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Das jüdische Blatt · 1913-12-05 · 49 (5.12.1913) · p. Seite 9

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Journal
Das jüdische Blatt
Volume
IV (1913)
Issue
49 (5.12.1913)
Date
1913-12-05
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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Nr. 49. Das jüdische Statt 9 folgte ein Diskussionsabend, an dem neben jüngeren Damen und Herren auch Mitglieder des Lehrerkollegiums und des Kuratoriums teilnahmen. Nach einem Referat über „Das heutige Judentum und die Jugend" wurden verschiedene aktuelle Fragen, so der Kampf um die jüdische Schule, eingehend besprochen. — Die Vereinigung, die das Interesse der ehemaligen Schüler für die Anstalt rege erhalten will, indem sie dieselben zu regelmäßigen Zusammenkünften vereint, hat für die kommenden Monate einige bewährte Redner zu Vorträgen gewonnen und hofft dadurch auch zur Förderung des jüdischen Lebens in der Gemeinde beizutragen. Gunzenhausen. Jäh und unvermittelt traf uns die Schreckensbotschaft vom Hingang des in so jungen Jahren uns entrissenen Herrn Philipp Sommer. Trotzdem er erst seit einigen Jahren hier wohnt, war er allgemein beliebt und geachtet. Der Ewige schütze die Seinen. München. Die in der Nähe der Pettenkoferstraße wohnenden Glaubensgenossen beabsichtigen demnächst eine Synagoge zu erbauen, nachdem sie mit Mietslokalen mancherlei Erfahrungen gemacht haben. Es ist zu erwarten, daß diese Synagoge mit Zustimmung des Rabbinats und der Kultusgemeinde unter der Patronage der Ohel Jakob errichtet wird. Schopfloch. Eine außerordentlich große Teilnahme auf allen Seiten erweckte der Hingang des so früh verschiedenen Herrn Sigmund Heiligenbronn. Er war ein guter Jehudi, ebenso edel als Sohn wie als Gatte und Bruder, ein friedfertiger Mensch, eine reine Seele. rDi* jP. Würzburg. Der Jahresbericht der Jsr. Präparandenschule Talmud Thora in Höchberg für 1912/13 gibt uns einerseits ein erfreuliches Bild über die Tätigkeit und die Lehrerfolge der altbekannten Anstalt, auf der anderen Seite aber verkündet uns der Bericht die wenig erfreuliche Tatsache eines Defizits. Wir sprechen mit der Einleitung des Berichts. Eine Würdigung dieser Tatsachen dürfte der weitverbreiteten Ansicht, daß unsere Anstalt gut fundiert und deshalb auf Spenden nicht angewiesen sei, entgegentreten. Angesichts dieser mißlichen Verhältnisse finden auch wir es für angezeigt, daß der oft gerühmte Opfersinn unserer Glaubensgenossen sich erneut bewähren möge, um dadurch das Fortbestehen einer der ältesten Anstalten ihrer Art sichern zu können. Preußen. Bingen a. Rh. Der vor zwei Jahren nach Augsburg berufene langjährige hiesige Rabbiner, Herr Dr. Gr ü n f e l d, hat einen Ruf als Rabbiner nach München erhalten mit einem Gehalt von 20 000 Ji, wie man hört. -e- Snden. Freiburg. Zu einer w ü st e n Szene kam es am 30. August d. I. nach dem Gottesdienst in der Synagoge zu Kirchen (Amt Lörrach). Dort entstand wegen eines geringfügigen Vorfalls während des Gottesdienstes nach dessen Schluß unter mehreren Besuchern eine wü st e Schlägerei, die sich teils in der Synagoge selbst, teils in der Vorhalle oder im Hof abspielte. Einer der Hauptbeteiligten bedrohte die Anwesenden sogar mit einer Mistgabel und mit einem Spaten, so daß sich mehrere in die Lehrerwohnung über der Synagoge flüchteten. Nach der Schlägerei verließen mehrere Beteiligte mit blutigen Köpfen den Platz, darunter auch ein 73 jähriger Mann. Wegen dieser Vorfälle hatten sich am 28. November vor der Strafkammer der 73 jährige Handelsmann Leopold Braunschweiger sowie seine beiden Söhne Max und Simon zu verantworten. Das Urteil lautete wegen Bedrohung für Leopold Braunschweiger auf 20 Ji Geldstrafe, für die beiden Söhne auf je 50 Ji Geldstrafe, sowie Tragung der Kosten. Karlsruhe. Am verflossenen Sonntag hielt die hiesige Ortsgruppe Agudas Israel eine Versammlung ab, in der Herr Rabbiner Dr. Schiffer, der Vorsitzende der Ortsgruppe, über Zweck und Ziele der Aguda sprach. In anschaulicher Weise verbreitete er sich über das Programm und forderte schließlich die Anwesenden, die mit diesem Programm einig gehen, auf, beizutreten. Namens des Prov. Komitees dankte Herr Meier Altmann dem Redner für seine schönen Darlegungen. In der Diskussion ergriff das Wort Herr L u p o l i a n s k i, der in einem Gemisch von Jargon und hochdeutsch, aber nichtsdestoweniger in packender Weise, eine Uebersicht über den gegenwärtigen Stand der Judenfrage zu geben versuchte. Ferner sprach noch Herr Meier A l t m a n n. Darauf wurde die Wahl des Vorstandes vorgenommen. Das provisorische Komitee, das sich aus den Herren Dr. Schiffer, Meier Altmann, Jsac Ettlinger, Leopold Haas und Leopold Schwarz zusammensetzte, wurde per Akklamation gewählt. Außerdem sollen noch 2 Vertreter der galiz. Gemeinde heineingewählt werden. Auffallend war die starke Beteiligung von seiten der Galizianer, während von den in Frage kommenden Karlsruhern nur wenige anwesend waren. -ckarlsruhe. Hier hat sich eine „freie jüdische Vereinigung" in der Reformgemeinde gebildet, die in positiver religiöser Hinsicht auf die Zusammensetzung des Vorstandes Einfluß zu gewinnen sucht. -c- Gebetszeilen. (Freitagabend) (Sabbatausgang) Ansbach. 4 U. 15 Fürth. 4 11. 15 Mülhausen. 4 U. 45 Nürnberg: Synagoge Essenweinstraße . . 4 U. i» Strahburg. Synagoge Kleberstaden .... 4 11. 30 „ Kageneckerstraße . . 4 U. 30 Stuttgart. 4 U. 3o (Amtswoche: Bezirksrabb. Dr. Stößel.) 5 U. »5 3 U. 05 5 U. 25 5 U. oe 5 U. 20 5 11. 20 5 U. ii ii I ü m t ft eir u a chrichlen.!§j§ [7l\ jW, lMitteilungen für diese Rubrik werden 1 - kostenlos ausgenommen.) . l — Gekorene: Armand, S. v. Dreyfuß-Hauser, Genf. — Eine Tochter v. Daniel Guggenheim, Gailingen. — Ein Sohn v. Charles Blum u. Frau Jenny, geb. Baer, Gundershofen.

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