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Das jüdische Blatt · 1913-07-11 · 28 (11.7.1913) · p. Seite 11

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Journal
Das jüdische Blatt
Volume
IV (1913)
Issue
28 (11.7.1913)
Date
1913-07-11
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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Nr. 28. Das jüdische Statt 11 und wollte die Juden an der Bergung ihres Eigentums und der Thorarolle verhindern. Sieben verhaftete Minderjährige erklärten, sie seien von Erwachsenen an gestiftet. Sprechsaat. (Für die in dieser Rubrik erscheinenden Artikel übernimmt die Redaktion keine Verantwortung.) Bevor ich Basel verlasse, möchte ich auf einen schlimmen Uebelstand, der leider tief eingewurzelt ist, die öffentliche Aufmerksamkeit lenken. Er betrifft die zahlreichen Hochzeiten, die von Auswärtigen, welche die hiesigen Verhältnisse nicht kennen, in Basel abgehalten werden. Die meisten derselben finden nicht in dem unter Aufsicht des hiesigen Rabbinats stehenden Restaurant, sondern in irgend einem christlichen Hotel statt, qmm unter der Aufsicht irgend einer jüdischen Frau, die, sagen wir euphemistisch, mit großer Nachsicht ausgestattet ist. Selbst wenn die jüdische Frau ihre Aufgabe ernst nehmen wollte, so könnte sie es nicht. (Das Fleisch kommt nicht aus der unter Aufsicht stehenden Metzgerei. Das allein genügt für den Kundigen.) Auch wenn hie und da ein Topf verzinnt wird, so ist doch das Geschirr, Messer, Gabeln, Löffel, Teller, trefo; die jüdische Frau ist in der Küche, der Chef aber macht, was er will. Unglaubliche Dinge sind schon vorgekommen. An einer Hochzeit war, wie die Aufsichtsfrau selbst erzählte, das Geflügel nicht gefchächtet und das Fleisch wurde mit Butter gekocht. Die Aufsichtsfrau aß nicht von diesem Mahle, gab jedoch ihren Namen dafür her, daß die Hochzeitsgäste diese trefenen Speisen genossen. Ihr ständiger Refrain war: „Wenn ich nicht! da bin, so ist eine andere da", oder: „die Leute, die in christlichen Hotels Hochzeiten abhalten, wissen, daß es nicht koscher sein kann". So wird das Kaschrus, unsere heilige jüdische Einrichtung, dem Gespött und der Lächerlichkeit überantwortet. Wird doch von einem bekannten hiesigen Wirt erzählt, daß er derartige, unter Aufsicht jüdischer Frauen gelieferte Hochzeiten, als „halb t r e f o" oder „F a <■ o n Kosche r" bezeichnet. Ich wäre glücklich, wenn mein Wort auf diejenigen, die bei einem jüdischen Hochzeitsmahl nicht trefo essen wollen, Eindruck machen, und so einem schreienden Mißstande abgeholfen würde. Basel, den 30. Juni 1913. Dr. Simon Adler. Iriefkasten. Nach Diemeringen: Es war letzten Samstag um 9 23 Uhr nacht, und nicht um 8 30 Uhr, trotz des dunklen Wetters. Nach Mülhausen. Besten Dank für Ihre frdl. Zuschrift. Sie haben ganz recht, das ist der reine S t e l l e n k a u f. „W e t t e." Die angegebene Übersetzung ist sehr wohl angängig. ----.- Sind die Inden eine kriegerische Waffe? st Von Carl Frhr. v. Richlhofen. In der russischen Reichsduma wurde vor einigen Jahren bei der Beratung des Rekrutenkontingents der Ausschluß der Juden von der Wehrpflicht durch die Abgeordneten Samysslowsky und Krupenski angeregt. Ersterer behaup- *) Den obenstehenden der Franks. Ztg. entnommenen Artikel geben wir mit geringen Aenderungen wieder. Das Blatt macht zu dem Artikel folgende Bemerkung: Die vorstehenden Ausführungen, deren Verfasser als früherer Offizier und Diplomat gewiß ein ruhiges und klares Urteil hat, werden gerade im Hinblick auf die Reichstagsdebatten über die Wehrvorlage besonderes Interesse finden. tete die Untauglichkeit der Juden zum Militärdienst im allgemeinen, Krupenski brachte einen Antrag dahingehend, die Juden sowohl ihrer religiösen Ueberzeugung als ihrer