Das jüdische Blatt
- Journal
- Das jüdische Blatt
- Volume
- V (1914)
- Issue
- 6 (6.2.1914)
- Date
- 1914-02-06
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 6. Das Mische Klatt. 3 pierre tombe et la semence se transforme, jusqu’ä la force et la loi qui reglent la marche des etoiles et des mondes, jusqu’ä la force et la loi d’apres lesquelles ton propre esprit se developpe, tont ne se r6sume-t-il pas en une force tonte puissante qui est Dien et dont la parole domine toutes les lois? Et maintenant regarde cette grande armee d’etres, pour ainsi dire separes par une conforraation qui leur est propre, röunis neanmoins dans une grande oeuvre de paix, chacun agissant ä sa place et en temps voulu, avec la quantite de matiere ä lui assignee, aucun ne nuisant l’un a l’autre, bien raieux chacun supportant le tont, et le tout supportant chacun, — me diras-tu quel est l’intermediaire entre tous ces contraires, qui reunit en un tout si harmonieux ces quantites innombrables, si ce 11’est Dieu? Vayafedeil elohim ben hoaur üben hahochech! C’est lui seid, dit la Torah, qui se tient comme mediateur entre le jour et la nuit, entre la vie et la mort. — De meme que son amour dispense la matiere et la force pour agir, de meine sa justice fixe la limite et le but. C’est Lui, la source de tout. Ce qu’il a cree, forme, ordonne — vayevorei'ch elohim, — il le benit avec la benediction de la Conservation et du developpement. Non seulement tout fut par Lui, — mais tout est par Lui! Sa benediction, c’est le bouton et la fleur, c’est le germe et le fruit, c’est le petit que protege la mere, c’est le nourrison que sur sa poitrine eile presse; et Lui, lorsqu’il eilt cree, forme, ordonne et beni — vayinofash invisible, — comme l’äme dans le corps, — il se retira dans sa creation, pour agir invisible, en conservant et developpant ce qu’il avait cree! Tu vois sa creation, tu admires ses ceuvres, tu scrutes et approfondis ses lois, tu te rejouis de sa benediction, mais Lui, le createur, Pordonnateur par qui tout se maintient, tu ne le vois jamais! C’est pourquoi lorsque tu vois et que tu admires, que tu scrutes et que tu approfondis, lorsque tu entends au dedans de toi une voix celeste qui t’enchantes, lorsque, par une nuit sereine, en contemplant le ciel parsemö d’etoiles scintillantes tu sens tout ton etre brise et aneanti, par un poids immense qui t’oppresse et pourtant te ravit, lorsque devant le spectacle si grandiose de la nature, tu te sens saisi de crainte, d’amour, de veneration et d’extase et que tu aspires Dieu par tous tes pores, incline-toi profondement, courbe la tete bien bas, bien bas et prie en ton äme avec tous les fibres de ton etre, Celui qui seul est, qui a tout cree, tout ordonne tout forme tout beni, dont tu sens la presence autour de toi et au dedans de toi par la joie intime qu’il te donne — prie-le avec ton coeur, prie-le avec ton äme et venere-le comme la Tonte Puissance, la Tonte Sagesse, la Tonte Justice et le Tout Amour! (A suivre.) Brief vom Lande. xc. Vor all den großen Sachen, Fragen und Sorgen vergißt man wirklich so das Alltägliche und schließlich ist die Sache so, daß die großen Sachen verpaßt und die alltäglichen Angelegenheiten verkehrt werden. Ich muß Ihnen nun schon ganz offen eingestehen, seitdem Sie mich als Korrespondent für die „große Sache" engagiert haben, sind mir manche Bedenken über die Größe der Sache aufgetaucht, habe ich ein klein bißel die Alltäglichkeit versäumt und meine