Das jüdische Blatt
- Journal
- Das jüdische Blatt
- Volume
- IV (1913)
- Issue
- 52 (26.12.1913)
- Date
- 1913-12-26
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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6 Das jüdische Klatt Nr. 52. Forderung, daß hebräisch als Unterrichtssprache der Schule proklamiert werden solle, demgemäß auch die Unterweisung in Mathematik und Naturwissenschaften in Hebräisch zu erfolgen habe. Da sie in der Minderheit blieben, schieden sie aus. Die S ch u - len de sHilfsvereins hatten damit nicht das m i n d e st e z u t u n. Es wurde nun aber das Märchen erfunden und verbreitet, der Hilfsverein habe auf seinen Anstalten das Hebräische zugunsten des Deutschen zurückgedrängt. Demgegenüber erklären wir, daß in dem Programme des Hilfsvereins nicht das gering st e geändert worden ist, noch geändert werden wird. Neben der deutschen nimmt die hebräische Sprache nach wie vor den breitesten Raum in den Lehrplänen ein; nicht eine einzige Unterrichtsstunde, die in hebräisch erteilt wurde, ist in eine deutsche umgewandelt worden. Die Revolte der Lehrer verfolgt den Zweck, durch Kontraktbruch Hilfsoerein und Kuratorium des Technikums zu zwingen, künftig nur in hebräischer Sprache unterrichten zu lassen, und sie haben in Mißachtung der elementarsten Grundsätze der Pädagogik urteilslose Kinder und junge Leute, die ihnen zur Ausbildung anvertraut waren, zum Streik verführt. Wir werden uns durch ihre unverantwortliche Handlungsweise von den Prinzipien, die sich in zwölfjähriger erfolgreicher Kulturarbeit zum Wähle der palästinensischen Judenheit bewährt haben, nicht abdrängen lassen. 11 Korrespondenzen. 11 MM - G1l'ak-Lotl»rr«aen. - MM Slraßburg. Aus dem Konsistorium des Bezirks Unter-Elsaß. Sitzungen vom 27. November und 21. Dezember 1913. 1. Beurlaubung der Lehrer israelitischen Glaubens an den höheren Schulen während des Gottesdienstes an Raufchhaschonoh und Jom-Kippur. Trotz verschiedener Eingaben und Vorstellungen ist der Erlaß einer allgemeinen Verfügung des Hon den Kat'aschas. In einem Schreiben, das am 15. April 1913 in Gondar an der nubisch-abesfinischen Grenze aufgegeben ist, berichtet Dr. F a i t l o - witsch über seine bisherigen Erlebnisse. Wir geben aus dem sehr ausführlichen und inhaltsreichen Schreiben einige wichtige Stellen wieder, für die wir besonderes Interesse voraussetzen dürfen: Dr. Faitlowitsch begab sich Donnerstag, den 20. Februar, von Asmara mit seiner Karawane auf den Weg und traf nach einer Reise von etwa einer Woche, nachdem er unterwegs in Addi abu als Gast des Erzbischofs von Abuna Petros empfangen worden war, in Adua, dem Sitz des Generalgouverneurs des Nordens, ein. Da er von den italienischen Behörden mit Empfehlungen an den Negus und die Regierung in Abessinien ausgestattet war, fand er freundlichen Empfang. Dann ging es über Axum zu den Falaschas, und man machte zuerst zu Maitewaru Halt. Bei seiner Ankunft fand er alle Falaschas aus der Gemeinde und viele aus der Umgegend vereinigt. Sie feierten gerade das Monatsfest, Arfri-Assert, das sie sehr streng begehen, bei dem sie sich wie bei den biblischen Festen in den Synagogen zum Gebet versammeln. Sie bereiteten ihrem alten Freunde einen begeisterten Empfang, er verlebte den Feiertag und den folgenden Sabbat mit ihnen. Nach einigen Tagen traf er in Addischoha ein, wo sich infolge ständigen Zuzugs aus der Umgegend jetzt die zahlreichste Gemeinde der Provinz Tigre befindet. Die Falaschas besitzen dort ein großes Mesgid (Synagoge), einen Kahan (Rabbiner) und mehrere Debteras (Lehrer). Auch dort waren viele Falaschas aus der Umgegend versammelt, alle waren entzückt über die Ankunft des von K Oberschulrats, der diese betressende Beurlaubung genehmigt hättei chcht zu erlangen gewesen. Der Oberhhu r° h°t °b°' wählwollende Prüfung der Beurlaubungsgesuche von Fall zu Fall zugesichert und darauf aufmerksam gemacht, daß es den Lehrern leicht fei, durch Stundenaustausch mit einem Kollegen sich zum Besuche des Gottesdienstes frei zumachen. Auf Wunsch des Konsistoriums von Lothringen soll übrigens die Frage bei der nächsten Sitzung der drei Konsistorien nochmals erörtert werden. 2. Eine Reche von Vorsängern, welche den vom Konsistorium eingerichteten, durch die zuständigen Herren Rabbiner guügst erteilten Fortbildungsunterricht nicht oder unregelmäßig besuchen, werden energisch verwarnt. 3. Auf Anlaß von in einer Gemeinde vorgekommenen Streitigkeiten bestimmt das Konsistorium, daß bei der Thora ausgerusen werden sollen in folgender Reihenfolge. mpra ,;nn s°ll- 'ib nicht anwesend sind 4 Auf Antrag der Herren Adler, Levy und Weil wird eine aus den Herren Dr. Schmoll, Aron Weill und Otto Adler bestehende Kommission erwählt, die der jüdischen Presse regelmäßig über den die Oeffentlichkeit interessierenden Inhalt der Sitzungen kurze Mitteilungen zugehen lassen soll. 5. Aus den Einkünften der Fanny und Michel Weill-Stiftung werden folgende Tugendpreise (zur Belohnung großer Tugend und Menschenliebe) zuerkannt: a) zum 13. Januar 1914 sind auszuzahlen an Jda Schwarz, Lehrerin in Straßburg, 300 Jl; Wwe. Samuel Welsch in Herlisheim 300 Jl; Hanna Groß in Sulz u. W. 100 Jl; Wwe. CMstine Kahn in Bischheim 300 Jl; Marie und Palmyre Gottlieb in Trimbach, 150 Jl; b) zum 2. August 1914 sind auszuzahlen: Martha Cohn, Straßburg, 300 Jl; Moses Kahn, Kantor, Hatten, 200 Jl; Alphons Netter, Erstein, 150 Jl; Henriette Kahn, Tränheim, 200 Jl, zusammen 2000 Jl. 6. Der Herr Bezirkspräsident hat trotz wiederholter Eingabe des Konsistoriums bestimmt, daß die israelitische Schule in Trimbach wegen zu geringer Schülerzahl nicht aufrecht erhalten werden könne. Slraßburg. Am Mittwoch den 17. Dezember fand im Saale der israel. Knabenschule die Bescherung der Elementarschüler und lynen io rang erieynren meyenoen. Sie empfingen ihn mit glanzender Gastfreundschaft und konnten gar nicht genug von ihm hören über Israel, über den Widerhall, den seine Sendung gefunden hatte und über seine Erfolge zu ihren Gunsten. Sie baten darum, möglichst bald eine Schule zu errichten, sie baten um Lehrer für das Hebräische und Bücher über die Religion, sie übergaben ihm auch einen Brief an Israel, der ihrem Dank und ihren Erfolgen Ausdruck verleiht. Dann ging es nach der Provinz Amhara. Montag, den 24. März, traf Faitlowitsch in Tekazoh ein. Bon dort aus vorwärts zu kommen, ist überaus schwierig, die Straßen sind fast unwegsam, und die Wüste bildet ein schweres Hindernis. Der Übergang auf den Pfaden der steilen Berge, in dem dichten Gestrüpp, bei brennender Sonne und erstickender Glut machen die Reise unerträglich und bereiten den Karawanen schwere Gefahren. In dieser Gegend kann man nur 3—4 Stunden m un? aber schneller vorwärts zu kommen und das Pefachfeft m der Provinz Dembra verleben zu können, nahmen unsere Rostenden die kühlen Stunden der Nacht zu Hilfe. Ueber den Gebirgszug Lemwalmon drangen sie nach der Provinz Wogara vor. Um zuruckzugAcmgen und über den gefährlichen Berg hinwegzukommen, bildet^'w\®Tmne UnÖ bas Verhängnis bSr Lasttiere &"«* L ST'’SÄr Ä ^4 h-NL" d,Qyin"n0ro”6°" *“”■ °u«e-chn-.. es hJÄVSlX SuS