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Das jüdische Blatt · 1914-02-20 · 8 (20.2.1914) · p. Seite 6

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Journal
Das jüdische Blatt
Volume
V (1914)
Issue
8 (20.2.1914)
Date
1914-02-20
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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6 Nr. 8. Da» jüdische Klatt. sie. Ihre wunderbare Rettung ward schnell bekannt, und hat die Medicur gegen Nierenleiden alle erdenklichen Krankheiten geheilt. Wieder ein Beweis für Kants Macht des Gemütes, der schädlichen Einflüsse des Körpers Herr zu werden. Schon als Knabe wurde Landau von seinem Vater daran gewöhnt, die frühen Morgenstunden dem Studium zu widmen. Eine herrliche Bibliothek ist Zeuge seines geistigen Schaffens, während seine Nichte der Kunst in ihrem Atelier dient. Hermann Landau ist Meister der englischen Sprache. Seine Rednergabe, seine imponierende Persönlichkeit und das durchdringende, rastlose Geistestätigkeit verratende Feuer seines Blickes verleihen ihm eine dominierende Gebieterschaft bei allen Versammlungen und einen dauernden Eindruck auf alle diejenigen, die das Glück haben, mit ihm in Berührung zu kommen. Der Allmächtige, der uns selbst das Beispiel des wahren, edlen, uneigennützigen „Gemilus Chesed" zeigte, erhalte uns sein teures Leben noch viele Jahre — diesen Wunsch besiegeln Tausende mit Herz und Seele. Der Sheller. Lebe wohl, geliebtes Dörfchen, Heimatstätte meiner Jugend, Wälder, Felder, Gärten, Wiesen, Die uralte Synagoge, Und das graue Bes Hamidrosch Mit dem warmen Kachelofen. Tag und Nacht pflegt ich da weilen, Als das „Cheder" ich verlassen, Wo der Rabbi uns erklärte Bibel, Talmud und Midraschim; Die Geschichte unserer Väter, Was sie lehrten, wie sie litten. Auch du, alter, heil'ger Friedhof! Ruhestätte meiner Ahnen — Einfach, schmucklos wie ihr Leben, Das geweiht dem Dienst des Höchsten; Teure Stätten, lebet wohl! Eurer denk ich auf dem Wege, Wenn ich auszieh in die Fremde, In die kalte, öde, rauhe Wüste, unbekannte Welt. Von der großen Wasserwüste Von den Wogen, die mich feindlich In den Abgrund locken wollten, Kam ich in der Häuserwüste, In der Weltstadt „London" an. Graue Straßen, dunkler Himmel, Menschenmassen eilig rennend, Jeder nur mit sich beschäftigt, Kämpfend für sein täglich Brot. Ratlos stand ich da als Fremder, Meine Ohren hörten Worte, Laute, die sie nicht verstanden, Und kein Blick erbarmt sich mein. Lange irrt' ich so vergebens, Betend, harrend, weinend, hoffend, Bis ein Bruder mich erkennend In den Shelter führte ein. Sei gesegnet, edler Spender, Dessen Herz die Herzen rettet Jener, die sonst weltverlassen, Ratlos, hilflos untergeh'n. Deine Taten, sie sind Perlen Einer Krone, die da pranget Herrlicher als Goldgeschmeide, Ein un st erblich Diadem. . Jedes Leid, das du gelindert, Jeden Seufzer, den du stilltest, Ist ein Stein in dieser Krone Leuchtend in der dunklen Nacht. Mögst noch viele Jahre tragen, Krone edler Menschentaten, Tausend Brüder beten täglich: „Hermann Landau lebe hoch!" Michael.Levy. Schmerz. Kommission sür jüdische Stellenvermittlung in der Schweiz. Auf Veranlassung der Verwaltungskommission des „Vereins zur Förderung des gesetzestreuen Judentums in der Schweiz" fand am 1. Februar 1914 in Basel eine Sitzung der Kommission für jüdische Stellenvermittlung statt. Herr Rabbiner Dr. A. Cohn, der die Versammlung leitete, wies mit beredten Worten auf die Notwendigkeit einer solchen Institution hin. Diese Aufgabe ist schwierig, aber überaus wichtig und segensreich. Es bedarf der Einsetzung aller Kräfte, um erfolgreich wirken zu können. Es bedarf aber auch der Mithilfe aller in Frage kommenden Prinzipalschaft, die durch ihre Mitarbeit die Sache fördern helfen und uns mit Bekanntgeben der eintretenden Vakanzen unterstützen soll. Die Kommission wird mit bestem Wissen und Können für tüchtige Bewerber sorgen und sich zu diesem Zwecke mit der israelitischen Stellenvermittlungszentrale in Frankfurt a. M. in Verbindung setzen, um Hand in Hand mit ihr etwas Positives leisten zu können. Diese Stellenvermittlungszentrale in der Schweiz will einem längst gehegten Wunsche Nachkommen und überall helfend mitzuwirken suchen, wo jüdischen Handlungsgehilfen und Gehilfinnen usw. Stellen verschafft werden können und die an Schabbos und jüdischen Feiertagen von jeder Arbeit befreit sind. Die Vermittlung ist selbstredend für beide Teile kostenlos. Die zehngliedrige Kommission, mit dem Sitz in Luzern, bestellte ihren Vorstand aus den Herren Abraham Erlanger, Luzern, als Präsidenten, A. W. Rosenzweig, Zürich, als Kassierer und Louis' Braun, Luzern, als Sekretär. Die Kommission hofft bei Mitwirkung aller Interessenten für diese heilige Sache erfolgreich wirken zu können und bittet anmit alle Herren Prinzipale, bei eintretenden Vakanzen sich vertrauensvoll an das Sekretariat zu wenden, das zur jeden weiteren Auskunft gerne bereit ist. Briefe und Anfragen sind zu richten an das Sekretariat der Kommission für jüdische Stellenvermittlung in der Schweiz, Luzern, Frankenstraße 12. Rußland. TNoskau. Am 12. Februar starb in Paris der bekannte russische Philantrop und Finanzmann Geheimrat Lazar von P o l i a k o f f. Der Verblichene hat an dem kommerziellen, industriellen und wirtschaftlichen Aufschwung Rußlands einen großen Anteil. 1842 in Dubrowna (Mohilew) geboren, hat er Kraft seiner seltenen Energie und seiner unternehmungslustigen Schöpferkraft zusammen mit seinem Bruder eine Reihe von Eisenbahnen in Rußland gebaut. Auch im Bankgeschäft war er schöpferisch tätig. Ihm ist die Gründung einer Anzahl von Handelsbanken zu verdanken, auch hat er den Hypothekenkredit in Rußland eingeführt; die von ihm gegründete Agrarbank in Moskau ist eine der bekanntesten Banken Rußlands dieser Art geworden. Auch eine Reihe industrieller Unternehmungen hat er ins Leben gerufen, wie die Gesellschaft für Waldindustrie, die Gesellschaft für die Herstellung von Eisenbahnschwellen, Trambahngesellschaften usw. Ein ganz besonderes Verdienst erwarb er sich um die Herstellung und Entwicklung reger Beziehungen zwischen Rußland und Persien, er baute die Eisenbahn Eusali—

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