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Das jüdische Blatt · 1913-12-19 · 51 (19.12.1913) · p. Seite 12

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Journal
Das jüdische Blatt
Volume
IV (1913)
Issue
51 (19.12.1913)
Date
1913-12-19
Page
Seite 12 (sequence 12)
Language
German
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12 Das jüdische Klatl. Nr. 51. König setzte die Abgaben fest und bestimmte auch den Ort, wo mehrere Familien beisammenwohnend eine Gemeinde bilden sollten; es war Mizpa. Die Uebrigen sollten im Lande zerstreut auf den Höfen und Stammgütern der Fürsten wohnen und die Felder bebauen. Nachdem alles geordnet war, sagte der König zu Nebusaradon: „Ohne Führer und Oberhaupt können die Zurückgebliebenen nicht bestehen. Die Hebräer sind ein aufrührerisches und starrsinniges Volk, die sich, selbst überlassen, aufreiben, sie müssen eine starke und gerechte Hand haben, die sie zusammenhält. Kennst du einen solchen Mann im Volke?" „Ich kenne einen, mein König," versetzte der greise Hauptmann, sein Haupt neigend. „Er heißt Gedaljah, ist aus fürstlichem Blute entsprossen und einer jener wenigen, die gegen das Bündnis mit Aegypten gesprochen; auch hat er deinem .Knechte einen großen Dienst geleistet, und wenn mir die Sonne deiner Gunst noch immer lächelt, so erlaube es mir, mein Herr und König, daß ich dir davon erzähle." „Sprich!" versetzte der Monarch, doch plötzlich wendete er sich dem Ausgange des Zeltes zu. Fernes Wehklagen und Jammern drang in gedämpften Tönen von der Ebene herauf. „Was ist das?" fragte Nebukadnezar. „Bevor ich dein Zelt betrat, mein Herr und König, gab ich meinen Hauptleuten den Befehl, die Gefangenen nach Geschlecht und Stand in Abteilungen zu teilen, damit sie in geordneten Reihen zum Abzug bereit seien." „Es ist gut, erzähle," gebot der König. „Du weißt, mein König, mit welch unerhörter Lust und Tollkühnheit uns die Belagerten im Dunkel der Nacht vor ihre Mauern lockten, indem sie unsere Wälle zerstörten; ein junger Führer mit seiner kleinen Schar vollbrachte diese ungeheure Tat." „Wie heißt der tapfere Mann?" fragte hier Nebukadnezar. „Jochanan, ein Mann niedriger Geburt." „Lebt er noch? Ist er unter den Gefangenen?" „Er liegt unter den Leichen seiner Brüder vor den zertrümmerten Mauern der Stadt, denn von den Jünglingen, die in jener Nacht auszogen, blieb keiner am Leben; sie waren dem Tode Geweihte. Sie lockten uns bis vor die Mauern, retteten sich aber nicht durch die Tore, obwohl sie Zeit dazu gehabt; nein, sie stürzten sich wie entfesselte Tiere in unsere Reihen, bis einer nach dem andern durch unsere Waffen und die ihrer eigenen Brüder verschwand." „Von den Göttern gesegnet sind die Mütter, die diese Söhne geboren, und nicht umsonst haben sie gelebt," sprach der König, und nach einer großen Pause erst setzte er hinzu: „Fahre fort, Nebusaradon!" (Fortsetzung folgt.) Beim bevorstehenden üuartal$wecl)$ei ersuchen wir unsere geehrten Postabonnenten, die ihr Abonnement noch nicht erneuert haben, sich schleunigst wieder aus Das Jüdische Blatt zu abonnieren, damit in der Anstellung des Blattes keine Verzögerung eintrete. Der Bezugspreis für ein Vierteljahr beträgt nach wie vor nur 0,75 Mk. ausschließlich Bestellgeld. Neue Abonnenten erhalten die Nummern bis l. Januar aus Verlangen gratis zugesandt. MimiTRFIIX, Riviera te Mi«i, ZM WMlM [□] Prachtvoller Wliiteraiilentlialt für rri 1—1 Erholungsbedürftige und Nervöse L=J Avenue Jiestle No. 16 .—- Pensionspreis mit ganz vorziigl. Ver-!□ 1 pilegung von 1) Fr. an. Zentralheizung Cafe Westminster STRASSBURG i. E. Hoher Steg 4 vornehmstes Tonkfinstler - Konzert Cafe Odeon f Strassburg i. Eis. * Kleberplatz g Tensfeldt-Passage g Cafe Odeon % Karlsruhe i. B. Kaiserstrasse 213 S Johann Schottenhaml. g Cj?>aac)( er/ ecßfeSreißurger & re: Iristli eingelrolfen. 5 Stück Packung 10 Pf. HO .. .. 20 „ Wiederverkäufe!* und Großkonsunienten erhalten - hohen Rabatt. - DAVID BAUER, Frankfurt a.M.- Köln a. Rh. Jüdischer Jugendöund Straßburg i. E., Schlossergasse 21 Eigene Vereinsräumlichkeiten mit zwanglosem Restaurationsbetrieb, jeden Abend von 6 Uhr ab, Samstag und Sonntag den ganzen Tag geöffnet. Schreibzimmer, Bibliothek und Lesesaal zur freien Benutzung. Die wichtigsten jüdischen und allgemeinen Zeitungen liegen auf. Jeden Freitag Abend zwanglose Unterhaltung über aktuelle Fragen unter sachkundiger Leitung.

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