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Das jüdische Blatt · 1913-08-31 · 33 (31.8.1913) · p. Seite 8

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Journal
Das jüdische Blatt
Volume
IV (1913)
Issue
33 (31.8.1913)
Date
1913-08-31
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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8 Das jüdische Klatt. Nr. 33 noch die seit dem letzten Wahlkampfe so viel besprochene Kandidatur des Karäischen Abenteurers, Chapsal, der in den persischen Wirren eine hervorragende russenfreundliche Rolle gespielt und daher bei der russischen Regierung von Einfluß und Ansehen ist. Dieses Ansehen und dieser Einfluß bleibt vielleicht nicht ohne Wirkung auf die Entscheidung der Karäer, denen ihre politischen Vorrechte vor allem am Herzen liegen. Nicht um alles möchten sie den Juden gleichgestellt werden und in die in Rußland Übliche Rechtlosigkeit zurückfalleil. Da sie glauben, dieses Schicksal befürchten zu müssen, wenn sie dem Chapsal ihre Stimmen entziehen, ist dessen Wahl nicht ausgeschlossen. Ter bessere Teil der Karäer hält ihn zwar wegen seiner politischen Vergangenheit für unwürdig, die Nachfolge des populären verstorbenen Chacham Pampulow anzutreten, und die demokratischen Elemente unter ihnen haben Vorsorge getroffen, daß ihm bei seiner Wahl die 200 000 Rubel nicht zufallen, die für den Chacham und seine Kanzlei gesammelt worden sind. Aber bei der Rücksicht, die die Karäer auf ihre politische Stellung zu nehmen gewohnt sind, ist die Wahl dieses Mannes nicht ausgeschlossen. («Österreich-Ungarn. Ein ungarischer Bischof über die Zweiteilung der jüdischen Konfession in Ungarn. Der reformierte Bischof von Debreczin Desider B a l t h a - s a r hat als liberaler Abgeordneter-Kandidat am Sonntag, 3. August, wie wir der Allgemeinen Jüdischen Zeitung entnehmen, eine Programmrede gehalten, in der er sich auch über die Stellung des Staates zu den Konfessionen ausließ. Er führte die Bedeutung des Artikels vom Gesetze des Jahres 1848 aus und betont die Notwendigkeit der Verwirklichung der Gleichberechtigung aller Konfessionen, wie sie von diesem Gesetze gefordert wird. Dann ging er zu der Lage der jüdischen Konfession über und erklärte, daß auch sie wie alle ansage zu dem Balwirer, er soll mir mein Hals heilen; er gibt mir zur Antwort, wenn ich ihm 30 Franken gebe, dann heilt er mir mein Hals. Und mein ganzes Vermögen ist nicht mehr gewesen als 60 Su, wo ich zusammen gespart habe von Schabos-Obst- Geld, und wenn ich dann und wann ein Su oder ein Groschen Trinkgeld Hab bekommen, das Hab ich als gelegt unter die Balken vom Dachstuhl; denn ich Hab eine kleine Schwester gehabt, die hat mir alles nachgespürt, die hat mir als das Geld vielmal genommen. Ich nehme die 50 Su und gehe zu dem Balwirer und sage, bas ist mein Vermögen, ich kann ihm nicht mehr geben, der Balwirer will mich nicht annehmen mit mein Geschwür. Ich inache mir Gedanken darüber, wie ich das Geld hernehme für den Balwirer zu bezahlen. In alle Schmerzen kauf ich mir für die 50 Su Guffen und Nadeln auf der Meinung, daß ich das Geld werd herausbringen für das Geschwür zu heilen, wenn ich fleißig hausieren gehe. Ich gehe hausieren in alle Schmerzen von morgens bis abends, in der größten Kält. Mein Nahrung war gebratene Krumbiren, die Hab ich bekommen von die Bauern und habe Guffen dafür gegeben. Abends Hab ich mir selber Kartapla aufgelegt und Hab nicht schlafen können für Schmerzen. Die Schmerzen nehmen überhand. Ich gehe auf Sulz zu einem geschickten Balwirer, mein bißchen Nadeln und Guffen habe ich