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Das jüdische Blatt · 1913-07-25 · 30 (25.7.1913) · p. Seite 6

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Journal
Das jüdische Blatt
Volume
IV (1913)
Issue
30 (25.7.1913)
Date
1913-07-25
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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6 Das Mische Klatt. Nr 30. §g Korrespondenzen. lg Mia - MsaK-K-thrirraen. - slia Ktraßburg. Nachdem durch Beschluß der Plenarsitzung der 3 Konsistorien vom 1. Mai ds. Js. dem Diplom, das Herr Religionslehrer K o h n - D i e d e n h o f e n sich bei der liberalen Rabbinerkommission geholt hat, die Anerkennung versagt worden war, hat sich nun in der verflossenen Woche Herr Kohn einer Prüfung in Straßburg unterzogen, vor einer Kommission, die aus den Herren Oberrabbiner Ury-Straßburg, Dr. Netter-Metz und Herrn Dr. Marx-Straßburg, sowie 1 Herrn Dr. Ascher-NeuchLtel bestand. Das Ergebnis war derart, daß die Erteilung eines Rabbinatsd i p l o m s an den Kandidaten mit Einstimmigkeit versagt werden mußte. Straßburg. Ein unübersehbarer Leichenzug bewegte sich vorletzten Donnerstag durch die Stadt nach dem alten Friedhofe zu, um Herrn C e r f D r e y f u s, der nach längerer Krankheit im Alter von 82 Jahren gestorben war, zu seiner letzten Ruhestätte zu begleiten. Im Trauerhause sprach Herr Oberrabiner U r y wohlverdiente Worte der Anerkennung für das echt jüdische Wirken, den religiösen Sinn, die edle Wohltätigkeit des allgemein bekannten und hochgeschätzten Greises. Ihm schloß sich, als Freund der Familie, Herr Rabbiner Lev y-Hagenau an. Die allgemeine Teilnahme möge den Angehörigen, besonders der Witwe, die dem Gatten, mit dem sie so lange Jahre in Liebe verbunden war, nachtrauert, ein Trost sein. Sein Andenken wird noch lange leben bleiben. Strahlung. Auf eine Einladung der Firma Wolfs Netter u. Jakobi besichtigte eine stattliche Zahl von Mitgliedern des Jüdischen Jugendbundes das imposante Walzwerk der Firma, unter Führung eines der Ingenieure. Vergangenen Freitag haben die beliebten „Freitag- Abende" des Jugendbundes im gemütlichen Vereinslokal in der Schlossergasse 21 wieder begonnen, an denen sich allwöchentlich jugendliche Leute versammeln, um unter Leitung eines erfahrenen Akademikers sich über jüdische Tagesfragen zu unterhalten. Auch der Lesesaal ist allabendlich für jeden Interessenten geöffnet. Straßburg. „Jüdischer Turnverein und Jüd. Jugendbund". Sonntag, den 27. Juli: gemeinsamer Ausflug nach Heiligenberg—Girbaden—Heidenkopf—Oberehnheim. Sonntagskarte Oberehnheim oder Heiligenberg Al 1,05. — Abfahrt: 6 54 Uhr; Rückfahrt: 9 1U Uhr. Colmar. Das Konsistorium des Oberelsaß verschickte diese Tage ein Zirkular an die Herren Rabbiner, daß dieselben vor Antritt ihres Urlaubs den Stellvertreter dem Konsistorium nennen möchten. Düppigheim.' Ein Jahr nach dem Tode ihres Gatten wurde auch Frau Witwe L6on Levy am TIErQ 3U ihrer letzten Ruhestätte an der Seite des Geliebten gebracht. In Vertretung des leider schwer erkrankten Herrn Dr. Goldstein-Mutzig, hielt Dr. B l o ch-Oberehnheim in Anknüpfung an die Bedeutung des Tages die Trauerrede. Hagenau. Unsere Gemeinde wird bald eines ihrer besten Mitglieder verlieren, indem Herr Arthur A h zu seinen Kindern nach Brüssel übersiedeln wird. Seit