Das jüdische Blatt
- Journal
- Das jüdische Blatt
- Volume
- IV (1913)
- Issue
- 29 (18.7.1913)
- Date
- 1913-07-18
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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8 Nr. 29. Da» jüdische Klatt. Bund bewogen werden. Die Konstituierung der verschiedenen Gemeinden N e w - A o r k s zu einer einheitlichen K e - h i I l a wird begrüßt. Doch wird die Erwartung ausgesprochen, das; alle Kommissionen, deren Tätigkeit sich auf Gebiete des überlieferten Judentums erstreckt, wie Erziehung, Sabbat- und S p e i s e g e s e t; e, sich mir aus solchen Personen zusammensetzen, die im Leben die Gesetze des überlieferten Judentums beobachten. Der Ausschuß wurde mit geringen Aenderungen wieder gewählt. Dazu gehört auch der frühere Dajan in London, $) y - ü m s o n. Der Sprecher des amerikanischen Hauses der Abgeordneten als Präsident des amerikanisch-rumänischen Emanzipations-Komitees. Don der Bildung des amerikanisch-rumänischen Emauzipationskoniitees haben wir bereits berichtet, wir haben auch bereits'gemeldet, daß sich dieses Komitee an den deutschen Kaiser mit der Bitte gerichtet hat, sich für die Menschenrechte der Juden in Rumänien zu verwenden. Es ist hinzuzusüge», daß jetzt, der Sprecher des Hauses der Abgeordneten zu Amerika, Mr. Champ Clark, die Präsidentschaft des Komitees angenonnnen hat. In dem Briefe, in dem er feine Annahme erklärt, schreibt er, er rechne es sich zur hohen Ehre an, znm Präsidenten des amerikanisch-rumänischen Komitees ernannt worden zu sein, er liebe die Juden, er meine, daß diese das größte Wunder in der Welt darstellen, da sie fortleben, obgleich sie in vielen Ländern verfolgt werden und daß die Zahl jüdischer Verbrecher und Besitzloser verhältnismäßig viel kleiner fei als bei den anderen Bevölkerungsteilen. Er fei in einem kleinen Orte aufgewachsen, wo er nie einen Juden sah und habe daher manches Vorurteil gegen die Juden genährt. Als er aber später mit Juden in Berührung kam, zuerst als Lehrer, wo er die jüdischen Zöglinge bewundern lernte und dann in anderen Lebenslagen, habe er seine früheren Vorurteile völlig abgelegt und jetzt besitze er die tiefste Zuneigung zu der ganzen jüdischen Rasse. Der amerikanische Kongreß und die Juden in Rumänien. Die rumänische Jndenfrage ist jetzt vor den Kongreß in Washington gekommen. Das Kongreßmitglied I. Hampton Moore hat die Aufmerksamkeit der amerikanischen Regierung auf diesen Punkt gelenkt, indem er eine Resolution aus dem Kongreß einbrachte und diese in längerer Rede begründete. Er wollte vom Staatssekretär wissen, ob es wahr sei, daß der Berliner Vertrag von 1878 von Rumänien verletzt werde. Mr. M o o r e berichtete dem Hause, daß er zuverlässige Nachrichten habe, nach welcher die rumänische Regierung dem Paragraph znwiderhandle, der bestimme, daß die Religion für die Rechte und Pflichten des Bürgerrechts kein Hindernis fein dürfe. Er wünsche vom Staatssekretär Bryan zu wissen, ob mit Rumänien oder mit den Mächten, die den Vertrag unterschrieben hätten, wegen der Beobachtung des Vertrags durch Rumänien Verhandlungen gepflogen worden seien, oder betreffs eines Naturalisationsvertrags zwischen den Vereinigten Staaten und der rumänischen Regierung. Sollten solche Verhandlungen stattgefunden haben und kein Ergebnis erzielt worden sein, so wünsche Mr. Moore, daß der Unterstaatssekretär