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Das jüdische Blatt · 1913-12-19 · 51 (19.12.1913) · p. Seite 3

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Journal
Das jüdische Blatt
Volume
IV (1913)
Issue
51 (19.12.1913)
Date
1913-12-19
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 51. Das jüdische Statt 3 Dr. Lange- Frankfurt a. M., und Rabbiner Dr. L i ch t i g - Hamburg zu Vize-Präsidenten, Dr. Joseph C a r l e b a ch - Berlin, Zahnarzt E h r m a n n - Werden und Heinrich Sichel- Breslau zu Schriftführern gewählt. Hierauf erstattete Herr Jakob R o s e n h e i m - Frankfurt a. M. seinen Bericht über die bisherige Tätigkeit der Agudas- Jisroel im allgemeinen und über Stand und Aussichten der Organisation in Deutschland im besonderen. In gewohnter meisterhafter Weise skizzierte er das Programm der Agudas-Jisroel als die Wiedererweckung des alten Klal Jisroel-Gedankens und die aus diesem Wiedererwachen sich ergebenden Aufgaben des auf Basis des Thorawortes neu organisierten Klal. Hieran anschließend legte der Redner im einzelnen dar, welchen Weg die Organisation seit der Kattowitzer Versammlung bis zur Stunde zurückgelegt und konstatierte mit Genugtuung, daß trotz aller Schwierigkeiten, die mit der Schaffung eines solchen großen Werkes verbunden find, bereits eine Menge Arbeit geleistet wurde, so daß die vorbereitenden Schritte zur Schaffung eines Definitivums für die Bewegung in nicht zu langer Zeit das Ziel erreicht haben werden. Unter stürmischem Beifall der Versammlung schloß der Redner mit einem Appell an die Erschienenen, das begonnene Werk mit Ausdauer und nicht versagender Arbeitslust zu Ende zu führen und dem großen Ideale zum Siege zu verhelfen. Das zweite offizielle Referat hielt Herr Baruch Stern- Frankfurt a. M. über die organisatorischen Grundlagen der Agudas Jisroel. Der Referent erläutert in erster Reihe die ideellen Grundlagen der Agudas Jisroel, die sich aus der herrschenden Stellung ergeben, die dem Thoragei st e in dieser Organisation eingeräumt ist. Die Thoragemäßheit der Organisation macht es zur Notwendigkeit, daß in ihr zum ersten Male seit Jahrhunderten wieder ein Gremium geschaffen wird, das sich aus den geistigen Führern der gesetzestreuen Judenheit aller Länder zusammensetzt. Durch diesen „Rabbinischen Rat" wird dem Judentum eine Institution geschaffen, deren heilsame Wirkung für die Zukunft nicht hoch genug veranschlagt werden kann. Als formale Grundlage der Organisation bezeichnete der Redner den demokratischen Aufbau der Agudoh, wodurch jedem einzelnen Mitgliede der Organisation die Möglichkeit gegeben wird, sein bestes Können und Wissen in den Dienst der Gesamtheit zu stellen. Demokratische Organisation im Einklang mit den von der Thoratreue geforderten Einrichtungen schaffen die Basis, auf der allein eine jüdische Gesamtheit ihrer historischen Aufgabe gerecht werden kann. Auch dieses Referat fand lebhaften Beifall in der Versammlung, und damit fand der öffentliche Teil des Delegiertentages seinen Abschluß. In der darauffolgenden Pause versammelten sich die Halberstädter Freunde der Agudas Jisroel im Logensaale, um unter dem Eindruck der gehörten Reden auch in Halberstadt die Gründung einer Jugcndgruppe vorzunehmen. In der geschlossenen Sitzung der Delegierten wurde sodann der Entwurf eines provisorischen Statutes für die neu zu schaffende Landesorganisation im einzelnen durchberaten und angenommen. An der Diskussion zu den einzelnen Punkten des Statutes beteiligten sich viele Delegierte und brachten die Gesichtspunkte zur Geltung, die für die künftige organisatorische und praktische Betätigung des deutschen Gruppen-Verbandes