Das jüdische Blatt
- Journal
- Das jüdische Blatt
- Volume
- IV (1913)
- Issue
- 50 (12.12.1913)
- Date
- 1913-12-12
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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6 Wr. 50 Das jüdische Klatt. Solle man denn vielleicht einen eigenen Verein zur Erhaltung der Volksschule gründen? Die Ausführungen des Redners werden ergänzt durch einen Kollegen. Beide Parteien (Gemeindebund — Lehrerverein) hatten sich schon einander genähert, jetzt aber suche man durch den Antrag Loewe die Frage überhaupt auszuschalten. Die mittlerweile stattgehabte Auszählung der Stimmzettel hat ergeben, daß die vom D. I. G.-B. vorgeschlagenen Mitglieder zum Ausschuß sämtlich gewählt sind. Unangenehm berührte es zum Schlüsse, als Prof. Philippson zur Ehrenrettung seines Freundes Türck sich in Beleidigungen und persönlichen Angriffen gegen den Vorstand des Lehrerverbandes ergeht. Die Sitzung wurde mit den üblichen Dankesworten des Vorsitzenden um iYi Uhr geschlossen. berg (Jersey City), Pykus, Perl, Rödelheim, Dr. M. Seidel, ferner die Herren Henry Fischet, N. B. Jsakson, Sarason, M. Freimann, Komaika, Z. H. Altschul, Dr. I. Friedmann, L. M. Moris, H. Glaß und Fischmann. Auch die „^.ssoeiation 0f Orthodox Rahhis oi: United States and Cansula" hielt gestern eine Sitzung ab, in der beschlossen wurde, daß ihrerseits die Gäste bei ihrer Ladung von einer fünfgliedrigen Deputation empfangen werden sollen, worauf dann ein großes Fest, ein „rabbinisches Bankett", veranstaltet wird. An einem der folgenden Tage findet dann im EH1EH run ein Volksmeeting statt, bei dem sowohl die Gäste als auch einheimische Redner zu Worte kommen Aus der Agudas Jsroel-Bewegung. Halberstadt. Deutscher Delegiertentag. Die hiesige Ortsgruppe trifft alle erforderlichen Vorbereitungen für die am 14. d. Mts. hier stattfindende Delegiertenversammlung der Agudas Jisroel. Im unmittelbaren Anschluß an den öffentlichen Teil der Tagesordnung findet im Logensaale eine Jugendversammlung statt zur Gründung der Halberstädter „Jugendgruppe". Die Herren Delegierten und Gäste werden gebeten, etwaige Wünsche, sowie ihre Ankunftszüge möglichst bald Herrn Julius Sichel, Halberstadt, Domplatz 2 I anzugeben. Propagandaversammlungen fanden außerdem statt in Hamburg und Lübeck. In Rußland macht sich ebenfalls reges Interesse geltend. So fand in Kischinew eine Versammlung der angesehensten Rabbiner Bessarabiens statt, die sich bereit erklärte, für die Forderung der Agudas Jisroel einzutreten und die dem Provisorischen Komitee ihr volles Vertrauen kundgab. Der Nestor t>er nnn ^^uRabbiner D. Friedmann hat in Gemeinschaft der führenden Rabbiner Rußlands und Galiziens an unsere Brüder in Amerika einen offenen Brief gesandt, in dem er energisch für die Agudas Jisroel eintritt. Auch in Tunis beginnt sich eine Ortsgruppe zu gründen. Die Sefardim setzen in Erziehungsfragen große Hoffnungen auf die Agudas Israel. In New - Pork hat sich ein „vorbereitendes Komitee zum Empfange der Augudas Jisroel-Delegierten" aus den hervorragendsten Rabbinern und Volksführern gebildet, das für den 18. November eine größere Versammlung einberief, um die zu treffenden Maßnahmen im Einzelnen zu besprechen. Diesem Komitee gehören an die Rabbiner