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Das jüdische Blatt · 1914-02-06 · 6 (6.2.1914) · p. Seite 8

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Journal
Das jüdische Blatt
Volume
V (1914)
Issue
6 (6.2.1914)
Date
1914-02-06
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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8 Da» jüdisch- Matt Nr. 6. die Vertreter der Agudah vor ihrer Abreise von Amerika nochmals bei uns begrüßen zu können, um das so schön begonnene Werk zum Abschluß zu bringen. Korrespondenzen. Msatz-Kothrirrgrn. Buchsweiler. Schon wieder hat der Tod eine Lücke in unsere Gemeinde gerissen. Am Montag 2. Februar haben wir Frau Karoline Harburger zu ihrer Ruhestätte geführt. Eine große Menge begleitete die Verstorbene zum Bahnhof, von wo die Ueberführung nach Sulz u. W. stattfand. Auch Herr Rabbiner Dr. Schwarz-Sulz u. W. hatte sich hier eingefunden, um schon von hier aus der Verstorbenen die letzte Ehre zu erweisen. In Sulz u. W. hatte sich am Bahnhof die ganze jüdische Gemeinde versammelt, um das Meis in ihre frühere Behausung in Sulz zu geleiten, wo Herr Rabbiner Dr. Schwarz tiefempfundene Worte des Trostes an die zurückbleibenden Kinder sprach. Von da aus folgte ein großer Zug bis auf den Friedhof. Zahlreich war auch die Beteiligung der christlichen Bürgerschaft. Die Verstorbene war seit der Rückkehr ihres Sohnes, des Herrn Konsul Armand Harburger, mit ihrem Manne, Elie Harburger, hierher übergesiedelt. Möge Gott die Familie über ihren schweren Verlust trösten. Colmar. Nächsten Samstag findet hier das 50 jährige Amtsjubiläum des hiesigen Oberrabbiners statt. Bei diesem Anlaß möchten wir darauf Hinweisen, daß gerade auch dieses Jahr der hundertste Geburtstag eines seiner Vorgänger, des seligen Herrn Oberrabbiners Schlomo Wolf Klein, fällt. Derselbe wurde geboren im Oktober 1814 in Bischheim. Diedenhofen. Zu Sonntag, 1. Februar, abends, hatte uns die jüd. Schuljugend Diedenhofens eine Einladung zu einem „Jungjüdischen Abend" gesandt, und freudig fanden sich viele im „Hotel Mehu" ein. Die Anregung war von Herrn Kantor Teitelmann- Königsmachern ausgeangen; er dankte in einer kurzen Ansprache für den unerwartet reichen Besuch ud erläuterte den Zweck und den Wert solcher Iugendveranstaltungen. Sekundaner Eduard Bing gab eine kurze Einführung in die neujüdische Literatur und eine Biographie der bedeutendsten Dichter. Dann folgten in bunter Reihe, teilweise ganz hervorragend gut vorgetragen, Musikstücke, sowie Gedichte und Novellen Bialiks, Rosenfelds, Schalom Aschs und Scholaum Aleichems u. a. m. Als Beschluß hielt Herr Teitelmann eine humoristisch gefärbte und humoristisch wirkende Rede, die donnernden Applaus hervorries. — Nach einer reizenden Kinderpolonaise wurde noch ein halb Stündchen getanzt; dann war — leider! — der schöne Abend zu Ende. — Es war des oben vermeldeten Judenkapellmeisters Chaim besagter Resul an der Blasmanie leidet. — Jetzt schert euch heim!" So hatten Gnaden drei Sündenböcke gefunden als Opfer für die unleidliche Affäre, daß Gnaden sich einem Juden gegenüber hatte verpflichten müssen. — Die drei Musikanten stiegen die hohe Treppe hinab, glücklich, so glimpflich der Höhle des Löwen entronnen zu sein; sie überschritten bedächtig den schlecht gepflasterten Marktplatz: Chaim, der Kapellmeister, mit den Fingern im Barte spielend; Jecheskel, der Flötist, mit elegisch auf die Seite hängendem Kopfe und verträumtem Lächeln; zwischen beiden, der Punkt zwischen zwei Linien, Resul, die Backen ungestört aufblasend, in der unbewußten Erwartung des Ellenbogenzeichens, das mahnte: nun noch dreimal, zweimal kürzer und einmal langezogen zum Schlüsse. das erstemal, daß wir in Diedenhofen ein Fest dieser Art hatten, aber wir werden es wiederholen! Die