Das jüdische Blatt
- Journal
- Das jüdische Blatt
- Volume
- IV (1913)
- Issue
- 42/43 (15.10.1913)
- Date
- 1913-10-15
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 42/43. Das indische Statt. 5 L- % ■• -t iß z..y ,. . •~8 sSasI ' ^«äULäafei Är ^A«.!üe^i£r4 'i WiTi. Jk a a;f kk In Wo,;^E «N.»°W»»!chMx * ■* WfBtaar M / ■nkKI Ml Bfflfc ÜBff.5: TMrch hin üsnte drei Meter hohen Umzäunung eingefaßt worden sei, seitdem seien Kinderspiele dort unmöglich gewesen. Schachowski sei überhaupt ein leichtsinniger Mensch und Schwätzer. — Der Zeugs beharrt in einem mehrstündigen Kreuzverhör bei diesen Angaben. Der Staatsanwalt fragte den Zeugen Schützmann Leschteschenko, ob der Umstand, daß bei der Auffindung der Leiche aus der Tasche des Getöteten ein Leinwandlappen herausgezogen und dann wieder in die Tasche gesteckt worden sei, in das Polizeiprotokoll ausgenommen worden sei. Der Zeuge erinnert sich nicht daran. Der Staatsanwalt bemerkte, der Lappen habe eine große Bedeutung. Auf Antrag des Verteidigers Grusenberg wurden diese Worte in das Verhandlungsprotokoll eingetragen. Der Journalist Bortschewski, Mitarbeiter der „Kiewskaja Mysl", erklärte, die Mutter und der Stiefvater des Ermordeten seien in der Redaktion seiner Zeitung gewesen, um über das Verschwinden Justinskys zu berichten; sie seien dabei sehr ruhig gewesen, der Stiefvater habe sogar gelächrlt. Der Journalist Ordynski teilte mit, die Wäscherin Simonenkowa habe gesagt, alle sprächen davon, die Juden hätten den Mord begangen, sie wisse aber, wer der Mörder sei. Ordynski erklärte ferner, er habe gehört, daß Wera Tschebrjak gesagt habe, Justinsky sei von den Brüdern und einem anderen Verwandten ermordet worden. Vierte Sitzung, Samstag. 11. Oktober. In der Abendsitzung vom Samstag erklärte die von der Zivilpartei geladene Zeugin Tschechowska, die Wera Tscheberjak habe vor Beginn der Verhandlungen im Zeugenzimmer versucht, den Knaben Saruzki zu überreden, daß er aussag e, er sei bei der Szene des Kinderraubes durch Beilis dabeigewesen; der Knabe habe aber dieses Ansinnen abge'lehnt. D i e Z e u g i n blieb bei ihre r >A ussage, die großes Aufsehen machte. Bei der heutigen Zeugenvernehmung sagte der Ofensetzer Jaschtschenko von der Saizewschen Fabrik aus, er habe am Tage der Ermordung Justinskys einen unbekannten gntgekleideten Mann mit schwarzen Haaren und Schnurrbart und rasiertem Kinn sich in verdächtiger Weise in der Nähe der Fabrik bewegen sehen. Nach der Auffindung der Leiche habe er mit Prichodkos Verwandtem Njeschinski darüber gesprochen und dieser habe sofort die Vermutung geäußert, der Unbekannte sei Prichodko, Justinskys Stiefvater, gewesen, und der sei des Mordes verdächtig. Der Zeuge berichtet, wie er auf der Polizei mit Prichodko konfrontiert wurde, den er zweimal erkannt habe. Auch vor Gericht erkennt der Zeuge in dem Unbekannten Prichodko. Er beschuldigt dabei die Polizei, daß sie Prichodko vor der Konfrontation durch Rasieren und Schminken entstellt habe. Es ergibt sich, daß Prichodko den Bart abwechselnd trug und wieder entfernte. Prichodko ist mehrmals bestraft. Mit der Wera Tscheberjak war er schon längst bekannt. Den größten Teil des Tages beansprucht das Verhör' des Laternenanzünders Schachowski, des wichtig st en Zeugen der Anklage. Er macht den Eindruck eines verblödeten, in der Entwicklung zurückgebliebenen Menschen. Verhört erklärt er, er habe am Todestage Justinskys diesen mit Schenja Tscheberjak nach dem Grundstück der Fabrik von Saizew gehen sehen und mit dem Knaben gesprochen. Justinsky habe weder