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Das jüdische Blatt · 1914-02-13 · 7 (13.2.1914) · p. Seite 9

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Journal
Das jüdische Blatt
Volume
V (1914)
Issue
7 (13.2.1914)
Date
1914-02-13
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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Nr. 7. Das jüdische Statt. Walk einen treuen Anhänger unserer'religiösen Ueberlieferungen. Außer dem Rabbiner sprachen im Trauerhause Worte des Trostes und der Würdigung der Bruder des Verstorbenen, Rabbiner Metzger aus Paris, und Herr Winter aus Walk im Namen der Gemeinde. Rosheim. Die Mitteilung aus der letzten Nummer ist dahin zu berichtigen, daß die Verstorbene nicht Wertheimer, sondern Frau Dina Dreyfus hieß. Sulz u. W. Am vergangenen Montag Nachmittag waren in . unserer Gemeinde zwei Beerdigungen £"3, wahrlich eine traurige Aufregung für eine ländliche Kehillo! Zuerst wurde die am Sabbat in Buchsweiler im Alter von 74 Jahren verstorbene Frau Elise Harburger, ihrem zu Lebzeiten geäußerten Wunsche entsprechend, hier bestattet, wo sie den größten Teil ihres Lebens verbracht hatte. Unmittelbar daran schloß sich die Bestattung des Herrn A l p h 0 n s e K l 0 tz. Am Sabbat Nacht war er plötzlich abberufen worden, nachdem er noch den Schabbos selbst glücklich in Haus und Synagoge gefeiert hatte. Der Rabbiner gab der allgemeinen Erschütterung unddem Schmerz Ausdruck über die Lücke, die der jähe Tod des erst 48jährigen Mannes, eines selten edeln Charakters, nicht nur in seiner Familie, sondern auch in der Gemeinde gerissen hat. Herr Simon aus Lambsheim schilderte als Geschäftsfreund in einem Nachruf die Rechtlichkeit des Verblichenen in Handel und Wandel. Sayerm. Fürth. Der im Jahre 1910 gegründete Hilfsverein „Tefchuoh", von dessen rastlosem und erfolgreichem Vorwärtsschreiten schon des öfteren hier berichtet wurde, hielt am 26. Januar 1914 seine dritte Generalversammlung. Der Verein besitzt heute ein Vermögen von 2357,95 di. Im verflossenen Jahre hat der Verein außer Unterstützungen in Krankheitsfällen (Arzt, Apotheke, Krankengeld) im Betrage von 165 di noch Darlehen im Betrage von 1385 cM ausgeliehen. Die in den beiden letzten Jahren ausgeliehenen Summen betrugen 1820 .ti, von diesen sind bereits 767 dl zurückgezahlt worden. Der Verein hat auch in diesem Jahre statutengemäß Streitigkeiten zwischen den einzelnen Mitgliedern geschlichtet und so in jeder Hinsicht Gutes geleistet. Nürnberg. Der letzte Donnerstag brachte uns einen außerordentlich glücklichen Vortragsabend. Herr Rabbiner Dr. Klein sprach in meisterhafter Darstellung über das Thema: Was bedeutet Samson Raphael Hirsch dem modernen Judentum? Der Vortrag wurde enthusiastisch von einem zahlreich erschienenen Publikum ausgenommen. Doch ist beides keine Ueberraschung, kennt man doch Herrn Dr. Klein überall bereits als einen vorzüglichen Hirsch-Interpreten. Wichtig daran ist die Tatsache, daß der Vortrag im Chevras Bachurim gehalten wurde, der sich durch denselben sicherlich neue Freunde geworben. Dieser Verein, der sich in der Tat alle Mühe gibt, seinen Aufgaben gerecht zu werden, hat im laufenden Winter schon schöne Erfolge erzielt. Seine Unterhaltungs-Freitagabende erfreuen sich steigender Beliebtheit, seine Sonntagswanderungen (eine neue Einführung) knüpfen ein freundschaftliches Band um alle Mitglieder, feine zahlreichen Schiurim sind gut besucht, und wenn gar noch die erwartende Purimfeier recht gut verläuft, dann kann der Chevras-Bachurim mit sich und seinen Vorständen zufrieden sein. -r- Nürnberg. Der Würzburger Verein läßt am 12. Februar durch Herrn Professor Dr. Piloty einen Vortrag über die Revision halten. Wir hätten es für richtiger gehalten, einmal über die religiösen Fragen, die bei dieser Materie eine, so wichtige Rolle spielen, eine öffentliche Aussprache zu veranstalten, losgelöst von allen anderen Momenten. Da nun vermutet wurde, daß dieses Ansinnen aussichtslos ist, ist der Zusammenschluß derjenigen Männer geplant, welche.