Das jüdische Blatt
- Journal
- Das jüdische Blatt
- Volume
- IV (1913)
- Issue
- 51 (19.12.1913)
- Date
- 1913-12-19
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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8 Das jüdische glatt Nr. 51. die Diskussion. Es war sehr spät, als die Sitzung aufgehoben wurde. — Am Chanukka veranstaltet der Verein einen Jüdischen Abend mit literarischen Vorträgen und darauffolgendem kleinen Ball. hatten. Anläßlich der Barmitzwohfeier von Marcel Leopold am letzten Schabbos sind unsere Synagogenbesucher mit einem schönen besondern Gottesdienst überrascht worden. hattstadt. Druckfehlerberichtigung. Zur gefl. Berichtigung, daß der Gewählte von der letzten Wahl hieß: Nathan Roth (nicht Nathan Bloch). Metz. Auch hier will sich die jüdische Jugend zu einem jüdischen Wanderbund, der von der großen bestehenden Organisation unabhängig ist, zusammenfchliehen. Wenn man von den häufigen antisemitischen Tendenzen im Wandervogel hört, ist dies Zusammengehen nur zu begrüßen, denn neben dem Wandern ist hier eine Gelegenheit geboten, unsere jungen Leute bei dieser Gelegenheit mit unserer jüdischen Geschichte und Literatur bekannt zu machen, sie mit den jüdischen Bewegungen der letzten Jahrzehnte vertraut zu machen, damit sie nicht als indifferent, wie leider zu oft in Elsaß-Lothringen, ins Leben treten und für Jüdisches kein Interesse mehr zeigen. Wir wünschen dem „Jüd. Wanderbund" einen vollen Erfolg. Schlelkstadl. Das Exekutivkomitee der Ortsgruppe von Minneapolis der „Federation de l’Alliance Frangaise aux Etats-Fnis et au Canada" hat an Stelle des bisherigen Präsidenten, Dr. Charles Benton von der Universität Minneapolis, Frl. Professor Anna Dreyfus einstimmig zur Vorsitzenden gewählt. (Frl. Dreyfus ist eine Schlettstadterin; sie ist die Schwester des Herrn August Dreyfus, Mohel und Bal Tefila, hier. Vor etwa Jahresfrist wurde unsere Landsmännin zum „Ofticier d’Acad<?mie" ernannt.) llffheim. In der Nachwahl wurde David Dreyfus zum Synagogenvorstand gewählt. gayrrir. Bergzabern (Pfalz). Am Mittwoch, den 10. d. Mts., starb hier unerwartet, nach ganz kurzer Krankheit, im Altqr von 55 Jahren, der Gerichtsvollzieher a. -D. B o n i f. Mayer. Der Verblichene hatte lange Jahre in Falkenberg (Lothr.) sein mühevolles Amt versehen und wurde bei seiner Pensionierung vor zwei Jahren durch Verleihung des Kronenordens für seine Pflichttreue ausgezeichnet. Er erfreute sich dort wegen seines geraden zuverlässigen Charakters und seiner Menschenfreundlichkeit allgemeiner Beliebtheit und Wertschätzung, und nur ungern sah man ihn scheiden. Er zog sich hierher nach Bergzabern ins Privatleben zurück und erwarb sich auch hier bald aufrichtige Sympathie in allen Kreisen. In der kleinen jüdischen Gemeinde war er ein wertvolles religiös-konservatives Element, fein Tod bedeutet für diese eine schmerzlose Lücke; in der freudigen Erfüllung religiöser Pflichten war er hier vorbildlich. Die Beerdigung, die am Freitag Vormittag stattfand, gestaltete sich zu einer Kundgebung allgemeiner Hochachtung. Im Trauerhause entwarf Herr Dr. Einstein- Landau ein Lebensbild des Verblichenen, und im Namen der Familie und Freunde sprach Rabbiner Dr. Schwarz-Sulz u/W. ein Abschiedswort. Auf dem Friedhof in Jugenheim, wo auch seine fromme Eltern ruhen, wurden die irdischen Reste des so früh Verstorbenen beigesetzt. Möge Gott die beiden trauernden Schwestern, denen der Verklärte in seltener brüderlicher Treue Stolz und Stütze gewesen, in ihrem herben Schmerze trösten. Fürth i. B. Am 2. Dezember fand bei dem Vereine der „Jsr. Realschule" die