Das jüdische Blatt
- Journal
- Das jüdische Blatt
- Volume
- IV (1913)
- Issue
- 30 (25.7.1913)
- Date
- 1913-07-25
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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2 Das jüdische Blatt. Nr. 30. nachgefolgt ist, und wo sich seine Spuren verlieren, dein Volke seinen Götzendienst vorhält, da fällt der ganze Chor der Weiber und Männer mit Hohn über ihn her. Mosel) stirbt, indem er das verheißene Land mit eigenen Augen sehen darf, Jeremia endet, wie wir annehmen müssen, im Golusland Aegypten, während die Blüte des Volkes in der babylonischeil Gefangenschaft trauert. An Pesach und Schowuaus steht die Person unseres Lehrers Moseh im Vordergrund, die Verkörperung der „drei Wochen" ist Jeremia. Welch ein Gegensatz! Und doch gehören die Gegensätze zusammen: hätte das Volk die Thora, die ihm durch Moseh gelehrt worden, nicht verlassen, hätte Jeremia seine Klagegesänge nicht anstimmen brauchen. In der Rückkehr zur Thora liegt die Vorbereitung zu der Zeit, mit deren Erwähnung die Kinoh, von der wir ausgingen, schließt: „Wonne und Freude! Es flieht Kummer und Seufzen, wenn ich zurückkehre nach Jeruscholaim". Dr. Schwär z-Sulz u. W. Die giftgeschwängerte Atmosphäre. Die zwei Jahre, in denen der Beilisprozeß wie eiil Krankheitsstoff durch den Körper des russischen Volkes schleicht, haben genügt, um das ganze russische Leben zu vergiften. Es bedarf keiner Hetzapostel mehr, der Prozeß allein stellt die verderblichste Hetze dar. Aus den sumpfigen Tiefen der Volksseele treibt er allenthalben die Gifte des rohen, tierischen Hasses empor, der nach jüdischem Blute gierig ist. Die Blutlüge hockt nicht nur in Kiew, sie schwebt überall in der Luft, wie ein gefährliches Gas, um bei deni geringsten Stoße zu platzen. In Pontnew haben wir das erste Beispiel dieser Art erlebt. Das christliche Ideal dieser verführten Massen verlangte acht jüdische Opfer. Sie wurden in ihrem Hause verbrannt. In Partschew (Polen) kommt eine christliche Mutter mit zwei Kindern zu einem jüdischen Arzt, um das jüngere impfen zu lassen. Inzwischen geht das ältere auf die Straße um zu spielen. Kommt die Mutter aus dem Konsultationszimmer und vermißt ihr Kind. Wehegeschrei der Mutter, die Juden haben ihr Kind geraubt. Der Mob läuft zusammen, erstürmt die Wohnung des Arztes, zerstört alles, was nicht angemauert ist, verwundet zwei Juden und drei Jüdinnen, — und am Nachmittag wird das vermißte Kind wieder aufgefunden. Doch der Wahnsinn ist nicht zu bekehren, und die Luft bleibt mit dem Gifte der Lüge geschwängert. Schon gibt es täglich derartige Vorkommnisse. In Libertow fällt ein Bube in der Nähe einer Landstraße zusammen. Sofort fällt der Verdacht auf den jüdischen Gutsbesitzer Kirschenberg. Die Menge sammelt sich erregt und droht mit der Beilis-Lüge. Zum Glück erscheint die Polizei, die Kosaken werden zusammengezogen, der Bub wird ertrunken aufgefunden ohne Zeichen von Gewalttat auf seinem Körper. Ein Glück für die Juden von Libertow! Aehnliches trug sich in Nomel zu. Geheimpolizisten forschen bei dem Juden Chajim Schanal nach dem Verbleib seiner früheren Dienstmagd Kowesina. Ihre Eltern sind ohne Lebenszeichen von ihr; was kann das für einen anderen Grund haben, als ritueller Mord? Glücklicherweise wird nachgewiesen, daß sie an einer anderen Stelle dient. Wieder ein Wunder. Das Leben eines Juden in Rußland ist schon um ein Paar Schuhe feil. Nach der Hazephira lockten zwei Bauern ein jüdisches Jüngelchen von 14 Jahren in den Wald, töteten es, und raubten ihm seine neuen Schuhe! In Schadowe (Kowno) ermorden drei Bahnarbeiter in der Nähe des Bahnhofs eine jüdische Fainilie, übrig bleibt nur ein lOjähriges Kind, mit Blut begossen und mit schweren Wunden bedeckt. In Hobodowke (Podolien) fällt eine jüdische Familie von vier Personen Mördern zum Opfer. Was braucht es weiterer Kommentare? Das Verbrechen wird ansteckend wie Giftkeime. Wehe der Regierung, die diese Gefahr nicht sieht! Das Schlimme dabei ist, daß diese blutige Atmosphäre auch den Juden die Besinnung raubt, auch die Juden in Narkose versetzt. Oder soll man einen milderen Ausdruck gebrauchen, wenn mail vernehmen niuß, daß in Kiew 80 jüdische Studenteil der Haiidelshochschule, die in ihrer Eigenschaft als Juden abgewiesen wurden, sich zusammen haben taufen lassen. Darauf wurden sie sofort in die Anstalt aufgeliommen. So wirkt diese igiftgeschwängerte Atmosphäre! 8l§nifica1ion dii repos sabbatique. Bien des cominandements de notve Torali sont mal compris ou mal interpretes; de lä la desuetude dans laquelle ils tombent, ou du peu d’interet et d’attention qu’on y prete. Ainsi combien de personnes ne tiennent aucun compto du repos sabbatique; les unes pretendent que ne s'etant pas fatiguees les six premiers jours de la semaine, il n’y a donc pas lieu de reposer le septieme; d’autres disent que le schabboth etant prescrit comme jour de repos, olles 86 fatiguent plus ä ne rien faire qu’ä travailler et que travailler est un delassement pour elles. Cela provient uniquement de ce que cette loi du repos sabbatique est generalement mal comprise et surteilt mal interpretee. On dit que I)ieu ayant cree le monde en six jours, se reposa le septieme et que par consequent il a donne l’exemple du repos ä l’homme. Erreur que tont cela. Dien n’a pas besoin de repos et lorsqu’on dit que Dien se reposa le septieme jour, ce n’cst lä qu’unc metaphore, une expression symbolique. Le repos du 7e jour a ete commande ä l’homme dans un but tout autre que celui qu’on lui donne. Il a un sens beaucoup plus profond. Le jour qui suivit l’achevement de la creation — le septieme jour, par consequent — est le jour ou cette creation fut donnee ä l'homme pour qu’il y regnät en maitre. Ce jour-lä doit donc rester consacrö comme un souvenir perpetuel, rappelant ä l'liomme que tout ce qui l’entoure appartient ä Dien seul, que la force et le droit de tout maitriser et dominer lui vient de Dien seul, qu’il. n’a pas le droit de s’enorgueillir, ni se faire gloire de sa puissance sur terre au point d’oublier de qui lui vient cette puissance, cette force et ce droit ici bas! Il doit s’inculquer et se rappell er que tous les biens terrestres sont ä Dien et non ä lui, qu’il n'en est que le geraut temporal re; qu’il doit en disposer seien la volonte divine; en ce jour de sabbath il ne doit faire aucun travail, ne faire travailler ni son serviteur, ni son bceuf, ni son äne, afin qu’il reconnaisse qu’aucune force, aucune puissance n’emane de lui; que sur cette terre — meine ce qui le touche de plus pres — rien ne lui appartient et que tout ne lui a etc que prete! F. W.