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Das jüdische Blatt · 1913-07-11 · 28 (11.7.1913) · p. Seite 10

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Journal
Das jüdische Blatt
Volume
IV (1913)
Issue
28 (11.7.1913)
Date
1913-07-11
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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10 Das jüdische Statt Nr. 28 u. Lucie Ulmann. — Eliezer Mazour u. Guenia Bourstein. — Isaak Zenenski u. Gabrielle Rosensheck — ßron Blasberg u. Sarah Lapidus. — Henri Hatem u. Yvonne Cremieux. Gestorbene: Fr. Louise Wolf, geb. Bollack, 65 I., Hochfelden. — Baruch Levy, 60 I., Regisheim. — Hirsch Dreyfus, 88 I., Osthofen. — Albert Guggenheim, 75 I., Basel. — Max Wyler, 71 I., Luzern. — Wolf Danielewitsch, 31 I., Zürich. — Fr. Dreyfuß-Picard, 65 I., Basel (Heyenheim). — B. Nordmann, Niederhagenthal. — Charles Bollack. 64 I., Winzenheim (O.-E.). In Paris : Fr. Abendana-Belmonte Abraham, geb. Belmonte-Abigail Abendana, 87 I. — Fr. Strasburger Isidor, geb. Scriber Coralie, 75 I. Fr. Zarifkan Joseph, geb. Rapoport Rachel, 62 I. — Fr. Brunner Paul, geb. Salomon Helene, 56 I. — Frl. Bing Clara, 78 I. — Fr. Mell, geb. Meyer Pauline, 65 I., Creteil 'Aron Jules, 69 I. — Frl. Bloch Dorothee, 85 I. — Fr. Kahn Benjamin, geb. Lang Rose, 68 I. — Meyer Benjamin, 83 I. - Weil Henri, 76 I. — Plolkine Leonie, 2 I. — Fr. Schrameck Moise, geb. Bloch Helene. 80 I. — Salaba Moise, 32 I. Dütsel'.Kcke. Sendungen für diese Rubrik nur an - Dr. Bloch-Barr erbeten. ——— 1 i‘|cliviiild|co Pyramidentälfel. Bon Henry Guggenheim, Liestal. 1. Konsonant. 2. „Mutter alles Lebenden." . — - 3. Midjanitischer Fürst. 4. Talmudisches •s ' 111 _ Lehrhaus und seine Anhänger. — Die li l i mittlere Senkrechte ergibt die hebräische P y j '2 *2 Bezeichnung für Pentateuch. 2?.»il)lcnviitrcL Bon Norbert Lehmann, Dauendorf. 1 2 3 4 5 6 Auserwähltes Volk. - 2 4 3 4 Stammutter. — 3 5 12 Ausländische Getreideart. — 4 4 3 Nebenfluß des Rheins. — 5 6 1 4 2 Prophet. — 6 5 4 Biblischer Frauenname. — Obere Reihe Anfangsbuchstaben der einzelnen Wörter. RätseUösrrrrgerr ans U* 1. MOSE. ORED, SELO, EDO^l. ^2. Lalmanaftar, Äser, Lammed, Manasse, 'Ar, Nissan, Adam. Sara, Silo, Ammon, Noma. Richtige RatseUosungen: <*itt Nätsel: Helene Samuel, Neubreisach. Georg Wahl Dörnach. - Denise Blum, Rosheim. — Suzanne Schwab u. Maurice Ähwab, Realquartaner, Buchsweiler. — Denise Salomon Schlettstadt. Zwei Nätsel: Blanche Geißmann, Dörnach. - Pvonne, Andrö u. Marcel Benedict, Wingersheim. - Jacqueline u. Andre Benedict, Paris. — Fernande Levy, Selektanerin, Zabern. — Norbert Lehmann, 1. Altobläser des Musikverein Dauendorf. — Gaston Gugenheim, Bischweiler (ja Av!). — Elsa u. Leopold Lehmann, Lausanne. — Adolf Kramer, Vorschüler der 3. Klasse, Karlsruhe, Steinstr. 11. Die Droschkenkutscher von Jerusalem. Alan schreibt der Fft. Ztg. aus Jerusalem: Ain ersten Sonntag und Montag dieses Monats ft r e i k t e n die hiesigen Droschkenkutscher. Was das für Jerusalem bedeutet, kann nur der ganz verstehen, der die hiesigen Verhältnisse etwas näher kennt. Da es hier weder Elektrische noch Dampfbahn, noch sonst irgend welche anderen modernen Verkehrsmittel gibt, so ist die Droschke das einzige Gefährt, dessen man sich bedienen kann. Und größere Strecken zu gehen ist hier, bei dem orientalischen Klima, das verweichlicht und erschlafft, fast eine Unmöglichkeit. Selbst in einem Sommer wie dem diesjährigen, der im Vergleich mit sonstigen Jahrgängen bis jetzt angenehm und kühl zu nennen ist, brennt die Sonne doch um die Mittagszeit so versengend, daß jeder, auch der fast Unbemittelte, sich