Kinder, die mit Begeisterung für die Veranstaltung gearbeitet hatten, erziehen wir, indem wir sie durch die Bekanntschaft mit den herrlichen Schöpfungen unserer großen modernen Dichter langsam zu den Höhen des Menschen- und Judentums hinführen, zu bewußten stolzen Gliedern ihres Volkes! So sind solche Abende von hohem erzieherischem Werte für die jüdische Jugend, und wir begrüßen den ersten Keim eines frisch aufquellenden jüdischen Lebens!" B. B. Aorbach. Die in unserer Gemeinde letzten Sonntag abend in unserer herrlich geschmückten Synagoge abgehaltene Kaisergeburtstagsseier verdient deshalb besonders erwähnt zu werden, weil an ihr nicht nur unsere Glaubensgenossen, sondern auch eine sehr große Anzahl Andersgläubiger, darunter die Spitzen der Zivil- und Militärbehörden, teilnahmen. Wir erwähnen u. a. Kreisdirektor Frhr. v. Woellwarth, Garnisonkommando nebst Kollegium, Bürgermeister Stieb nebst Stadtrat, Oberrealschuldirektor Dr. Horst 'nebst Kollegium, Kreisschulinspektor Vulhop, Frl. Kautz, Vorsteherin der städt. höheren Mädchenschule nebst Kollegium, die Vertreter der Presse usw. Eingeleitet wurde die Feier durch das Absingen des Mah Towu und einiger Psalmen von einem vierstimmigen Chor. Sodann bestieg unser Kultusbeamter, Herr Kauffmcmn, die Kanzel, um in schwungvoller Rede dem Volke ans Herz zu legen, daß die Steuern und Lasten, welche der Staat seinen Bewohnern auferlegt, nur eine Gegenleistung sind für das, was er ihm bietet. Jeder Vers seiner Rede hatte einen tiefen Sinn und wurde von allen Zuhörern, insbesondere von den Behörden mit großer Begeisterung ausgenommen. Den Schluß der Feier bildeten sodann das Ausheben der Thorarolle, das Gebet für den Landesvater, sowie die Rezitation der üblichen Psalmen. Noch nie fanden in unserer Gemeinde solche erhebende Feiern statt, die so eindrucksvoll auf alle Teilnehmer, besonders aber auf die vielen Andersgläubigen wirkte. Hagenau. Der israelitische Jugendbund hat für den Monat Februar folgendes Programm aufgestellt. Freitag den 6. Februar: Vortrag über „Die Juden in Spanien"; Referent: Herr Lehrer B. Picard. Montag den 16. Februar, im oberen Saale des Krokodils: Lichtbildervortrag, veranstaltet durch die „Gesellschaft für die Geschichte der Israeliten in Elsaß-Lothringen"; eine Wanderung durch die jüdischen Altertümer in Elsaß-Lothringen; Referent: Herr Dr. Ginsburger, Gebweiler. Freitag den 20. Februar: Dortrag über „Die Juden im Mittelalter"; Referent: Realschüler Georges Levy. Freitag den 27. Februar: Diskussionsabend; Thema „Die Berufswahl unserer Söhne"; Diskussionsleiter Herr Lehrer Picard. M. \Y. Hagenau. Am Dienstag morgen starb ganz plötzlich Frau Leon W e i l l geb. Oury, nachdem sie am Abend vorher noch an dem Festmahle teilgenommen, das sie der Familie bei Gelegenheit der bürgerlichen Trauung ihrer jüngsten Tochter gegeben. In einem echt jüdischen Hause ausgewachsen, war die Verstorbene bestrebt, auch in ihrem Hause jüdischen Geist zu verbreiten. Die religiöse Eheschließung ihrer Tochter, auf die sie sich so sehr gefreut, sollte nächsten Montag stattsinden. Die ganze Gemeinde nimmt vollen Anteil an der so schwer geprüften Familie. M. W. Aleh. Am Sonntag Abend hatte das engere Komitee zum Synagogenneubau seine erste Versammlung. Anwesend waren die Herren Lambert, Konstant Levy, Heineberg, L. Moise, H. David, K. Hochschild, Klotz, Freund, Apotheker Bloch, Lucien Levy, Levy, Augustinerstr. Die anderen Herren hatten sich wegen Fernseins entschuldigt, aber alle, sowie der Präsident des Konsistoriums und der jüdischen Gemeinde stellen ihre Mitarbeit in Aussicht, besonders spricht der Präsident seine Sympathie für das Unternehmen aus. Der Herr Oberrabbiner dankt den Anwesen-

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