unkriegerischen Eigenschaften wegen von der Wehrpflicht zu befreien. Zum Ersatz für den Ausschluß von der Wehrpflicht sollten die Juden mit je zehn Rubel besteuert werden. Wenn 60 000 militärpflichtige Juden alljährlich derart besteuert werden, ergibt sich ein Ertrag von nur 600 000 Rubel jährlich. Aus diesem Grunde haben Mitglieder der Rechten zwei Zusätze beantragt. Das erste Amendement verlangt, daß alle von der Wehrpflicht Befreiten eine Wehrsteuer zahlen, aus der ein Kapital zur Unterstützung der Familien von Soldaten, sowie ein Jnvalidenfonds zu bilden ist. Der zweite Zusatzantrag besagt: „Die Duma ist der Ansicht, daß die jüdischen Soldaten in Friedenszeiten sich als ein die Armee zersetzendes Element und in Kriegszeiten als unzuverlässiges und gefährliches Element erwiesen haben; daher wünscht sie, daß das Kriegsministerium der Duma einen Gesetzentwurf vorlegt, der das Heer von diesem Uebel befreit." Diese Anträge sind sicherlich aus der Tatsache entstanden, daß die Hauptbeschäftigung der Juden überwiegend im Handel*) liegt, ein Umstand, der ihre anderen, nicht kaufmännischen Eigenschaften in einem weniger günstigen Lichte erscheinen läßt. In biblischen Zeiten beweisen die Urkunden, daß die Israeliten ebensogut zu kämpfen als zu beten verstanden; wenn sie Niederlagen erlitten, war es meist am Sabbat, weil an diesem Tage des „ewigen Bundeszeichen" die Juden rasteten und keinen Widerstand leisteten. Unter dem jüdischen Helden Judas Makkabäus, der gegen mehrere syrische Heere glücklich focht, sich Jerusalem be- > mächtigte und den Gotteskultus wieder herstellte (166 bis 160! v. Ehr.), haben die Juden Wunder der Tapferkeit verrichtet. In ihren verheerenden und schrecklichen Kriegen mit den Römern ertrugen sie jede erdenkliche Marter und Qual der Belagerung, Hungersnot und Anarchie. Auf das Aeußerste bedrängt, verweigerten sie dennoch die Aufforderung des römischen Generals Titus, Jerusalem zu übergeben, das erst nach langer heldenmütiger Verteidigung Schritt um Schritt erobert wurde. Parteikämpfe im Innern, Hunger und Pest, die Einäscherung des Tempels brachen den verzweifelten Widerstand des Volkes, das nun (70 n. Ehr.) seine politische Selbständigkeit verlor und zu Hunderttausenden in die Sklaverei geführt wurde von dem größten Heere, das je Rom gegen einen Feind gesendet hatte. Der Haß gegen die mächtigen Eroberer, und der sehnliche Wunsch, die nationale Unabhängigkeit zu erneuern, trieb die Juden zu häufigen, aber trotz großer Tapferkeit stets erfolglosen Empörungen, von denen die zur Zeit Hadrians 132 unter dem angeblichen Messias Bar-Kochba die größte und erfolgreichste war. Begeisterte Anhänger, zu denen selbst der Gesetzeslehrer Akiba gezählt wird, schienen Bar-Kochba den Erfolg zu sichern. Der römische Befehlshaber Jul. Severus beendete aber 135 die Kämpfe, bei denen mehr als eine halbe Million Menschen umkamen, mit der Einnahme der letzten Zufluchtsstätte der Juden, der Bergfestung Bettar, der Hinrichtung vieler hervorragender Persönlichkeiten, besonders Gelehrter, der Zerstreuung des Volkes und der Verödung Jerusalems, das von Hadrian neu erbaut und mit Heiden bevölkert wurde. Seit dieser Zeit haben die Juden als Nation nicht mehr in dem eigenen, ihnen gehörigen Lande gelebt. Aber sind ihre kriegerischen Instinkte während der langen Periode ihrer Zerstreuung erloschen? Daß die alten Juden eine kriegerische Rasse waren, kann niemand leugnen, und es muß im allgemeinen zugestanden werden, daß kein Volk die Reinheit seiner Rasse mehr bewahrt hat als die Juden. Aus diesem Faktum kann man den Schluß ziehen, daß sie noch immer die nämlichen, ihrer Rasse an- *) Ja Rußland ist die Hauptbeschäftigung der Juden nicht der Handel.

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