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Das jüdische Blatt · 1913-05-23 · 21 (23.5.1913) · p. Seite 11

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Journal
Das jüdische Blatt
Volume
IV (1913)
Issue
21 (23.5.1913)
Date
1913-05-23
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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Nr. 21. Das jüdische Matt 11 HPlPn ''blPa comme les David Sintzheim, les Michel Seligmann, les Emmanuel Deutz, les Mendel Prague animaient de leur immense savoir talmudique et que se plaisait ä frequenter Rabbi Mendel Korgan l'illustre auteur des mHCD lors de ses frequents et prolonges sejours dans la capitale. Votre correspondant dit encore que si le Comite parisien de la mm a dü faire appel k des Conferenciers du deliors, c’est parce que les personnalites locales qualifiees pour parier et sollicitees ä cet effet, s’etaient derobees. Ceci encore n’est pas conforme ä la verite. Si on s’est adresse ä M. M. le Rabbin Dr. Weill et le Commandant A. Lipman — et ce, sur la proposition du signataire de ces lignes — c’est qu’on a pense que leur parole par sa nouveaute piquerait la curiosite du public, constituerait un element d’attraction et que la propagande en faveur de la rHIJlN ne pourrait qu’en profiter fortement. Cette opinion etait juste, car ses messieurs, sur 1‘annonce de leurs Conferences, ont fait affiner de nombreux coreligionnaires ä la salle de Reunion et ont obtenu le plus franc et le plus legitime succes. J’ose esperer, Monsieur le Redacteur en Chef, que vous voudrez bien accueillir cette lehre rectificative dans vos colonnes, et en vous remerciant, k Pavance, de votre hospitalite je vous prie d’agreer l'assurance de mes Sentiments confraternels. H. PRAGUE Yicepresident du Conseil de la Communaute de la «Stricte Observance». Erwiderung. Das freimütige Zugeständnis von dem Rechte der freien Meinungsäußerung seitens des verehrten Herrn Vizepräsidenten Prague ermutigt' mich und ist auch zu verlockend, als daß ich nicht auch an dieser Stelle das Wort ergreifen sollte. Im übrigen aber drückt mir weder Schreibnoch Streitsucht die Feder in die Hand. Sie sind mir deshalb wohl nicht böse, wenn ich auch heute meine Meinung äußere und wiederum nur Tatsachen anführe. Also denn, Herr Prague, much ado about nothing! Ich weiß ja wohl: Veritas odium parit! Aber haben Sie denn meinen Artikel in der vorletzten Nummer des jüdischen Blattes auch genau gelesen? Habe ich denn auch nur mit einem Worte etwas von dem, was Sie hier erwähnen, bestritten oder behauptet? Ich habe mich weder zu entschuldigen, weder etwas zu beschönigen noch ein Wort zurück zu nehmen. Aber verwahren will ich mich dagegen, als enthielte mein Artikel „offenkundige Jrrtümer". Ich sprach am Anfang meiner Ausführungen nur von „Vorträgen" und Rednern und meine diesbezüglichen Allusionen bezogen sich nur auf „Vorträge". Und das Wörtchen „diesem" vor ET) E^S ist nur, wie aus dem Satze leicht ersichtlich, auf Vorträge in Beziehung zu bringen. Sie werden doch wohl das „wenn nur einmal im Jahre ein Redner auftritt" nicht bestreiten wollen?! Aber zurückweisen muß ich Ihren Vorwurf, als hätte ich behauptet, es habe kein etwa dazu qualifizierter und darum angegangener Pariser Redner sich zum Sprechen hergeben wollen. Ich habediese Frage vollständig offen gelassen. Aus Ihren eigenen Worten jedoch konnte man entnehmen, als wollten Sie sagen, der Prophet gelte nichts in feinem Lande. Wir wollen nun sehen, aus wessen Mund die nächsten Discours zu vernehmen sind. Jedenfalls wird niemand eine größere Freude haben als ich, wenn Sie z. B. in Ihrer Eigenschaft als Vice-President du Conseil de la Comnnmaute de la stricte observance, noch mehr als gegenwärtiger Leiter sogar, oder als Redacteur last not last als Komiteemitglied der „Agudas Jisroel" dafür Sorge tragen, daß recht zahlreiche Vorträge stattfinden, die das Pariser Judentum im thoratreuen Sinne beleben. Indem ich mich nun