zwanzig Jahren war er Präsident der Verwaltung des Friedhofes, dessen Erhaltung allen am Herzen lag; er war der beste Kenner desselben, und bei jeder Nachforschung konnte er die zuverlässigste Anweisung geben. Bei der Erfüllung der G e m i l l u s H e s e d war er stets der erste und der letzte. Herr Ah war auch ein gewissenhafter Sammler alter Dokumente, die er immer dem Archiv der Gesellschaft für die Geschichte der Israeliten in Elsaß-Lothringen überwies. An seiner Stelle übernahm Herr David Levy-Mayer das Amt als Präsident der Verwaltung des israelitischen Friedhofes, und als neues Mitglied ist Herr Arthur Hemmerdinger in dasselbe eingetreten. M- W. Hagenau. Fräulein Jetta Levy-Scheidt in Paris, eine Enkelin des bekannten und geschätzten Herrn E. Scheidt, hat ihre Prüfung in Physik, Chemie und Naturgeschichte bestanden und damit die Berechtigung zum Studium der Medizin erlangt. Außerdem hat Fräulein Jetta Levy-Scheidt den ersten Teil der Prüfung für die Icketm8r--Ü8-i8oilmco8 bestanden. M. W. Hagenau. Herr Arthur Hemmendinger, welcher seit 30 Jahren der hiesigen Feuerwehr angehört, wurde vergangenen Sonntag zum Oberbrandmeister und Stellvertretender Branddirektor befördert. M. W. Markirch. Herr Kantor E. Wolfs aus Saarunion wurde mit 50 Stimmen zum Kantor hier gewählt, 8 Stimmen fielen auf Herrn Weil aus Barr. fSiehe auch Sprechsaal. Die Red.j 7Neh. Wie wir aus sicherer Quelle erfahren, hat Herr Oberrabbiner Dr. Netter es abgelehnt, die interimistische Verwaltung des Rabbinats Diedenhofen weiterzuführen. Da auch Herr Religionslehrer Kohn infolge seines Durchfalls beim Examen für diesen Posten nicht weiter in Betracht kommt, so steht der anderweitigen Besetzung der Stelle, die jetzt schon über 3 Jahre (seit ihrer Gründung am 1. April 1910) vakant ist, nichts mehr im Wege. Tleuweiler. Ein großer Zug, wie ihn die jüdische Gemeinde in Neuweiler selten sieht, begleitete am Sonntag, den 20. Juli, den Kantor Koch zu seiner letzten Ruhestätte. Der Verstorbene hinterläßt vereinsamt seine zweite Gattin und seine drei Söhne, von denen der ältere Rabbiner in Göteborg (Schweden) und der jüngere in Weißenburg ist; der jüngste Sohn ist Kantor in Longwy (Frankreich). Einem Zusammentreffen günstiger Umstände ist es zu verdanken, daß auch die beiden auswärtigen Herren ihrem Vater die letzte Ehre erweisen konnten. Nachdem im Trauerhause Rabbiner W e i l l -Buchsweiler dem Verstorbenen den üblichen Nachruf gewidmet hatte, nahm Herr Dr. L. Koch- Weißenburg unter Tränen Abschied von seinem Vater mit der Hoffnung und dem Wunsche, daß einst das Schofar der Freiheit ertönen wird, zum Zeichen neuen Lebens und Wiedersehens. Auf dem Friedhof sprach Herr Dr. Eh. Koch-Göteborg zu Ehren seines Vaters über die heilige Pflicht der Elternverehrung, und empfahl den Jüngeren, das Wort der Alten nie in den Wind zu schlagen. Dann rollte Scholle auf Scholle in das Grab. Die ganze Gemeinde Neuweiler sowie einige Vertreter der benachbarten Gemeinde Weitersweiler hatten es sich angelegen sein lassen, dem im Alter von 71 Jahreil abberufenen Kantor Koch die letzte Ehre zu erweisen. Dayern. München. Herr Lehrer Rosenfelder in Scheinfeld erhielt den Posten des Sekretärs in der hiesigen israelitischen Kultusgemeinde.

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