)
Issue
8 (20.2.1914)
Date
1914-02-20
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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Nr. 8. Das jüdische Statt. —. - ■ — - . / Beifall ausgenommen. Der Leiter des Festausschuss dankte den Delegationen für ihre Teilnahme am Feste. Die Versteigerung des Benschens brachte ca. 150 M ein, welcher Betrag an wohltätige Anstalten verteilt wird. Der Letzsteigerer des Benschens, Herr Reichner, beehrte damit Herrn Oberkantor Heymann, welcher dasselbe in gewohnter meisterhafter Weise vortrug. Darauf folgten einige Gesangsvorträge von Herrn Opernsänger Löb, welcher in packender Weise u. a. „Die beiden Grenadiere" zum Vortrag brachte. Spät in der Nacht trennte man sich, ein jeder den Wunsch mit nach Hause nehmend, den hundertsten Geburtstag ebenfalls wieder mitfeiern zu können. Straßburg. Der jüdische Turnverein, der nunmehr in das achte Jahr seines Bestehens eingetreten ist, unterhält gegenwärtig neben seinen bisherigen Veranstaltungen eine Fechtriege, eine Altherrenriege und zwei Damenriegen. Es ist somit jedem jungen Mann und jeder jungen Dame, die von der Notwendigkeit und Nützlichkeit des Turnens überzeugt sind, beste Gelegenheit geboten, sich turnerisch zu betätigen. Anmeldungen werden im Restaurant Blum und in der Konditorei Günzburger gern entgegengenommen. Slraßburg. Ein langjähriger Freund und Mitarbeiter auf dem Gebiete der jüdischen Jugenderziehung hat dieser Tage der Israelitischen Gewerbeschule zu Straßburg eine Zuwendung zuteil werden lassen, die nicht bloß eine Förderung der Anstalt im allgemeinen darstellt, sondern die gleichzeitig auch eine Anerkennung für gute Leistungen der Schüler und ein Ansporn zu tüchtigem Weiterschaffen und zu edlem Wettstreit unter den Zöglingen sein sollte. Der betreffende Herr, der nicht genannt sein will, hat eine Anzahl Geldpreise für die besten Klassenarbeiten im Fortbildungsunterricht gestiftet, die wie folgt zur Verteilung kamen: Klasse I. Thema: Die Kalkulation oder Kostenberechnung. 1. Preis Optikerlehrling Rene Müller aus Struth; 2. Preis Goldschmiedlehrling Ferdinand Ehrlich aus Herlisheim (U.-E.): 3. Preis Mechanikerlehrling Michel Cahn aus Lichtenau und Elektrotechnikerlehrling Lucien Wolf aus Ingweiler. — KlasseII. Thema: Vom Submissionswesen. 1. Preis Schneiderlehrling Myrtil Lion aus Saarwellingen; 2. Preis Goldschmiedlehrling Lucien Fuchs aus Straßburg und Mechanikerlehrling Lucien Dreyfuß aus Weiler; 3. Preis Elektrotechnikerlehrling Lucien Loeb aus Walk. — Den tüchtigen Schülern sei herzlichste Gratulation, dem Freunde der edlen Bestrebung aufrichtiger Dank ausgesprochen! Slratzburg. Am letzten Freitag starb im Alter von 34 Jahren der Enkel eines unserer ältesten Straßburger jüdischen Bürger, Guillaume Lehmann, Herr Charles Lehmann. Ein bescheidener, treuer Charakter erwarb demselben viele Freunde. Amerika, wo er sein Glück versucht hatte, mußte er, durch Familienangelegenheiten gezwungen, verlassen. Hier in Straßburg bei seiner Familie suchte er wieder Ruhe, die er leider zu schnell fand durch den erlösenden Tod, der ihn von schweren Leiden befreite. F. B. Slraßburg. Am letzten Mittwoch hielt H. Dr. Arthur Weil! einen Vortrag über das „Christusproblem im jüdischen Bilde". Wer schon Gelegenheit hatte, den Vortrag Dr. Weills über den Islam zu hören, war dessen gewiß, auch hier wieder einem überaus interessanten Vortrag lauschen zu können. Der Redner hat es verstanden, auch diesmal wieder feine Zuhörer durch präzise Wiedergabe stichhaltiger Argumente in die Materie zu versetzen und das Thema erschöpfend zu behandeln, so daß jeder sich