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Das jüdische Blatt · 1913-09-12 · 37 (12.9.1913) · p. Seite 8

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Journal
Das jüdische Blatt
Volume
IV (1913)
Issue
37 (12.9.1913)
Date
1913-09-12
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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8 Das jüdische Klatt Nr. 37. Jahr wurde er zum Mitglied der Synagogenkommission gewählt, aber feine Hauptaufgabe blieb ihm die Armenpflege. Auch dem städtischen Armenrate gehörte er an. Herr Reishofer war eine Zierde der Gemeinde, fein Hinscheiden wird von allen bedauert, die ihn kannten. Straßburg. Eine 'ansehnliche Trauerversammlung erschien Donnerstag, den 4. d. Mts., nachmittags auf dem Kronenburger Friedhof, um dem in Paris verstorbenen Herrn Moise Levy die letzte Ehre zu erweisen. Herr Oberrabbiner Ury schilderte in längerer Rede die edlen Eigenschaften des Entschlafenen, rühmte besonders die Treue des Verewigten, vermöge deren er s. Zt. zu seiner hohen Vertrauensstellung im Hause Blum-Auscher gelangt war. Hierauf trat der Präsident des Verwaltungsrates des israel. Krankenhauses, Herr Moise Hirsch, an die Bahre, um dem Heimgegangenen ehemaligen Kollegen folgenden Nachruf zu widmen: C'68t en mon vom et an vom de mes collegues de la Maison de saute Israölite que je viens vous exponier, Madame, ainsi qu’a tonte la fand Ile de notre regrette defunt, nos sinceres condoleances. Le defunt, Mr. Moise Levy, a ete elu membre du comite de la Maison de saute Israelite le 21 September 1893. Pen de temps apres son entree dans le comite, il a ete vorn me econome, fonction que notre taut regrette collegue a rempli avec devouement et conscienciensement pendant 17 ans. Le defunt venait. tous les jours ä la Maison de saute pendant quelques beures pour verifier les comptes, se renseignait de ce qui s’y passait et ivoubliait jamais de visiter les pauvres malades qui ont ete et seront toujours soignes dans notre höpital. Nous etions tres p ein es lorsque notre regrette collegue nous a annonce qu’il quitterait Strasbourg pour aller habiter Paris, car nous savions que nous perdrons en lui un collaborateur devoue qui ne travaillait qne pour le bien et la prosperite de la Maison de Santo. Nous avons su apprecier les grands Services qu’il a rendus ä la maison, et pour lui en prouver sa reconnaissance, le comite Pa nomine ä Punanimitc membre honoraire de notre höpital. Nous garderons eternellement le meilleur Souvenir de notre regrette defunt. Adieu, eher ami et collegue, que cette terre te seit legere, que ton fune repose en paix. Sfrafebutg. Am verflossenen Mittwoch, den 3. d. M., sprach im „Jüdischen Juigendbund" Herr D r. Iony Schneider über „Das Recht des Handlungsgehi l f e n". Der Redner verbreitete sich in geschickter Weise über die einzelnen einschlägigen Fragen wie Konkurrenzverbot, Konkurrenzklausel u. a. m. Die klaren Ausführungen fanden reichen Beifall. — Am Freitag, den 12. d. M., werden im Vereinslokal Schlossergasse 21 die so beliebten „Freitag-Abende" unter der bewährten trefflich-sachkundigen Leitung unseres Vorsitzenden, Herrn Referendar E d - m o n d W e i l l, wieder ausgenommen. Sie bestehen in zwangloser Unterhaltung über jüdische Tagesfragen. Gäste sind willkommen. Saarunion. Unsere Gemeinde hak einen ihrer Getreuen verloren. In der fünften Sabbatstunde ist Herr Jakob David in eine Welt berufen worden, die ein ewiger Sabbat ist. Ein großer Leichenzug legte Zeugnis ab von den Sympathien, die sich der Verstorbene bei Juden und Nichtjuden errungen hatte. Auf dem Friedhof entwarf Herr Rabbiner Dr. Debre ein Charakterbild des Verblichenen. Kayerm. Höchberg. L. G. E h r e n r e i ch, ppy der seit 1908 zum Vorstand der hiesigen Präparandenschule berufen war, ist nicht mehr. In ihm verliert die