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Das jüdische Blatt · 1913-08-01 · 31 (1.8.1913) · p. Seite 7

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Journal
Das jüdische Blatt
Volume
IV (1913)
Issue
31 (1.8.1913)
Date
1913-08-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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7 Das jüdische Kiatt Nr. 31. Tätige Mithilfe der Juden beim allgemeinen Hilfswerke in Saloniki. An dem allgemeinen Hilsswerk, das in Saloniki ohne Unterschied der Rasse und Religion von allen Teilen der Bevölkerung in großem Maßstabe für die Verwundeten des Krieges geleistet wird, nehmen auch die Inden einen hervorragenden Anteil. Ein Kreis von jüdischen Bürgern hat ein Komitee gebildet, um Gaben in natura für die verwundeten Soldaten zu sammeln. Ein aus Griechen, Juden und Mohammedanern gemischtes Komitee will die Spitäler der Stadt mit dem Nötigen versorgen. Ein Jude, Josef B e n s u s a n, ist zum Vizepräsidenten dieses Komitees gewählt worden, dessen Präsident ex oflicio der Metropolit von Saloniki, Mgr. Germadios, ist. Ein anderes Komitee, das ebenfalls Juden zu seinen Mitgliedern zählt, hat die Aufgabe, Gelder zu sannneln und hat zu diesem Zweck schon reichlich Beihilfen von Juden erhalten. Der jüdische Jnterclub hat 1500 Frs. zu diesem Zwecke gestiftet. Das jüdische Hirsch'sche Hospital und die jüdischen Schulen wurden von den jüdischen Gemeinden den Verwundeten zur Verfügung gestellt und eine große Anzahl jüdischer junger Leute beiderlei Geschlechts widmet dem Roten Kreuz seine Dienste beim Transport von Verwundeten und bei der Krankenpflege. Die jüdischen Krankenpfleger haben auf Anregung des Makkabaerturnvereins und mit Unterstützung des Oberrabbiners die Erlaubnis erhalten, als Erkennungszeichen statt des Roten Kreuzes einen Magen David am Bande und am Arm zu tragen. Palästina. Jerusalemer Brief. Kaum sind es zwei Monate her, seitdem das hiesige orthodoxe Blatt sein Erscheinen einstellte und schon führt die Sensationszeitung des gegnerischen Lagers eine Sprache nicht nur gegen das hiesige Betdin und die populärsten Thoragrößen, sondern überhaupt gegen sämtliche Organe des alten „Jischuw" — wie bereits früher ausgeführt wurde, werden von der neuhebräischen Presse die gesamten thoratreuen Insassen Palästinas schlechterdings so genannt —, führen eine Sprache, die nicht einmal mehr auf dem Fischmarkt paßt. Für eine Bekanntmachung, in der das Betdin vor nDHp □'’&'jK warnt, die bei den von dem Makkabüerverein veranstalteten Ausflügen Vorkommen, diese gerechte Warnung trugen dem Betdin und den sich seiner annehmenden Rabbinern in der genannten Zeitung einen Schwarm von Schmühartikeln ein, in denen Bezeichnungen wie „Eidechsen" und Rainen sonstiger nobler Tiere von nur noch keckeren Verleumdungen übertroffen werden. Unter dem Druck der natürlichen Entrüstung, die darüber entstand, fand sich ein sehr stattliches Publikum, bestehend aus den angesehensten gesetzestreuen Vertretern des Jischuw im Bethause Betjoäl zu einer Versammlung ein, um zu beraten, wie die Gründung einer orthodoxen Zeitung — der einzige erdenkliche Weg zur Rettung der Ehre und Prestige Jeruscholaims — wieder in die Hand zu nehmen sei. Die wichtigsten Beschlüsse dieser Versammlung seien hier wiedergegeben: Einstimmig wurde die wirkliche Unentbehrlichkeit eines solchen Blattes und die Notwendigkeit seines täglichen Erscheinens zugegeben. Es wurde außerdem der Vorschlag akzeptiert, ein siebengliedriges Aktionskomitee aus den Eemeindenotablen zu wählen, um die Versammlungsresolution durchzuführen und nach dem von diesem Komitee zu entwerfenden Plane für die Blattgründung