freute, einen weiteren Vortrag von Herrn Dr. Weill in Aussicht zu haben. F. B. Slraßburg. Frau Gaston Levy aus Lille, eine Tochter des Herrn Samuel Weill, Bankier aus Hagenau, hier wohnhaft, erhielt die „Palmes academiques". Frau Levy steht an der Spitze mehrerer philanthropischer Werke und ist wegen ihres Wohltätig- 9 keitssinnes bekannt und beliebt in allen Kreisen der Liller Bevölkerung. Darr. Die Kantorstelle der hiesigen Gemeinde ist Herrn D. Schwab aus Bliesbrücken übertragen worden. Brumalh. In der am letzten Sonntag vom hiesigen Verein „Talmud Thora II" einberufenen ordentlichen Generalversammlung wurde Herr Benjamin Weill in Anbetracht seiner um den Verein erworbenen Verdienste, auf Vorschlag des Präsidenten, Herrn Moise Kling, zum Ehrenmitglied ernannt. Herr Weill versieht nämlich schon 25 Jahre ununterbrochen in uneigennütziger Weise das Amt eines Schriftführers und Kassierers, was der Präsident in seiner diesbezüglichen Ansprache gebührend hervorhob. Herr Weill dankte gebührend für die ihm zuteil gewordene Ehre. Vuchsweiler. Ueber die Beisetzung des von hier stammenden früheren Grand-Rabbin von Alger, Moise Weil, über dessen Tod wir hier an dieser Stelle nur kurz berichteten, schreiben die „Archives Jsraelites" aus Paris: Alger, le 30 janvier. M. MoTse Weil, ancien grand rabbin d’Alger, s’est eteint, le dimanche 25 janvier; ses obsöques ont eu lieu le lendemain ä 9 heures au milieu d’un immense Concours de population; plus de 4000 personncs ont suivi le convoi funebre; presque tous les magasins sont demeures fermes pendant Penterrement, la population israelite voulant ainsi rendre un eclatant hommage aux vertus de ce pieux et venerable rabbin. Etaient presents dans le tres long cortege: M. Simon Levy Yalensi, membre du Consistoire Central, delegue d’Alger et son President, M. le directeur du Talmud thora et le personnel de cette ecole, les corporations religieuses de la Communaute, les delegues des Societes philanthropiques et mutuelles. Le convoi, parti de la maison mortuaire s’est rendu directement au Grand Temple consistorial oii M. le Grand Rabbin d’Alger, M. Fridman, a prononce une emouvantc oraison funebre. Le cortege s’est ensuite dirigo vers le Temple Hara ou des prieres ont ete dites par le Corps rabbinique. Au cimetiere, une nouveile oraison funebre prononcee par M. le rabbin Hanoun au tombeau du celebre rabbin espagnol Barchichat; ce panegyrique fut ecoute avec une profonde emotion. La funebre ceremonie, commencee a 9 heures, prit fin ä 1 heure de l’apres-midi. Cette manifestation d’estime. et de regrets laissera un Souvenir inoubliable dans notre Communaute. Nous renouvelons a la famille eploree du defunt nos condoleances les plus attristees. Dauendorf. Letzten Sonntag erhielt unser Gemeindemitglied Herr Felix Lehmann vom Elsaß-Lothringischen Krieger- Landesoerband eine Auszeichnung als Anerkennung seiner Tätigkeit für die Stiftungen des Verbandes. Das Abzeichen besteht in einem goldenen Medaillon an schwarz-weiß-rotem Bande, nebst dazu gehörigem Patent von Sr. Exzellenz General der Kavallerie von Moßner. Wir gratulieren! Gebweiler. Nach langem Leiden ist hier Leon G r u m b a ch, jung, gestorben. Ein stiller Dulder, gefaßt in sein Schicksal und doch manchmal gegen dieses sich auflehnend, wie alle diese Kranke, ist er schließlich vom Tode erlöst worden. Noch kurz davor beklagte er — nicht sich, sondern seine alte Mutter, „für die es tief traurig sein müsse, dem Sohne ins Grab sehen zu müssen". Möge der Allmächtige ihr und seiner alleinstehenden jungen Witwe Trost spenden.

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