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Das jüdische Blatt · 1913-12-19 · 51 (19.12.1913) · p. Seite 11

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Journal
Das jüdische Blatt
Volume
IV (1913)
Issue
51 (19.12.1913)
Date
1913-12-19
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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Und wenn man keine Vernunftgründe gegen ihre Bitten hat, dann hilft man sich mit denselben Antworten, die die versteckten Judenfeinde uns geben: „Wir würden Sie ja gerne anstellen, es ist uns aber wegen den andern Angestellten, die würden sich dagegen auflehnen, und darum müssen wir gegen unfern Willen, und durchdrungen von dem Rechte ihrer Forderung Euch abweisen." Und man verlangt von ihnen die Sabbatentweihung, als wenn die Übertretung der heiligsten Gebote denselben minder wehe tut, als den Justizanwärtern, Lehramtskandidaten und Offiziersaspiranten usw. d i e T a u f e!!! Wäre es nicht möglich, mit der Arbeit zur Aufklärung außerhalb unserer Kreise auch eine derartige Agitation bei uns selbst zu verbreiten? Ich bin überzeugt, daß eine solche Bewegung von Erfolg sein und dazu beitragen würde, einstweilen Gleichberechtigung und Solidarität unter die Juden selbst zu bringen. Jules Klein. Mricheröesprechimg. Ringende Gewalten. Ein Posener Ghetto-Roman aus der Zeit des siebenjährigen Krieges von I. Herzber g. Preis 2,25 dt, geb. 3,25 dt. Das Buch fei den Eltern, die ihre Kinder zu Chanukka durch ein jüdisch-belletristisches Merkchen erfreuen möchten,' bestens empfohlen. Unsere Kleinen, die leider nur zu oft auf den „armen Mann" aus dem Osten verächtlich herunterblicken, werden sich wundern, wenn sie erfahren, daß unsere Brüder aus dem Osten den deutschen Juden mit mindestens ebenso großer Mißachtung begegnen. Die „Polaken" haben kein Geld, keine ganzen Kleider — darum: „Polak"! Die Deutschen oder „Tatschen" kein jüdisches Wissen, keinen jüdischen Charakter — darum: „Tatscher". Unsere deutschen Kinder mögen aus diesem Buche erfahren, wie weh dem deutschen Juden in Polen die Verachtung tut. Vielleicht lernen sie etwas daraus für ihr Verhalten gegen unsere „Aurchim". Verzeichnis der Spender und deren Spenden für das israelitische TNädchen-Waisenhaus in Jerusalem im Oktober 1913 gesammelt in der israel. Kultusgemeinde in Jchenhausen. Vom Vorstand der israel. Kultusgemeinde Binswangen übergeben vom Kultusvorstand Herrn Leopold Gradmann 50 dt. Aus Jchenhausen: Familie Löwenstein 10 dt. — Louis Frank 3 dt. — Rafael Oettinger 1 dt. — Frau Auguste Gundelfinger 3 dt. — David Neuburger, sen. 5 dl. — Moritz Meinfelder 1 dt. — Julius Gutmann 2 dt. — Heinrich Neuburger, sen. 1 dt. — Hermann Bernhcimer 2 Ji[ — Leoi Erlanger 2 dt». — Sigmund und Siegfried Erlanger 20 -lt. — Frau Therese Erlanger 5 dt. — Frl. Jenny und Jeanette Wolf 2 dt. — Jonas Wolf 3 dt1. — Bernhard Heilbronner 10 dt- — Heinrich Wolf 5 dt. — Sigmund Mann 3 dt. —^ N. N. 3 dt. — N. N. 2 dt. — Von der israel. Kultusgem. Krumbach gesammelt v. Herrn Jakob Spanier 16,50 dt. — Frau Schüler 3 dt. — S. Aufhäuser 10 dt. — Lazarus Gradmann 2 dt. - - Abr. Regensburger 5 dt. — N. N. 11,50 dt. — Gerson O. Gerstle 2 dl. — Fanni und Betty Bissinger 2 dl. — Hermann Gundelfinger 10 dt. — Elias Gundelfinger 1 dt. — Lammfromm 1 dt. — Fr. Klara Gundelfinger 3 dl1. — David und Moses Neuburger 10 dl. — Jakob Dreifuß 5 dt. — Max Weimersheimer 3 dl. — Gerson L. Gerstle 5 dl. — Frau Spiegel 3 dt. — N. 31. 3 dt. — Heinrich Neuburger, jun. 5 .11. Louis Winschbacher 5 dl. — Emil Gerstle 10 dl. — Fr. Sophie Gerstle, Wwe. 5 dl. -- Samuel L. Gerstle 3 dt, — Sigmund Stettauer 2 dl. — Ludwig Frankenheimer 5 dt. — Hermann Harburger 5 dt. Joseph Sommer 10 dl. — Jakob Samuel Gerstle 3 dt. — Jakob Abr. Gerstle, sen. 5 dt. ■— Gustav Gerstle 3 dt. — I. Brader 5 df. — Michael Sulzer, 1. Kultusvorst. 