einen Ueberrock getragen noch Bücher bei sich gehabt. (Der Verbleib dieser Objekte bleibt rätselhaft, da der Knabe von zuhause mit Ueberrock und Schulbüchern wegging: die Verteidigung vermutet, daß er beide bei Tscheberjaks liegen ließ.) Am nächsten Tag traf Schachowski Schenja allein und fragte ihn, ob sie gestern gut gespielt hätten. Schenja berichtete, sie seien beini Spielen gestört worden, da ein Mann im schwarzen Bart sie weggejagt habe; der Zeuge vermutet, daß dies Beilis gewesen sei. Da der Zeuge im Kreuzverhör die Episode des Mannes mit dem schwarzen Bart überhaupt fallen läßt und sich mehrfach widerspricht, werden seine vor dem Untersuchungsrichter abgegebenen Aussagen verlesen. Er wurde siebenmal verhört, die beiden ersten Male berichtete er von dem Schwarzbärtigen, beim dritten Male erklärte er, er habe gelogen, beim vierten Verhör nahm er seine erste Erklärung wieder auf, verweigerte aber dann die Unterschrift für das Protokoll, indem er erklärte, seine eben abgegebene Aussage sei erlogen. Auch das neueste Kreuzverhör klärte die Widersprüche nicht auf. Schachowski berichtet dabei allerdings, die Polizei sei in ihn gedrungen, er solle gegen Beilis aussagen. Zu mehreren Zeugen sagte Schachowski, noch ehe Beilis verhaftet war, er werde diesem „eins anhänge n", weil er damals glaubte, Beilis habe ihn wegen eines Holzdieb st ahls an gezeigt. Diese Worte gab der Zeuge vor dem Untersuchungsrichter zu; er räumt sie auch jetzt ein. Großes Aufsehen macht endlich noch die Feststellung, daß Schachowski wie Schenja Tscheberjak Beilis gut kannten, sodaß es unerfindlich erscheint, warum sie von ihm, wenn er Justinsky wirklich geraubt hätte, nicht mit Namen, sondern nur mit der Bezeichnung „schwarzbärtig" redeten; einen Erklärungsgrund dafür vermag der Zeuge nicht anzugeben. Die Augenscheinnahme der Saizewschen Fabrik hat der Präsident auf Montag angesetzt. Am Sonntag abend wurde die Zeugin Uljana Schachowska vernommen. Sie sagt ebenso widerspruchsvoll aus wie ihr Mann. Der Zeuge Student Golubew, der namens der Organisation der Antisemiten private Nachforschungen anstellte, erkrankte sofort nach Beginn des Verhörs am Montag morgen an Herzschwäche. Golubew erklärte, ein anonymes Schreiben an Frau Prichodko aus Charkow, das die Juden des Mordes an Justinsky beschuldigte, und die Aussagen der Wera Tscheberjak und der Wolkiwna hätten ihn zu den Nachforschungen veranlaßt. Das Gutachten der gerichtlichen Sachverständigen hätte ihn dann überzeugt, daß ein Ritualmord vorliege. Daß die Juden Christenblut brauchen, glaubt der Zeuge fest. Er gibt zu, daß seine Aussagen nicht auf Grund eigener Beobachtungen sondern auf Aussagen Dritter beruhen. — Der Zeuge glaubt zu wissen, daß am Sterbelager des Schenja Tscheberjak auch dessen Mutter stand, als der Knabe nach dem Empfang der Kommunion den Geistlichen nochmals heranrufen wollte. Am Nachniattag besichtigte das Gericht vier Stunden lang mit den Geschworenen, den Vertretern der Parteien und der Presse die Fabrik von Saizew, die benachbarte ehemalige Wohnung der Tscheberjaks, endlich die Höhle, wo Justinskys Leiche arifgefunden wurde. Das hebräische Gebet. (Van angesehenen Rabbinern Rußlands zur Einschaltung im Gottesdienst verfaßt.) y-pi pbi ppbr fncn mmbDm mornn Ti n:n "n ndd by üvn ZPDLC pn bD nno mmbyn ' □cm Kj Nbsn cmrrn □ciNbi pme bm pppin bc^c mbucn bNPü” -py pcnc by reim bp ,na:p bn pnc* bp cm -cm rpinp nnrn •nb^yc bei nb^by □eci reim mbb rmnn ,pon mp5* ~cc e pn des* Nb i:m e -yi yTp ,nnrin bc *pD “iy np ippyi eycc nycc irby Pier mn cnn