Dr. Ph. Klein, S. A. Jaffe, M. S. Margolis, D. A. Lewinthal (Philadelphia), Dr. M. Hyamsohn, I. H. Löwen- 11 Korrespondenzen. || MM —— Glfaß-Kstkrinaen. - MS Vorstandswahlen im Oberelsaß. Die Beteiligung war eine günstige, da alle Wahlen Resultate zeigten, obwohl, wie bekannt, die Wahlen im Oberelsaß nur dann gültig sind, wenn zwei Drittel der eingeschriebenen Wähler sich beteiligen. Bisher sind folgende Ergebnisse eingelaufen: A l t k i r ch: Dreifuß Lazard, Julien Weil, Jules Blum, Benjamin Hauser, Dreifuß Jacques. Bergheim: Keine Wahl stattgefunden. B i e s h e i m: Benjamin Greitfammer, Daniel Heimendinger, Samuel Levy-Jacques, Lippmann Marx, Naphtali Moife. B o l l w e i l e r: Abraham Grumbach, Salomon Grumbach, Heymann Hecker. Colmar: Paul Wurmfer, Simon Weil, Moife Bloch, Heinr. Bodenheimer, Dr. Roland Hamburger, Em. Mayer, Alfred Strauß. Dörnach: Geismann Lazard, Geismann Levy, Geismann Pierre, Bloch Felix, Wallach Charles. Dürmenach: Salomon Lang, Erneft Ullmann, Simon Zivi, Moritz Brunfchwig; Nachwahl 1 Mitglied. Gebweiler: Raphael Dreifuß, Heimendinger Henri, Alphonfe Bloch, Kauffmann Moses; Nachwahl 1 Mitglied. (Aus Palästina.)! ging der hallende Ruf durch die geräumige Schul', und die folgende Stille der^'Award nur durch die rauschenden Eukalyptus vor Schul' anheimelnd unterbrochen, die sich auf den Regen, dem die kleine aber doch so bedeutungsvolle Einschaltung galt, schon im voraus zu freuen schienen. Sie hatten ja schon einige Jährchen hinter sich, diese manchmal knorrigen, festen Stämme und waren über wichtige Angelegenheiten bestens informiert, standen sie doch am Eingang der Kolonie, und dazu noch vor Schul', wo alles zusammenkam, jeder Fremde vorbeikommen mußte . . . und heute abend wurde für das Jahr zum ersten Male um Regen gefleht, um das köstliche Naß, von dem so viele — ja alle Hoffnungen abhingen, und sollte man nicht aufgeregt sein. Hoch warfen sie die belaubten Kronen, um nach den weißen Wolken im Westen zu sehen — aber es ließ sich nichts blicken. Husch . . . kam da Meister Sausewind angefahren und rief ihnen, während er eilig vorbeifegte, die beruhigende Nachricht zu, daß ein Heer im Anzuge sei. Und sie gaben sich zufrieden, neigten wie dankend die immergrünen Häupter und freuten sich mit den zuversichtlichen, auf dem Heimweg zu plaudernden Menschen. Viel Verkehr entwickelt sich am ^2» IE 'n ^er Kolonie nicht, da sitzt der p*i2j-j Syp bei seiner Familie, um den Anfang der Woche im Kreise der Seinen über ”p"'p und XEEj 3u feiern, und bald lagerte tiefe Ruhe über der Niederlassung. Die letzten Lichter von py verlöschten, als am blanken Firmament die ersten Patrouillen erschienen, hier eine Gruppe, beweglich, leicht gefedert — dort ein Posten — etwas ganzes, fest, wie ein Wurf Mörtel aus geübter Hand des Maurers an glatter Wand. Und dann kommt langsam, leise, das riesige Heer in kompakter Masse heran, verteilt sich in erhabener Ruhe über den Horizont, hier dichter, dort luftiger, durchsichtiger in lautloser Stille und Gelassenheit und dann — fällt Tropfen um Tropfen gemächlich, wie um der Erde Zeit zu lassen, sich von dem freudigen Schreck zu erholen und das Ersehnte mit weiten Armen aufzufangen. Ein Beben, ein leises Zittern .... ach, wie wohlig nach monatelanger Hitze . . . Und leise rauscht der Eufnfnnhi«