Das jüdische Blatt
- Journal
- Das jüdische Blatt
- Volume
- IV (1913)
- Issue
- 51 (19.12.1913)
- Date
- 1913-12-19
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 51. Das jüdische Klatt. 9 behrung des Elternhauses nicht so sehr fühlen ließ. Diese jungen Leute besonders verlieren in ihm einen lieben und treuen Berater. Sie werden mit der Familie des Entschlafenen am stärksten die Größe des Verlustes empfinden. Sein Andenken gereiche zum Segen. -e- Rlannheim. Die Neuwahlen der jüdischen Gemeindevertretung und der Einschätzungsbehörde ging in aller Ruhe vor sich. Die 36 vorgeschlageuru Herren für die erstere, die 9 für die letztgenannte Institution wurden glatt gewählt. Die Wahldauer gilt 6 Jahre. Leider ist die Zusammensetzung so unsozial wie nur möglich, kein einziger Kleingewerbetreibender, Handwerker oder Privatbeamter ist darunter. — Die infolge Pensionierung des seitherigen Inhabers erledigte Bureauassistentenstelle beim Synagogenrat wurde dem königlich bayr. Eerichtsassistenten beim Amtsgericht Landstuhl, Herrn Friedrich Berg, übertragen. - Der jüdische Wandervogel „Blau-weiß" hat sich definitiv gegründet und sind ihm bereits viele Damen und Herren beigetreten. Die Führer haben schon entsprechende praktische Touren gemacht. Als Vorsitzender ist Herr Rechtsanwalt Dr. Otto Simon gewählt worden. — Im jüdischen Jugendbund sprach der in weitesten jüdischen Kreisen bekannte hiesige jüdische Romanschriftsteller Herr S. Luß über das Thema: „Das jüdische Strafrecht im Licht der heutigen Sittenbegriffe." — Die Verwaltung der jüdischen Kinderstube für die Kinder ausländischer Juden wendet sich anläßlich desChanukkahfestes an die weitesten Kreise, ihr Materialien aller Art, auch Gelder, zur Beschenkung ihrer Zöglinge zukommen zu lassen. Adresse ist die Vorsitzende, Frau Elise Gutmann, hier, L 3.3. Auch die Peah, die Brockensammelstelle, bittet um abgelegte Kleider, Schuhe, Wäsche zu Händen der Frau Dr. Goitein, Rupprechtstraße 18. Hessen. TNainz gl Rh. Dieser Tage konnten Herr Moritz I s a a c und Frau Jeanette geb. Hirsch das Fest ihrer silbernen Hochzeit feiern. Herr Jsaac, der dem Ausschuß der hiesigen Religionsgesellschaft angehört, ist gleichzeitig 25 Jahre Mitinhaber der be^ kannten Weinkommissionsfirma Rudolf Hirsch. Mit Stolz darf er auf diese 25 jährige geschäftliche Tätigkeit zurückblicken, da er redlich mitgeholfen hat, die Firma zu hohem Ansehen zu bringen. -c- Schweix. Zürich. In einer „Wanderung durch das Buch Genesis an Hand des Rachmanides" hat der jüd. Literatur-Verein Zürich, der von Herrn Rabb. Dr. L e w e n st e i n geleitet wird, seine zahlreichen Mitglieder eingeladen. Die Führung übernahm Herr Rabb. Dr. W e i l l aus Buchsweiler, der in einem glänzenden, tiefdurchdachten Vortrage seine Zuhörer zu fesseln und zu begeistern verstanden hat. Redner zeigte so recht mit seinem Vortrage, was eigentlich echt jüdische Literatur bedeutet. Er zeigte der Zuhörerschaft, wie klar, wie tief und wie groß die Quellen der jüdischen Wissenschaft sind und zeigte, welch herrliche Perlen aus dem Meere wahrhaft jüdischen Denkens der großen Männer in Israel heraufzuholen sind. Ja, er konnte wirklich überzeugen, daß nicht ein Buchstabe in unserer heiligen Schrift, wenn man sich in sie zu vertiefen versteht, 'zu viel oder zu wenig ist oder sein darf. Es waren wirklich j£ D'WX'Pn Wenn dieser Vortrag dazu beigetragen hat, dies den Zuhörern deutlich zu machen und in ihnen die Liebe zur Thora zu steigern, so war dieser Abend sowohl für den Redner, wie für den Verein, sehr erfolgreich. M. Frankreich. Paris. Die Association eonsistorialo von Paris hat jetzt auch ihren Bericht für 1912 herausgegeben, der mit 1 120 020 Fr. Einnahmen gegen 1 109 341 Fr. Ausgaben abschließt. Die Anzahl der zahlenden Mitglieder befindet sich im Rückgang, 4144 gegen 4222 im Vorjahre. Die Mitgliederbeiträge beliefen sich auf 231813 Fr., abgesehen von zwei Beiträgen zu Spezialzwecken von je 30 000 Fr., für das Rabbinerseminar und für Religionsunterricht. Letzterer wurde erteilt in 73 Abteilungen, die von 3002 Kindern besucht waren. 229 Knaben haben ihre Barmitzwo gefeiert, etwas weniger als in den Vorjahren, 334 Hochzeiten haben stattgefunden, trotz der ständigen Bevölkerungsvermehrung nicht mehr als in den vorhergehenden Jahren: Sterbefälle 1071, davon 190 im Alter von 70—79 Jahren, 68 im Alter von 80—84 Jahren, 41 von 85—89 Jahren, 18 von 90— 94 Jahren und 1 im Alter von 98 Jahren. Paris. Bei einer kürzlich stattgefundenen Gerichtsverhandlung, bei der zwei russische Juden als Zeugen geladen waren, erlaubte sich der Advokat der Gegenpartei, Thckoenet, folgende Bcmerkuug: „Die Namen dieser Zeugen zeigen deren Nationalität und Religion. An Stelle des Gerichtshofes hätte ich Bedenken." Sofort unterbrach ihn der Vorsitzende, Herr Hugot: „Der Gerichtshof hat gar keine Bedenken. Weder Religion noch Nationalität gehen uns hier was an." Ter antisemitische Rechtsanwalt hat übrigens seinen Prozeß verloren. i Wochenkalender. D j 1913 5674 Sabbat Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerst Freitag 20. Dez. 21. „ 22. „ 23. „ 24. „ 25. .. 26. „ 21. Kislew 22. „ 23. ,. 24. „ 25. „ 26. „ 27. „ roun Gebelszeilen. (Freitagabend) (Sabbatausgang) Hnaludj .. . . 4 ll. i" 5 U. ob Bafel - - -. 5 11. Fürth. . . 4 11. 15 5 U. io Mülhaufen. . . 4 11. 45 5 11. -0 Nürnberg: Synagoge Essenweinstraße . . 4 11. 15 5 11. 05 Strahburg: Synagoge Kleberstaden . . . . 4 U. in 5 11. 20 „ Kageneckerstraße . . 4 11. 30 5 U. 25 Stuttgart. . . 4 11. ») 5 U. 14 (Amtswoche: Stadtrabb. Dr. Kroner, Kirchenrat.) M Kamil'ienttachrichten. St gjfis (Mitteilungen für diese Rubrik werden - kostenlos ausgenommen.!!-— Gekorene: Tochter, Dr. metl. Erlanger-Hofbauer, Luzern. Dar-Mizmok: Marcel, S. v. Aron u. Cecile Leopold, Hatten.