wiederholt auf das von Ihnen zugestandene Recht der freien Meinungsäußerung stütze, gestatten Sie mir wohl, Ihre übrigen Ausführungen noch ein bißchen zu beleuchten. Ich kritisiere weder Dinge an sich, noch Personen, gestatte mir nur Ihren, dem Publikum dargebotenen Stoff mit gesunden offenen Augen zu betrachten. Sehr richtig! DieE7 EH KEPPp N‘”Qi1 dite communaute de la stricte observance" existiert. Jeden Nachmittag, vor oder nach nn32, 5u einer Zeit, wo weder Kaufleute, noch Angestellte u. dgl. Zeit haben, wird gelernt. Das Lernen muß einem Legate gemäß stattfinden. Publikum: einige bezahlte Leute, ein oder zwei Kultusbeamten, eventuell auch ein selten einmal ein Vereinsmitglied. Sabbat-Nachmittag - ebenfalls zugegeben! Tableau: ähnlich wie vorstehend: Haben die Leute am J")DE^ auch Zeit, so läßt sich doch fast niemand sehen, zumal eine Anzahl Leute schon um 12p: das pp^2 Gebet verrichten. Herr Prague, was nennen Sie nun eigentlich „un vrai foyer d’Etudes sacrees?" Vielmehr: j> laut appeler un chat un chat. Aber Herr Prague — wohl bemerkt wieder auf Grund des Rechts der freien Meinungsäußerung — daß Sie rmPH die sich vor vielen Dezennien in Paris aufhielten, aus dem Grabe zitieren, um Ihre Darstellungen zu beleben und zu illustrieren, mutet doch ein bißchen komisch an. Allen Respekt: „Laudator temporis acti!" Aber i“i2! Wie sagt doch Goethe: „Was Du ererbt von Deinen Vätern, erwirb es, um es zu besitzen!" „Nicht was ich habe und gehabt, sondern was ich schaffe ist mein Reich!" Und wie fruchtbar ist der kleinste Kreis, wenn man ihn wohl zu pflegen weiß!" Ich komme zum letzten Punkt meiner Replik, und da verstehe ich denn wirklich nicht, wie Sie mit dem sogenannten „Cours des jeunes gens" (heute aus einigen Männern und jungen Leuten bestehend, welche eine Stunde pro Woche lernen, und das ist auch der einzige am Abend) Reklame machen. Erinnern Sie sich denn nicht mehr der schwierigen Kämpfe, die der tatkräftige, pflichtbewußte Dr. Klein ^gerade dieses EI^E? wegen zu bestehen hatte? Die Pforten des P'H wurden ihm gerade für diesen cours nicht geöffnet. Warum? Mußte EHIp eingeschränkt werden? Durfte vor allem keine Konkurrenz sein? Herr Dr. Klein, obwohl Präsident, war gegen einen solch unerhörten Willen anderer ohnmächtig, stellte sogar in dieser Angelegenheit an große auswärtige Rabbiner Pl^E* (sic!), bis er sich schließlich genötigt sah, zu demissionieren. Damit kann ich meine Erwiderung beenden. Und Herr Prague, ich glaube, es wäre besser gewesen, wenn mir diese Erwiderung erspart worden wäre. Ihre Interpretation meines Artikels hat mich jedoch zum Sprechen gezwungen. Da Sie nun für die freie Meinungsäußerung sind, nehmen Sie es gewiß nicht übel, wenn wir es dem oder jenem Leser dieses Blattes nicht verargen, daß er in bezug auf ihren Rektifikationsversuch das bekannte Wort anwendet: „qui s’excuse s’accuse!" Felix Wertheimer. ßine Welle. Novelle von Caroline Deutsch. (Fortsetzung.) Um so öfter kam sie mit dem Offizier zusammen. Wo sie nur die leiseste Ahnung hatte, daß er sich befinde, war auch sie, das stolze Goldchen, und wunderbar, sie fand auch ihn stets auf ihren Wegen. Enger und enger hatte er seine Kreise um sie gezogen; sein Benehmen änderte sich nach und nach; er wurde zärtlich, aufmerksam, glühende Worte und Blicke trafen ihr Auge und Ohr, und sie fing sie auf, als trügen sie ihre einzige Seligkeit in sich. Es war an einem Morgen. Breitkopf sollte an diesem Tage seine Reise nach Pest antreten, alle Vorbereitungen waren getroffen, Goldchen saß halbangekleidet auf ihrem Bette. Das Sonnenlicht warf schimmernde Reflexe auf das Haar, das goldig auf den schneeigen Nacken herabfloß: es beleuchtete aber ein totenbleiches, verstörtes Gesicht. Seit gestern nachmittag, wo ihr das Dienstmädchen den Brief gebracht, hatte sie das Zimmer nicht verlassen, Niemanden Einlaß gegeben und auf keine Frage eine Antwort. Sie

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