— nicht bloß in der Revisionsfräge — stets und ausschließlich ohne persönliche Erwägungen für das Religiöse eintreten. Nürnberg. (Unlieb verspätet.) In Herrn Wolf Wienschenk haben wir einen Mann zu Grabe getragen, welcher sich allgemeiner Beliebtheit erfreute. Als langjähriger Kultusvorstand von Windsbach hat er stets dem Religionsgesttz und seinen Vertretern aufrichtige Achtung entgegengebracht und für Aufrechterhaltung der Gemeinde selbstlos Sorge getragen. Würzburg. Sonntag 1. Februar fand im Hotel „Glocke" eine Versammlung unserer Jugendgruppe statt, zu der sich ein zahlreiches Publikum einfand. Herr Lehrer Mannheimer-Dettelbach hielt einen sehr interessanten und durch den tiefen Einblick, den er in die jüdische Volkslseele gewährte, ungemein fesselnden Vortrag über „jüdische Sprichwörter und Redensarten" und fand großen Beifall. Hierauf berichteten die Delegierten der hiesigen Jugendgruppe, die Herren S. B. Bamberger und Lehramtskandidat Sohn, über den Verlauf und die Ergebnisse des Frankfurter Jugendtages und zeigten die Nutzanwendung, die die Würzburger Jugendgruppe daraus ziehen könne, um dem gesteckten hohen Ziele näher zu kommen. Zum Schlüsse widmete Herr Sohn dem unermüdlichen Leiter der hiesigen Jugendgruppe, Herrn Hermann Engel, innige Dankesworte. Herr Engel richtete sodann einen begeisterten Appell zur Mitarbeit an die Versammlung, und auch seine Worte fanden den gewünschten Widerhall. Preußen. Halberstadt. In der Agudas-Jugendgruppe sprach gestern Herr Dr. Hartwig Carlebach aus Leipzig über „Jehuda Halewi". Trotzdem dieses Thema hier schon mehrfach behandelt wurde, bot der ausgezeichnete Vortrag sehr viel des Neuen und Interessanten. Dem entsprach auch die Wirkung im vollbesetzten Saale und der reiche Beifall, der dem Redner gezollt wurde. . Süden. Mannheim. Die jüdisch-interessierten Kreise haben „anstrengende" Abende hinter sich. Die jüdische' Frauenvereinigung ließ in Verbindung mit der Caritas, der Damenverbindung in der bne bi1tl>-Loge, Frau Johanna Simon Friedberg aus Heidelberg über die Aufgaben der jüdischen Frau in der Gegenwart sprechen. Der Saal war gut besucht und es mag konstatiert werden, auch von mancher Dame, die sonst die jüdischen Vorträge nicht besucht: mag allerdings die Persönlichkeit der Rednerin mitgespielt haben. Jedenfalls entledigte sich die Rednerin in ihrer klaren Ausdrucksweise ihrer Aufgabe in vorzüglicher Weise. Auch der Kulturverein jüdischer Frauen in Palästina, für den die Vortragende besonders warm eintrat, dürfte manche neue Mitarbeiterin an diesem Abend gewonnen haben. Letzten Montag rezitierte im Verein für jüdische Geschichte und Literatur Fräulein Henny Weil aus Mainz; nur schade, daß die Besucherzahl so gering war; Frl. Weil versteht es, aus den Schönheiten der vergangenen Sachen alles hervorzuheben, wie wunderbar ergreifend z. B. die „Beruria" von ihr verstanden wurde. Aus der Bibel, der spanischen Blütezeit, und aus jungjüdischen Werken trug sie Ausgewähltes vor. Um so voller war der Vortrag am Abende darnach, zu dem die zionistische Ortsgruppe in den großen Saal des Kasinos eiugeladen hatte. Gerade war der Rücktritt von Dr. Nathan und James Simon aus dem Kuratorium des Techniiums bekalrnt geworden und durchlief mit Windeseile den Saal. Herr Julius Simon, Mitglied des engeren Aktionskomitees, referierte in ruhiger sachlicher Weise über den Sprachenstreit.

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