mitgenommen. Ich zeige mein Umstand. Der Arzt geht und setzt mich auf ein Stuhl und gibt mir eine alte Schüssel unter zu heben unter der Bart und deren auf die Wohltat des 8 20 dieses Gesetzes Anspruch habe, sowie sie im Besitze der Autonomie sein werde. Vorläufig wird noch darüber gestritten, sagte der Kirchenfürst, ob eine einheitliche jüdische Autonomie verordnet werden soll, oder ob der jüdischen Konfession zwei Autonomien, eine orthodoxe und eine neologe zu gewähren sind. Meiner Ansicht nach, fuhr er fort, ist eine einheitliche Autonomie unter den ungarischen Juden unmöglich; eine solche könnte nur schädlich sein. Wenn die gegensätzlichen Auffassungen der beiden Schattierungen in eine einheitliche Autonomie hineingezwängt werden sollte, dann wäre sie eine unversiegbare Quelle ewiger Streitigkeiten. Daher sollte man jeder der beiden Schattierungen eine eigeneAutonomie mit Delegationsrecht erteilen, wie es zwischen Protestanten unb Lutheranern der Fall ist. Galixren. Boykotthetze. Der russisch-polnische Boykott gegen die Juden macht auch in Galizien Schule. Von einem Teil der niederen katholischen Geistlichkeit unterstützt, setzen die galizischen Judenfeinde alle Hebel in Bewegung, um den Boykott in die Wege zu leiten. Die Landbevölkerung wird gegen die Juden aufgehetzt. In diesen Tagen erschien eine politische Broschüre, in der gesagt ist: Die Teilung Polens wurde von 4 Mächten vollzogen: von Preußen, von Rußland, von Oesterreich — und von dem Judentum. Die Juden werden als die historischen Todfeinde des polnischen Volkstums bezeichnet. Das polnische Volk wird aufgefordert, sich seines inneren Feindes zu entledigen, indem es alle geschäftlichen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Beziehungen abbricht und die Juden dadurch zur Massenauswanderung zwingt. Die Broschüre wurde in einer Massenauflage hergestellt und durch antisemitische Hetzer im ganzen Lande verbreitet. schneidet das Geschwür auf, dann ist herausgelaufen eine ziemlich große Brüh. Wie die Brüh haußen war, Hab ich ganz leicht gehabt. Ich frage, was ich schuldig bin. Der Arzt fragt mich, wie stark mein Vermögen war. Ich zeige dem Balwirer meine Guffen und Nadeln, der gibt mir zur Antwort, das Vermögen wür zu klein. Wenn ich einmal etwas verdiene, dann solle ich zu ihm kommen. Ich gehe Gottesnamen heim mit meinem Umstand und pfleg mich so gut als ich gekonnt habe und gehe wieder hausieren, wie ich vorher gegangen bin, und habe für meine Ware eingehandelt Krumbiren und Rüben, als ich etwas kochen Hab können, wenn ich heim bin gekommen. Denn es war keiner daheim gewesen als ich, der etwas machen hat können. Meine größte Schwester war in Dienst in Dijon. Mein Bruder, der größte, der war Militär und mein anderer Bruder, der war bei meinem Vater zu schaffen. Sie sind nur alle Woche heimgekommen mit einem kleinen Verdienst, bloß für Schabos zu machen. Mein kleinere Schwester, die war leider gestorben, aber zuerst verdorben, denn sie war gar jung und hat kein Mensch gehabt, wo ihr gesäubert hat. In der Stiefmutter ihre zwei Kinder hat sie im Bett aufgezogen; kann man sich einbilden, wie die geraten sind! Denn sie ist im Bett liegen geblieben von dem mal an, als sie geheiratet hat, bis sie gestorben ist, das hat gewährt "0 Bedenkt, wie die Haushaltung ist geführt worden! >;ch sieh die Haushaltung ziemlich ein als der Misere gar groß war, denn ich habe als der Untschied gesehen, wenn mir geschafft haben bei andere Leut wie glücklich als sie leben gegen uns. (Fortsetzung folgt.)

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