10 dt. — Julius Neuburger 3 dl. — Sigmund Wolf 3 dt. — Louis Levi 2 dtl — Geschwister Bernbach 2 dtl. — Leopold Hirsch 1 dl. — David Heidelberger 5 dt. — Jette Anselm Gerstle 10 dt. — Simon u. Samuel Neuburger 10 dt. — Julius Krämer 5 dt. — Geschwister Fischer 1 dl. — Leopold Koschland 10 dt. — Samuel Weimersheimer, sel. Familie, 5 dt. — Aron L. Heller 3 df. — Abraham Jak. Gerstle 5 dt. — Jette Abraham Gerstle 3 dt. — Heinrich Bissinger 1 dt. — Aus vj* j-jDlp durch Vorstd. L. Koschland 15 -Ick — Fr. Helene Asch aus Cronheim 5 dt. — Jak. Seligmann aus Nördlingen 3 dl. — Jsac E. Gerstle, München 10 di. — Isidor Gerstle, München, 5 dt. — Verlag des Israel. Gemeindeblattes Köln: 31, 50 dtl — Simon Winter, Kempen, 49.50 dt. — Sammlung des Herrn Rabbiner Weil, Buchsweiler, 70 dl. — Sammlung der Gemeinde Billerbeck in Westfalen 26 dtl — Sammlung der isr. Kultusgemeinde Heidenheim, Mittelste., 44,75 dl. — Sammlung der Frau Jda Levison in Rees 20 dt. — Herr Justizrat Kassel, Leobschütz, 20 dt. — Sammlung der Damen Tinka Kozminski und Caro, Pieschen, 35 dl. — Durch Herrn Lehrer Oberndörser in Braunsbach (Württemberg) von Herrn Ben Zion Schlächter 10 dl. — Herr Lehrer Oberndörfer, Braunsbach, 30 dt. — Herr Solomon Pfeiffer, Braunsbach, 20 dt. — Von den Schulkindern 7 dl. — Ungenannt 8 dt. — Gebr. Katzenstein, Hammeln, 10 dt. — Verein für Volksküchen in Palästina 50 dt. — Frau Jaques Meyer, Westhofen, 5 dt: — Herr F. Heidelberger, Moßbach (Unterfr.), 3 dl: — Herr A. Wertheimer, Schirmeck (Unterels.), 5 dt. — Frau Albert Horn, Köln, 10 dt! — Frau Wwe. Zanders, Köln, Hohenstaufenring, 10 dt. — Herzblättchen, Spieler im Stadtgarten zu Köln a. Rh., 22.50 -tt. - I. K. Berlin, Auguststr. 33a. I 3 dl. — Sammlung des Herrn Ludwig Hutzler, Petzoldstr., 9, Nürnberg, 42 dt. — Herr Jos. Mann, sen., Jschenhausen 3 dt. — Die eingegangenen Spenden sind von Herrn Bankier Siegbert Seckelsohn, Berlin, Kurfürstendamm 159, ihrer Bestimmung zugeführt worden und sage ich allen gütigen Spendern meinen herzlichen Dank. Dr. Arthur Kahn. Hedatjay. Bilder aus der jüdischen Vergangenheit von Caroline Deutsch. (Fortsetzung.) Der König ntußte diese Empfindungen und Gedanken aus den Gesichtern seiner Räte lesen; denn sein eiserner Blick flog über die Versammlung, daß manches Antlitz darob bleicher wurde. Langsam sprach er dann: „Ein tapferer, überwundener Feind ist ein übergebenes Gut und nicht ein Hund, den jeder nach Lust und Laune niedermetzeln darf. Unter Rebukadnezars Zepter hat jedes überwundene Volk dem Gotte nachgehangen, den es im Herzen trug, und so wird es auch ferner sein. Ninias, Oberster der Bogenschützen, begib dich ins Tat hinunter und künde den Gefangenen, daß sie frei und laut ihre Morgen- und Abendgebete.verrichten, wie sie es getan im Tempel Jerusalems." Kurze Zeit darauf ertönten die hebräischen Gesänge im Tale von Riblah in tiefen, herzergreifenden Tönen; es waren keine Worte, es war ein innerliches, losgerungenes Weinen, das aus den Herzen der Verbannten gen Himmel stieg. Eine Stunde später befand sich Rebukadnezar in seinem Zelte und ließ sich von Rebusaradon Bericht über die letzten Begebnisse Jerusalems erstatten. Rebusaradon war Oberster der Leibwache und hatte die Belagerung in Person geleitet. Der König ließ sich die Größe und Menge der eroberten Schätze bezeichnen, die Zahl der Gefangenen nennen und die Namen derjenigen, die auf dem heimatlichen Boden zurückgelassen werden und die die Aecker und Felder zugeteilt erhalten sollten. Die Zahl der letzteren war sehr gering, etwa vierhundert, aus der Hefe des Volkes bestehend. Der

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