Aktien herauszugeben. Die Aktionäre haben alljährlich, am 15. Ab, eine Kontrollkommission zu ernennen, bestehend aus drei gesetzestreuen Herren, die darauf zu achten haben, daß die Redigierung immer den Grundsätzen des überlieferten Judentums entspricht, sowie darauf, daß das Blatt Gemeingut bleibt (der öffentlichen Meinung entspricht). Das Aktionskomitee ging bereits energisch ans Werk und es ist zu hoffen, daß wir hier bald ein anständiges orthodoxes Tageblatt haben, das Jerusalem zur Ehre gereicht. — Das leider so frühe Ableben des Dr. Israel R o o s ließ hier einen nachhaltenden tiefen Eindruck zurück. Es gibt hier wohl keine Anstalt, die nicht von der segensreichen Hilfe des Heimgegangenen frequentiert wurde. Sein Hauptaugenmerk jedoch war dem Schaarezedek-Hospital zugewendet, daß seine Entstehung und Erhaltung großenteils der eifrigen Tätigkeit Dr. Roos verdankt. Dieses Krankenhaus gereicht der deutschen Judenheit, die es erhält, zum Stolz. Nicht nur ist es durch seine mustergültige Ordnung, und seine bereits sprichwörtlich gewordene peinliche Reinlichkeit ausgezeichnet, sondern vor allem durch die richtige Verfolgung seines eigentlichen Heilzweckes selbst. Es verfügt auch über einen modernen Operationssaal, in dem selbst die schwierigsten Operationen vorgenommen werden. Außerdem hält es eigens einen Pavillon mobil für Isolierung solcher Kranken, die mit ansteckenden Krankheiten behaftet sind. Solche Erkrankungen sind leider hier nicht selten. Neulich hört man wieder von Erkrankungsfällen an Genickstarre, die vor etwa 4 Jahren sich so zahlreiche Opfer aus der besten hoffnungsvollsteil Jugend aussuchte. (Als erstes Opfer forderte sie damals den kaum 20jährigen Jeremias Weber der trotz seiner Jugend schon allgeinein als gediegenster Talmidchochom bekannt gewesen war und alif den Rabbi C h a - j i nl S o n n e n f e l d in seinem rührenden Nachrufe in herzerschütterndem Wehltlagen die Bibelworte allsries. •'mis'Dnbl pKu-) Und wieder ist es der verdienstvolle Chefarzt des Schaarezedek-Hospitals, Dr. M. W a ll a ch, der die Erkrankteil, Absonderuilg halber, in jenem Separatpavilloll aufninlint uild hiilgebungsvoll für deren Behandlung sorgt. Daher wäre es gefühlvollen ilnd tatlustigen Menschenuild Erezisrael-Freunden sehr zu empfehlen, daß sie es sich vorilählnell, durch eigne Tätigkeit, sowie durch Aneiferung anderer, die bedauerliche Lücke, die das Hillscheiden Dr. Roos' in dieser Heilstätte gerissen hat, möglichst auszufüllen. I e r u s ch a l m i. Ein neues jüdisches Stadtviertel in Jerusalem. Ein reicher jüdischer Kaufmann in Kalkutta, Joseph Abraham S ch a l o m, hat in Jerusalem ein größeres Terraiil erworben, auf denl er 24 Wohnhäliser erbauen läßt, die armen spaniolischjüdischen Familien zu je dreijähriger unentgeltlicfjcr Benutzung überlassen werden sollen. Außerdem erhält jede Familie 1000 JL jährlich unter der Bedingung, daß die Männer in der zur Erinnerung an den Stifter zu gründenden Jeschibah „Porath Joseph" täglich dem Thorastudium obliegeil. Das Baliterraiil kostet 130 000 Frs., die Kosten des Hüuserbalies sollen sich aus etwa 250 000 Frs., belaufen. Nach einer Mitteilung der Jerusalemer Zeitung „Hacheruth" hat Herr Schalom in der Kalkuttaer Filiale der Bank of England anderthalb Millionen Franks für palästinensische Wohlfahrtszwecke deponiert. 40 Prozent der Zinsen sollen zur Erhaltung des genannten Stadtviertels und 5 Prozent für das jüdische Hospital in Hebron verwendet werden. Die Verwaltung des neuen Stadtviertels besteht aus den Herren: Nisim Eljaschar, Elia A. Sasson, A. Ch. Valero und Nissim Nachum.

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