Das jüdische Blatt
- Journal
- Das jüdische Blatt
- Volume
- V (1914)
- Issue
- 7 (13.2.1914)
- Date
- 1914-02-13
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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8 Aas jüdische Kiatt Nr. 7. Die Frauenstation liegt im Mittelbau und Nordflügel und enthält in 1 Saal 4- 3 Zimmern 13 Betten, 1 Tagraum, 1 Teeküche und 2 Schwesternzimmer. Das Hilfspersonal wohnt im neu ausgebauten Dachstockwerk. Im Kellergeschoß befinden sich außer der Kesselanlage für die Heizung und die Wasserversorgung der entsprechende Kohlenraum, die Zentralkochküche mit ihren Nebenräumen und Varratskellern, sowie die Wäscherei mit Mangelraum und Bügelstube. Diese Uebersicht wird ohne Zweifel bewiesen haben, daß es sich um außerordentlich umfangreiche Arbeiten handelt. Der Verwaltungsrat war nicht in der Lage, an diesen Forderungen, die ein Mindestmaß dessen darstellen, was Aerzte und Architekten im Interesse des Gelingens unseres Unternehmens verlangen mußten, irgend welche Streichungen vorzunehmen. Die Gefahr wäre dabei nahe gelegen, daß eben nur etwas Unfertiges dabei zustande gekommen wäre. Er unterzog sich deshalb der mühevollen Arbeit, die für den Bau nötigen Mittel herbeizuschaffen, in dem Bewußtsein, unserm Krankenhaus hierdurch eine Stellung zu erringen, die es befähigte, mit an der Spitze der modernen Bestrebungen in der Krankenpflege zu marschieren, uuö die ihm Gelegenheit geben sollte, eine möglichst segensreiche Tätigkeit zu entfalten. Slrafzburg. Verein „T r ö ft e r der T r a u e r n d e n" (Menachem Awelmi). Laut Beschluß der letzten Generalversammlung findet am Sonntag, den 15. Februar, zu Ehren des 75 jährigen Jubiläums des Vereines im Restaurant Blum, Nuhbaumgasse, ein Festbankett statt. Dieser Verein ist einer der ältesten und bedeutendsten Straßburgs, zählt heute 223 Mitglieder. Allkirch. Unser Cercle, der sonst nur die Geselligkeit pflegt, hatte am letzten Sabbat Abend, nicht nur seine Mitglieder, sondern auch die ganze Gemeinde zu einem literarischen Abend geladen. Der Vortragende, Gymnasiallehrer Dr. Fohlen hatte zum Thema gewählt: Die jüdische Frau in Geschichte und Literatur. An der Hand eines reichen Materials, das von tiefer Sachkemltnis zeugte, zeichnet der Redner die Stellung der Frau als Mädchen, Gattin und Mutter in der Antike, im Christentum und Judentum. Mit gespannter Aufmerksamkeit lauschte das zahlreiche Auditorium den Ausführungen, die in einem warm empfundenen Appell an die weibliche Hörerschaft ausklangen, sich d§r Aufgaben stets bewußt zu bleiben, die das Judentum dem Weibe stellt. Eine' gemütliche Spielstunde hielt die Mitglieder' und Gäste noch eine gute Weile zusammen und gab der Veranstaltung einen gelungenen Abschluß. Barr. Am vergangenen Freitag wurde Frau Witwe L e v y geb. Cers unter großer Beteiligung hiesiger und auswärtiger Freunde zu Grabe getragen. Die Verstorbene — im nahen Ittersweiler geboren — war nach dem vor 12 Jahren erfolgten Ableben ihres Mannes von Buesweiler hierher verzogen, wohin sich eben ihre Tochter verheiratet hatte. Sie hat sich hier, wie in ihrer alten Heimat allgemeiner Wertschätzung und Sympathie erfreut. Im Alter von 73 Jahren ist sie von einem kurzen aber schmerzlichen Leiden durch den Tod erlöst worden. Ihr Andenken wird ein gesegnetes bleiben. Brumalh. Am letzten Samstag hielt hier Herr Professor Dr. D r e y f u s einen Vortrag über das sehr interessante Thema „die Krankheiten der Jude n". Trotz des an sich streng wissenschaftlichen Stoffes verstand es Herr Prof. Dreyfus, durch seine populären Ausführungen den Vortrag allgemein verständlich zu machen und erntete reichen Beifall für seine Worte. Auch Herr Mitglied Bloch, der als zweiter Redner des Abends über den