maßgebend fein werden. Besonders begrüßt und allseitig gebilligt wurde die Arbeit der Leitung zur Schaffung einer Jugendorganisation auf Basis des Agudoh-Programmes. Mit der Annahme des Statutes wurde der Gruppen-Verband der Agudas Jisroel in Deutschland als konstituiert erklärt und für die Zeit bis zum nächsten Delegiertentag Halberstadt zum Vorort gewählt. Die Wahl in den Vorstand des Gruppen-Verbandes ergab folgendes Resultat: Rabbiner Dr. Auerbach, Rabbiner Dr. Frankl, Gottfried G o l d s ch m i d t, Hermann Schwab und Nathan Stern- Halberstadt, Direktor Dr. Lange- Frankfurt a. M., Oberrabbiner Dr. L e r n e r - Altona, Karl Bodenh e i m e r - Hamburg, Rabbiner Dr. B i b e r s e l d - Berlin, Dr. B. Cohn- Straßburg i. Elf., Heinrich Sichel- Breslau, Sallo Geliert- Posen, Rabbiner Dr. Klein- Nürnberg, Felix Feuchtwanger - München, Rabbiner Dr. C a r l e b a ch - Lübeck, M. A l t m a n n - Karlsruhe, Zahnarzt E h r m a n n - Werden, Gottfried A l t m a n n - Beuchen O.-S., und K o s ch - mann Wreschner - Obornik. Der Delegiertentag beschloß hierauf, der gegenwärtig in Amerika weilenden Delegation der Agudas Jisroel seinen Gruß zu entbieten. Sodann wurden die in großer Zahl eingelaufenen Begrüßungsbriefe und Telegramme verlesen. Solche gingen ein von: Jakob Strauß, Dr. S. Bamberger, Dr. I. Feuchtwanger, Hugo Weingarten, Joel Sänger, Dr. I. Heinemann, Herm. Frankenthal, Wanderredner der Freien Vereinigung, Frau Rabbiner Dr. Auerbach, Aron Kober-Breslau, Rabbiner Dr. Schiffer-Karlsruhe, Rabbiner Buttenwieser, V. I. A. Straßburg, Rabbiner L. Marx, Rabb. N. Marx-Darmstadt, Rabb. Josseliowsky-Memel, Zahnarzt Karl Levi-Mannheim, Loewy Rawitfch, Rabbiner Milakowsky, Kommerzienrat Marx-Königsberg, Dr. Rothschild- Dinslaken, Rabbiner Rosenak-Bremen, Ortsgruppe Basel, Martin Feist, Felix Strauß, Ortsgruppe Paris, Ortsgruppe Pethach Tikwah. Direktor Dr. Lange- Frankfurt a. M. sagt namens des neugegründeten Gruppen-Verbandes dem Provisorischen Komitee Dank für die bisherige fruchtbare Arbeit in Deutschland und gibt der Hoffnung Ausdruck, daß es auch weiterhin dem Gruppen- Verbande zur Seite stehen werde. Das Schlußwort erhält Rabbiner Dr. C a r l e b a ch - Lübeck, der als ältester der anwesenden Delegierten dem Präsidium für die umsichtige Leitung der Verhandlung Dank sagt. Der Präsident schließt den ersten Delegiertentag und fordert die Delegierten auf, nunmehr jeder in seinem Wirkungskreise im Sinne der Tagung weiterzuwirken. Die Delegierten und Gäste blieben noch lange zusammen und schieden in später Nachtstunde im Bewußtsein, ein zukunftsreiches Werk für das Judentum geschaffen zu haben. Zur Jugendorganisation der Augudas Jisroel ist auf die Tage vom 25. bis 28. Dezember ein allgemeiner Jugendtag nach Frankfurt a. M. einberufen, zu dem sich bis jetzt schon 60 Delegierte gemeldet haben. -^- Znef vom Lande. LXXXII. Sehen Sie, es hat mir wohlgetan, daß Sie meine Korrespondenzen vermißt haben. Der Mensch ist halt so. Aber offen gesagt, mir war der Stoff ein bissel ausgegangen. Ueberhaupt, sehen Sie, diese neugierige Frage: Was gibt's Chiddusch? Die Frage könnte einen nervös machen. So soll man gar nicht fragen, man soll froh sein und dem Allmächtigen danken, wenn alles hübsch beim alten bleibt. Denn ich in meiner ländlichen Einsamkeit habe oft darüber nachgedacht, woher eigentlich alles das Geruder und Gezwusel in unserer Zeit kommt. Nun ja, ich habe nachgedacht und nachgedacht und kann den Grund nicht finden. Ich glaube (staunen Sie) es kommt daher, weil wir alle zu bescheiden sind. Jawohl, es stimmt. Denn, wissen Sie, wenn einer

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