eines Wagens, bedienen muß. Die Droschke ersetzt hier nämlich im wahrsten Sinne des Wortes Omnibus und Trambahn. Die ärmere Bevölkerung kann es sich natürlich nicht leisten, jedesmal einen Wagen zu nehmen, daher fahren dann so und soviele, die gerade nach derselben Richtung wollen, in einem Gefährt, manchmal bis zu acht Personen zusammengepfropft: für diese Fahrt zahlen sie dann jeder zwei nitzlnlie (= zehn Pfennig), also ebensoviel wie wir in unseren Trambahnen. Diese Sitte hat sich so eingebürgert, daß die verschiedenen Kutscher schon immer eine bestimmte Richtung hin und zurück einschlagen und auch die verschiedenen Stadtteile ausrufen. Natürlich sind sie auch darauf bedacht, die Konjunktur zu nutzen. Wenn Droschken sehr gesucht sind, d. i. meist zur Touristenzeit, wo viele einen Wagen allein und häufig für den ganzen Tag nehmen, dann geht der Preis auch für solche, die nur einen Platz mit anderen zusammen erhalten, bisweilen auf vier bis fünf lmMalic in die Höhe. An schlechten Tagen aber, das heißt, an angenehm kühlen, die das Gehen erlauben, kommt es oft genug vor, daß die Kutscher sich von ihrer luftigen Höhe auf die Straße herabbegeben, die Vorübergehenden am Rockärmel packen und ihnen ins Gesicht schreien: „Meachorim!" „Machne Jehuda!", „Babu!", „Wollen Sie einsteigen? Ich fahre gleich ab!" Die Namen sind die Benennungen verschiedener Stadtviertel (wie bekannt gibt es hier keine Straßennamen). So kann es also Vorkommen, daß an manchen Tagen die Leute sich um die Sitze in den Droschken streiten, während an anderen Tagen jemand eine Viertelstunde in seiner Wagenecke sitzen und warten muß, bis sich die übrigen Plätze gefüllt haben. — Nun wollte die Regierung die T ax e für die Wagenstände erhöhen, sowie das schon alte, aber nie befolgte Gesetz, daß des Nachts nicht ohne brennende Laterne gefahren werden darf, energisch durchführen. Hauptsächlich aber wollte sie dem Unfug steuern, daß die Menschen auf der Straße a n g e p a ck t oder angerufen und zum Mitfahren aufgefordert werden. Für diesen Fall sollten die Kutscher eine nicht unbedeutende Strafe zahlen. Jedoch die Droschkenbesitzer wie die Kutscher behaupteten, die erhöhten Abgaben nicht leisten zu können, und fühlten sich außerdem in ihrem alten Recht gekränkt, die Leute nicht mehr zum Einsteigen auffordern zu dürfen. Lieber wollten sie gar nicht fahren. So kam es, daß die Jerusalemer Bevölkerung sich zwei Tage lang nur ju-ipe<les vom Platze bewegen konnte. Am Abend des zweiten Tages jedoch endete die droschkenlose, die schreckliche Zeit. Die edlen Rosselenker hatten einen vollen Sieg errungen. Nach wie vor wird also dem Jerusalemer Passanten am Jaffator, dem Hauptaufstellungsplatz der Droschken, der Ruf in die Ohren gellen: „Gefällig? — Noch Platz im Wagen . . .!" Blillionenstiftung. Der jüngst verstorbene H. Ignaz Sichel, früherer Prokurist im Banthause Rothschild, hinterließ 1J4 Millionen Mark, die nach dem Tode seiner Frau an die jüdische Gemeinde in Frankfurt a. M. auszuzahlen, und zu dem Zwecke bestimmt sind, ein Erziehungsheim für jüdische Kinder zu gründen. Botschafterposten. Zum amerikanischen Botschafter in .Kon stantinopel ist Henri M o r g e n t h a u, ein bekannter jüdischer Bürger New-Yorks, ausersehen. Diesen Posten hatte schon einmal ein Jude inne, nämlich Oskar Strauß. Politische Barbarei. In M o n d s ch e j e w in Polen steckte eine Bunde halbwüchsiger Burschen sechs Häuser von Juden in B r a n d. Die polnische Bevölkerung verweigerte die Hilfel e i st u n g bei der Löschung, die von Truppen durchgeführt wurde

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