Anstalt einen treuen Lehrer, einen.unermüdlichen Fürsorger. War doch sein ganzes Leben mit den Geschicken dieser Anstalt verknüpft; ihr galt seine Lebensarbeit, aus ihrer Blüte suchte er die Wurzeln seiner Kraft. Die Beerdigung legte Zeugnis davon ab, wie schwer der Verlust empfunden wird. Möge der Allmächtige an die Herzen der Seinen die Kraft seines Trostes senden. rcSM“!. Rothenburg o. X. Eine seltene Feier brachte uns dieser Sabbat. Zum ehrenden Angedenken an ihren vor Jahresfrist verstorbenen Vater, den sel. Herrn Moses Mann, hatten dessen Kinder unserer Gemeinde eine Sefer Thora gestiftet, welche heute ihrer Bestimmung übergeben wurde. Nach dem Minchahgebet am Freitag abend begann die erhebende Feier in der geschmackvoll dekorierten Synagoge mit Rezitation von Psalmen. Es ging wie ein freudiges Erwarten durch die versammelte Gemeinde, als nach dem Ausheben man der neuen Sefer Thora entgegenging. Es war wirklich eine Simchas Thora, nicht bloß der äußeren Feier nach. Mit einer Weihepredigt unseres Rabbiners, welche sich an Deut. 31, 26 anschloß, endigte die stimmungsvolle Feier. Mit einem Seelengebet am Sabbatmorgen und der daran sich schließenden Festpredigt war dem Sabbattage sein besonderes Gepräge gegeben. Der Sabbat abend sah die Festteilnehmer in gemütlicher Zusammenkunft beieinander. Schwabach. Erst wenige Jahre sind verflossen, seit die p -p Schule Schwabach in das Talmud-Thora-Jnstitut Schwabach umgewandelt wurde. Von den unvergeßlichen geistlichen Führern, Rabbiner L. Wißmann und Rabb. H. Wechsler gleich anfangs für ”p“ Dy rnin lisbr1 gegründet, hatte sich die Anstalt das Lehrziel einer israelitischen Präparandenschule gesteckt und gar mancher Lehrer in geachteter Stellung verdankt ihr seine Vorbereitung fürs Seminar — auch einige Rabbiner haben daselbst die Grundlage ihrer Ausbildung erhalten. - - Aus der Erwägung heraus, daß zur Vorbereitung für den Lehrerberuf genügend Gelegenheit vorhanden ist, während es an einer geeigneten Heimstätte für Schüler der Mittelschulen mangelt, wurde später die Umwandlung in ein Institut beschlossen und alsbald ausgeführt. Das Talmud-Thora-Jnstitut soll auswärtigen Schülern, welche das hiesige Progymnasium oder die Realabteilung besuchen, das Elternhaus ersetzen, ihre häuslichen Studien überwachen und leiten, ihre Lebensführung streng beaufsichtigen, sie nach religiössittlichen Grundsätzen erziehen und den Weg des Guten führen. Daß durch die vorgenommene Aenderung einem fühlbaren Bedürfnisse abgeholfen wurde, zeigt sich am besten dadurch, daß wie seit mehreren Jahren auch heuer wieder die Zahl der Aufnahmegesuche die der verfügbaren Plätze übersteigt, weshalb wiederum mehrere Meldungen abschläglich beschieden werden mußten. Zu dem so notwendigen Erweiterungsbau kann so lange nicht geschritten werden, als nicht durch reichlichere Beiträge und Stiftungszuwendungen genügende Mittel zur Verfügung -stehen. Würzburg. Die diesjährige Generalversammlung des israelitischen Lehrervereins für das Königreich Bayern stand unter dem ernsten Zeichen des Rücktritts unseres Vorsitzenden, des Herrn Hauptlehrers Goldstein-Heidingsfeld. Zwanzig Jahre hat derselbe die Geschicke des Lehrervereins mit Hingabe und Treue geleitet. Es waren schwere zwanzig Jahre. Der Geschichtsschreiber wird dereinst zu verzeichnen haben, daß es die Periode kraftvoller Entwicklung des ursprünglich als Unterstützungsverein gedachten Lehrervereins zu einer bewußten Standesvertretung war. Der Verein würdigte die Tätigkeit des Scheidenden in einer ernst und würdig gehaltenen Ehrenurkunde. Möge durch des Allmächtigen Güte der nunmehrige Ehrenvorsitzende bald wieder ganz gekrästigt an den weiteren Geschicken des Lehrervereins Freude und Genugtuung erleben. Zu seinem Nachfolger wurde der bis-

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