ordentliche Generalversammlung statt. Der Vorsitzende gedachte hierbei des Todes verschiedener Gönner und Freunde der Anstalt, insbesondere des vor kurzem verstorbenen Vorstandsmitgliedes, Herrn Josef Neuburger S"T, welchen ein ehrendes Andenken bewahrt werde. Aus dem Jahresbericht entnehmen wir, daß die Schule dieses Jahr die höchste Schülerzahl (160) feit deren Bestehen hatte. Für einen großen Teil der Schüler (Söhne bedürftiger Eltern) wird reduziertes oder gar kein Schulgeld erhoben. Ferner wurde das freundschaftliche Miteinanderarbeiten zwischen Direktorium, Lehrkörper und Kuratorium hervorgehoben, sowie auch die anerkannt vorzüglichen Leistungen der Schule. Die finanzielle Lage des Vereins zeigt ein geregeltes Bild, wenngleich nicht verhohlen wurde, daß es nötig ist, immer noch mehr Gönner nd Freunde für die gute Sache zu werben, da die Fortentwicklung weitere Bedürfnisse beansprucht. Die Bestimmungen für Verwaltung des Jubiläumsfonds zum Zwecke der Pension und Relikten des Lehrkörpers wurden einstimmig genehmigt. Wegen vorgerückter Stunde mußte Punkt 5 der Tagesordnung „Errichtung einer öffentlichen Schule" einer außerordentlichen Generalversammlung überwiesen werden. Neumarkl (Oberpfalz). Der Verein israel. Kantoren und der übrigen Kultusbeamten im Königreich Bayern (E. V.) versendet eine Einladung zu der am 5. und 6. Januar 1914 in Neumarkt (Oberpfalz) stattfindenden Generalversammlung mit folgender Tagesordnung: 5. Januar, abends 8 Uhr: Gesellige Zusammenkunft in dem Freiherr!, v. Tucher'schen Aktiensaal. Begrüßungen, musikalische Darbietungen u. a. 6. I a n u a r, nachmittags 2 Uhr: 1. Begrüßung des Vorstandes mit Jahresbericht: 2. Kassenbericht; 3. Fachwissenschaftlicher Vortrag (Godlcwsky-Neumarkt); 4. Halachifcher Vortrag über pSi“ PS ED EH1ED (TOS T PI (Rotter-München). (Die Herren Kollegen werden gebeten, die betr. zum besseren Verständnis vorzusehen, um dem Referenten in seinen Ausführungen besser folgen zu können.) 5. Wünsche und Anträge. Die Herren Kollegen werden um zahlreiche Beteiligung ersucht, und wollen sich beim Unterzeichneten baldigst anmelden. Für Freiquartier ist bestens gesorgt. Anträge müssen längstens 10 Tage vor obigem Termine bei Hrn. Vereinsvorstand Neufeld-Nürnberg, Camerariusstraße 5, schriftlich eingereicht werden. Dem Vereine fernstehende Kollegen und andere Gäste sind herzlichst willkommen. I. A. Der Schriftführer: Oppenheimer, Neumarkt (O.-Pf). Preußen. Hamburg. Herr Dr. Samson Meyer von Straßburg, zurzeit an der Israel. Töchterschule, hat an Stelle des Herrn Zahnarzt Baer, den Vorsitz in der Agudah-Jugendgruppe angenommen. gaden. Karlsruhe i. V. Unsere Kehillo hat einen Verlust erlitten, der nicht nur von ihr allein empfunden werden wird, sondern von all den vielen, die Herrn Hermann A l t m a n n kannten, mitgefühlt und mitgetragen wird. Wie ein Lauffeuer verbreitete sich die Nachricht von dem Ableben des Herrn A l t m a n n in der Kehillo. Durch einen Ungliicksfall im Berufe mußte er sich vor 14 Tagen einer Operation im Krankenhause unterziehen, die er auch glücklich überstanden zu haben schien. Doch die Kunst der Aerzte versagte, und er mußte dem unerforschlichen Ratschlüsse V'ED folgen. Als Sohn des unvergeßlichen Oberrats Altm a n n bestrebte er sich in den Bahnen seu.es Vaters zu leben und zu wandeln. Besonders ließ er sich das Wohl der jüdischen Jugend sehr angelegen sein. So war er lange Jahre hindurch im Vorstand des Vereins qy-j^ “ppfl und hat als solcher ganz Hervorragendes geleistet. Sein Haus stand immer den fremden jungen Leuten offen, die er baöurdi die Ent-