dem Hanse mitteile, ob die Vereinigten Staaten Interesse an der Erfüllung des Berliner Vertrags und an dessen Handhabung insofern haben, daß weitere diplomatische Schritte wünschenswert wären. Die Rede erweckte die Aufmerksamkeit des Hauses und rief vielfache Unterbrechungen hervor, in deren Verlauf festgestellt wurde, daß gegenwärtig etwa 250 000') Juden in Rumänien lebten, die zum Kriegsdienst unter die Fahne gerufen werden und trotzdem der menschlichen Grundrechte beraubt seien. Die Klagen betreffs der rumänischen Inden wurden 1902 vom Staatssekretär Hay offiziell anerkannt, sagte Mr. Moore. Diplomatischer Briefwechsel folgte. 1901 sollte nach dem dem Staatssekretariat gewordenen Berichte ein besseres Verhältnis zwischen der rumänischen Regierung und den sogenannten „einheimischen" Juden sich angebahnt haben. Seither sei weder von der amerikanischen Regierung noch von irgend einer anderen irgend etwas für die Juden in Rumänien geschehen. Man muß annehmen, sagte Mr. Moore, daß die sieben bis acht Millionen Rumänen befürchten, von den 100 000 Juden überflügelt zu werden. Er fügte hinzu, daß seit den Zeiten des Staatssekretärs Hay eine beständige Flut rumänischer Einwanderung nach Amerika stattgesunden habe, so daß jetzt kaum mehr als 250 000 Juden in Rumänien zurückgeblieben seien. Mr. Moores Rede machte einen großen Eindruck und sein Antrag wurde an die Komlnission für auswärtige Angelegenheiten verwiesen. Das einzige Land, das heutzutage die Sache der Menschenrechte, die in den Juden verletzt werden, in die Hand nimmt, ist Amerika. ip Korrespondenzen. lg - Elsaß Kotlirinaen. - 0113 Straßburg. Von dem Israelitischen Konsistorium des Unter- Elsaß erhalten wir folgende Zuschrift: Wir beehren uns, Ihnen ergebenst mitzuteilen, daß durch Beschluß der vereinigten Konsistorien vom 1. Mai d. Js. an Stelle des aus dem Konsistorium ausgeschiedenen Mitgliedes, Herrn Kommerzienrat Kaufsmann, Herr Aron Weil, Mitglied des israel. Konsistoriums des Bezirks Unter-Elsaß, zum Präsidenteil der Versicherungs- und Pensionskasse für Witwen und Waisen der israel. Vorsänger in Elsaß-Lothringen sowie der Pensionskasse der Kantoren in Elsaß-Lothringen ernannt worden ist, und bitten wir Sie, bekannt zu geben, daß sämtliche Zuschriften betr. diese beiden Kassen Herrn Aron Weil, hier, Poststraße Nr. 6, zugehen sollen. Für das israelitische Konsistorium des Bezirks Unter-Elsaß. Der Präsident: Dr. S ch m o l l. Justizrat. Straßburg. Die Gerichtsassessoren Dr. Oppenheimer und L o e b wurden zu- Amtsrichtern ernannt; ersterer dem Amtsgericht in Molsheim, letzterer dem in Diedenhofen zngeteilt. Der außerordentliche Professor Dr. E r n st L e v y ist znm Leiter der bakteriologischen Untersuchungsanstalt für Unter-Elsaß in Slraßburg ernannt worden. Jnsmingen. Unsere Synagoge wurde durch folgende Geschenke beehrt: Frl. El. Nathan stiftete ein von eigener Haild gesticktes schönes Seferthoramäntelchen und auch Herr L. B l o ch- Freialtdorf machte ein solches zum Geschenk. Die Frauenabteilung wurde anläßlich einer Barmitzwohfeier voir Herrn S. Fohlen mit schönen Plüschteppicheil ausaestattet. Den Spendern sei für ihre Gaben herzlich gedankt. Mommenheim. Seit Erbauung unserer Synagoge (1901t fand heute die erste Trauung in derselben statt. Unser lanzp ) Gegenwärtig stehen etwa 30 000 Juden im rumänischen Heere im Felde.