liebe Frau meinte jüngst: Selbst bei Tisch bist Du ungenießbar. Na, ich erwiderte, liebenswürdig wie ich bin, wenn ich nur sonst genießbar bin, bei Tisch gibt es ja wohl noch was anderes zum Essen. Nun ja, Du bist ja reizend, erwiderte die Gnädige, jetzt ist da Dein Junge zu Besuch aus dem großen Mokem und Du guckst ihn nicht einmal recht an. Bums, da erhob ich die Brauen meiner Augen und sah, wie mein lieber Junge zwischen Suppe und Fleisch eine Tafel Schokolade liebevoll beäugte. Na, was hast Du denn da? Ach, das hat mir die Tante aus der Stadt für die Reise mitgegeben. Na, zeig mal her. Richtig war es eine Alpenmilchschokolade; die wurde aber schleunigst konfisziert. Aber ich habe mir vorgenommen, Ihnen das zu berichten. Denn sehen Sie, das ist doch zum Tollwerden, wie da gewirtschaftet wird. Auch wenn sie richtig koscher fabriziert ist, müssen denn unsere Kinder alles haben? Hat man denn keine Ahnung, was da alles passiert. Sie haben doch Beziehungen zur großen Welt, auch zu der süßen Welt der koscher gemachten Leckerbissen. Sorgen Sie bitte dafür, daß, wenn schon die Orthodoxie ohne Milchschokolade nicht auskommen kann, sie wenigstens darauf bedacht ist, daß doch ein gut erzogenes jüdisches Kind sie nicht so unmittelbar nach Tisch genießt. Die Aufschrift Milch, Milch, Milch, müßte sehr deutlich angebracht sein. Und überhaupt muß ich Ihnen schon sagen, daß die so zarte Fürsorge für Speisezettel und Magen zwar etwas sehr löbliches ist (ich bin nämlich Feinschmecker), aber schließlich gibt es noch höhere Ideale. Und weil ich gerade von Idealen rede, fällt mir wieder etwas ein. Wissen Sie, was ein Ideal wäre? Wenn wieder ein bissel mehr Ideen in unsere Gemeinden gebracht würden. Jetzt hört man nichts wie Wehrbeitrag und wie man aus allen Ecken sparen müsse. Natürlich zuerst in der Gemeinde und da wieder zuerst im Oren Hakaudesch. Für elektrisch Licht und warme Temperatur, da wird schon gesorgt, aber daß ein Dutzend unbrauchbare Sefer Thoras im Oren Hakaudesch find, wen geniert das? Und wenn man das den oerehrlichen Besitzern sagt, bums, dann werden sie großartig und schenken ihr Sefer der Gemeinde. Was meinen Sie, wie darob sich freute Ihr Rosch Hakohol. HM kdelk Aittiiwrt des Rabbiners?« Ansbach ans das aintsbriiderlichk Schreibt» des Rabbiners zu Aabrie. Das Butterbrot fällt aufs Ponim. oder Was beißt mich da? (Alte Volksweisheit.) Mein lieber Dibbukgeselle! (für lange Dauer guter Tage). Hast Du eine Ahnung, wie diebisch mich Dein ergötzlicher Hirtenbrief erfreut hat? Denn siehst Du wohl, rem neu tetigisti, oder zu deutsch, hast den Nagel auf den Kopf getroffen. Ich habe nämlich geradezu gebebt, d. h. bebend gewartet, ob irgend einer meiner lieben Amtsbrüder auf die Frage der Doppelkonfession eingehen würde und, siehe da, es war nicht vergebens geschrieben, denn, mein lieber alter Freund, davon bin ich bombenfest überzeugt, wenn Du die Sache in die Hand nimmst, ist sie gut aufgehoben und ich bin nun wirklich überzeugt, daß ich nicht für die Katz geschrieben habe. Darüber möchte ich mich mit Dir unterhalten; sintemalen ich nicht Deine Tatsachen meinen Theorien so ohne weiteres anpassen kann?) Ansonsten wäre ja meine Wissenschaft eine posteriorische. Aber es sei fern von mir, in wohlgesohlten Stiefeln bei Butterbrot schwelgend, im verblendeten Dünkel hochmütig auf Dich herabzublicken, ich will vielmehr in Einfalt einen Kotau vor der Reinheit Deines Herzens 0 Vgl. Kaatz, Von jüdischer Theologie.