zurzeit tobenden Sprachenkampf in Palästina referierte, weckte durch seine zu Herzen gehenden Ausführungen allgemein Interesse und Begeisterung für die jüdische Sache. Mit sichtlichem Danke an die Straßburger Herren und in voller Zufriedenheit über den I angenehm verbrachten Abend ging die zahlreich erschienene Zuhörerschaft erst nach 11 Uhr auseinander. Dörnach. Durch plötzlichen Tod verlor unsere Gemeinde Herrn Isaak Grumbacher. Erst wenige Jahre wohnte er bei uns, hat sich aber durch seine Leutseligkeit und Freundlichkeit so beliebt gemacht, daß unsere ganze Gemeinde den Schmerz der Familie teilt. Erstein. Die hiesige Synagoge, welche 1882 erbaut wurde, wird in allernächster Zeit vergrößert. Die jüdische Gemeinde hat sich seit Erbauung des Gotteshauses fast um das Dreifache vermehrt. Es find nur 38 Männerplätze vorhanden, diese sind nicht hinreichend für ca. 36 Familien. Der Vorstand hat nun zwecks Aufstellung eines Planes für einen Anbau mehrere Synagogen besichtigt. Nach Fertigstellung des Planes wird der Anbau sofort in Angriff genommen werden. X. Gerslheim. An Stelle des nach Bergheim berufenen Kantors, Herrn Falk, wurde Herr T a u ft e in aus Köln zum Vorbeter der hiesigen Gemeinde gewählt. X. Görsdorf. Unser langjähriger Baal Tefilloh Raphael Levy ist am Sonntag, im Alter von 65 Jahren, gestorben. So wird es unserer Kehillo noch schwerer werden als bisher, Minjan zu machen, da wir bis jetzt schon zur Aushilfe einen Mann aus Wörth kommen liehen. Hagenau. Probeweise fand der letzte Vereinsabend des I u g e n d b u n d e s am Freitag statt, weil einige Mitglieder vorgeschlagen hatten, etwas mehr Rücksicht auf die Geschäftstreibenden zu nehmen und ihnen zu ermöglichen, die interessanten Referate anhören zu können, zumal dieselben ihre Geschäfte am Samstag abend etwas spät schließen. Es hat sich herausgestellt, daß die Freitagabende sich noch besser dazu eignen und es wird dabei bleiben. Herr Lehrer Picard sprach über „Die Juden in Spanien", bzw. von der Jnquisitions- und Schreckenszeit. Eine kleine Diskussion schloß sich dem Vortrag an. Unter den zahlreichen Schülern des Gymnasiums, welche jeden Samstag nachmittag im Vereinslokal die wöchentlich erscheinenden jüdischen Zeitungen lesen, hat sich ein Ausschuß gebildet, welcher dahin wirken soll, kleine Vorträge und Vorlesungen unter sich zu veranstalten. Ein Vorstandsmitglied ■ des Jugendbundes wird jedesmal die Kontrolle führen und dafür sorgen, daß die Disziplin aufrecht erhalten bleibt. Diese Neuerung ist zu begrüßen und wird zur Nachahmung empfohlen. M. W. Ingweiler. Es sind jetzt 40 Jahre, daß Herr Henry Blum vou hier als junger Knabe in das hiesige Bankhaus Meyer frOres eingetreten ist, wo derselbe heute rroch als Bureauchef tätig ist. Sicherlich ein schönes Zeichen gegenseitigen Vertrauens zwischen der Firma Meyer frOres und ihrem verdienstvollen Beamten. Für vierzigjährige treue Amtstätigkeit wurde Herrn Henry Blum vom Kaiser das Ehrenzeichen verliehen. Bei dieser Gelegenheit sei noch erwähnt, daß der Bruder des Herrn Henry Blum, der ebenfalls von hier stammende Herr Marx Blum, Apotheker in Vesoul, durch Verleihung der palines acadojuiques ausgezeichnet worden ist. Mülhausen. Am 17. Februar, abends 8^ Uhr, findet im Hotel Central eine von dem Verein „Zion" veranstaltete Versannnlung statt. Herr Heinrich Maier wird über „Zionismus" und Herr Dr. Elias über den Sprachenstreit in Palästina referieren. Pfaffenhofen. Am Sonntag 8. Februar haben wir Simon M e tz g e r zu seiner letzten Ruhe geführt. Er wurde am Freitag, hochbetagt, in einem Nachbarorte, wo er seinen Geschäften nachging, vom Tode überrascht. In ihm verliert nicht nur die Familie I ihr treues Oberhaupt, sondern auch die Gemeinde Pfaffenhofen-